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nächsten Text: Was unsere Worte bewirken können – Teil II vorherigen Text: Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil X Archiv Datum: Freitag, 24.04.2009 Bibelstelle: Jakobus 3, 1. 2; Sprüche 29, 20 Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de) Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Thema: Was unsere Worte bewirken können – Teil I Jakobus 3 1 Werdet nicht viele Lehrer, meine Brüder, da ihr wisst, dass wir ein schwereres Urteil empfangen werden; 2 denn wir alle straucheln oft. Wenn jemand nicht im Wort strauchelt, der ist ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib zu zügeln. Sprüche 29 20 Siehst du einen Mann, der sich in seinen Worten überhastet, - für einen Toren gibt es mehr Hoffnung als für ihn. Schon in Kapitel 1, 19. 26 seines Briefs hatte Jakobus die Jesus-Nachfolger auf einen überlegten Gebrauch ihrer Zunge hingewiesen. Jetzt entfaltet er die angesprochene Thematik genauer und kommt zuerst auf die »Lehrer« zu sprechen. Zwei geschichtliche Tatsachen helfen uns, eine in der jungen Christengemeinde entstandene Spannung zu verstehen. • In der heidnischen Umwelt des Judentums wurden mit Vorliebe Weisheitslehrer verehrt, die von der griechischen Weltanschauung geprägt waren. Sie hielten große gelehrte Reden. (Vgl. Apg. 17, 16-21.) • Im jüdischen Rabbinat war es zu einer Fehlentwicklung gekommen. Die Rabbinen hielten den besten und dazu kostenlosen Religionsunterricht. Das verlieh ihnen im jüdischen Volk höchstes Ansehen. Darum galt es als besonders verdienstvolles Werk, einen Rabbi bei sich aufzunehmen und ihm alle Fürsorge zukommen zu lassen. Im Lauf der Zeit entstand aber ein unheimlicher Kreislauf von Menschenfurcht, Menschenabhängigkeit und Menschenverehrung. (Vgl. Spr. 29, 25.) Es wurde den Rabbinen sehr leicht gemacht, zu Menschen zu werden, wie Jesus sie beschreibt: zu geistlichen Tyrannen und zu Denkmälern stolzer Frömmigkeit. (Vgl. Matth. 23, 4-7; Mark. 12, 38-40.) Die christliche Gemeinde, die zur Zeit des Jakobus fast ausschließlich vom Judentum herkam, stand in der Gefahr, sich auf den zerstörerischen Trend einer vielgeschäftigen und äußerlichen Frömmigkeit einzulassen. Jesus aber hatte für seine Nachfolger eine ganz andere Spur gelegt: Den Weg der Demut. Wer ihn einschlägt, wird andere nicht »von oben herab« und rechthaberisch belehren, sondern in der »Jünger-Schule« seines Meisters bleiben. Er sagt: »Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig« (Matth. 11, 29). »Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade« (1. Petr. 5, 5).
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