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Datum: Montag, 11.05.2009
Bibelstelle: 2. Könige 6, 8-13
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Aus dem Leben Elisas – Teil XV



2. Könige 6
8 Und der König von Aram führte Krieg gegen Israel; und er beriet sich mit seinen Knechten und sagte: An dem und dem Ort soll mein Lager sein.
9 Da sandte der Mann Gottes zum König von Israel und liess [ihm] sagen: Hüte dich, an diesem Ort vorbeizuziehen! Denn dort kommen die Aramäer herab.
10 Und der König von Israel sandte hin an den Ort, den der Mann Gottes ihm gesagt und [vor dem] er ihn gewarnt hatte, und war dort auf der Hut. [Das geschah] nicht [nur] einmal und nicht [nur] zweimal.
11 Da wurde das Herz des Königs von Aram über diese Sache [sehr] beunruhigt, und er rief seine Knechte und sagte zu ihnen: Könnt ihr mir nicht mitteilen, wer von den Unseren zum König von Israel [hält]?
12 Da sagte einer von seinen Knechten: Nein, mein Herr [und] König, aber der Prophet Elisa, der in Israel ist, teilt dem König von Israel die Worte mit, die du in deinem Schlafzimmer redest.
13 Da sagte er: Geht hin und seht, wo er ist! Ich werde hinsenden und ihn holen. Und es wurde ihm berichtet: Siehe, er ist in Dotan.

Wir treten in eine Zeit ein, in der der König von Aram (Syrien) gegen Israel
Krieg führte. Kurz und knapp lesen wir in Vers 8 von einer strategischen
Planungssitzung des Königs mit seinen Generälen für einen Überfall. Es
ging darum, eine Art »Basislager« für den Feldzug zu bestimmen. Dieser
sollte als Stützpunkt für die Überfälle dienen. Ob zugleich an einen
»Hinterhalt« gedacht war (Lutherübersetzung), geht aus dem hebräischen
Text nicht klar hervor. Das Ergebnis der Besprechung musste natürlich
streng geheim bleiben.

Zum gleichen Zeitpunkt schickte der Prophet Elisa einen Boten zum König
Israels nach Samaria. Er warnte den Regenten davor, sein Heer an jenem
feindlichen Stützpunkt vorbeiziehen zu lassen. »Denn dort kommen die
Aramäer herab« (V. 9). – Es ist höchst erstaunlich, dass Elisa die geheime
Lage kannte, um sie dem König von Israel überbringen zu lassen. Damit
hatte Gott ein gewisses politisches Gegengewicht geschaffen. Ein Ausleger
schreibt dazu: »Das politische Gegengewicht im alttestamentlichen Gottesvolk
war nicht eine ohnmächtige Protestkundgebung, nicht die eigene
Rüstungsindustrie, noch die weltlichen Bündnisse, sondern das waren die
Männer Gottes mit prophetischem Blick.«

Wir sind nicht der Prophet Elisa, und wir leben in einer völlig anderen
Situation und Zeit. Aber eins ist immer gleich: Die Gemeinde Gottes ist
bedrängte Gemeinde – ob es um ihre Verführung oder Vernichtung geht. Sie
ist vielen Nöten und heimtückischen Gefahren ausgesetzt. Darum braucht
sie offene Augen. Wir dürfen Gott bitten, dass er uns auf Gefahren, die wir
nicht unbedingt als solche erkennen, aufmerksam macht. Aber auch, dass
wir Verantwortung für die Gemeinde Gottes übernehmen und ihr mutig die
Gefahren vor Augen halten. (Vgl. Spr. 20, 12; 1. Kor. 16, 13; Eph. 6, 18;
1.Thess. 5, 11; Hebr. 3, 13.)


 

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