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nächsten Text: Aus dem Leben Elisas – Teil XIX vorherigen Text: Aus dem Leben Elisas – Teil XVII Archiv Datum: Donnerstag, 14.05.2009 Bibelstelle: 2. Könige 6, 24-31 Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de) Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Thema: Aus dem Leben Elisas – Teil XVIII 2. Könige 6 24 Und es geschah danach, da versammelte Ben-Hadad, der König von Aram, sein ganzes Heer und zog herauf und belagerte Samaria. 25 Und es entstand eine grosse Hungersnot in Samaria; und siehe, sie belagerten es, bis ein Eselskopf für achtzig [Schekel] Silber und ein viertel Kab Taubenmist für fünf [Schekel] Silber [gehandelt] wurden. 26 Und es geschah, als der König von Israel auf der Mauer einherging, da schrie eine Frau ihm zu: Hilf, mein Herr und König! 27 Er aber sagte: Hilft dir der HERR nicht, woher sollte ich dir helfen? [Etwa] von der Tenne oder von der Kelterkufe? 28 Und der König sagte zu ihr: Was hast du? Sie sagte: Diese Frau da hat zu mir gesagt: Gib deinen Sohn her, dass wir ihn heute essen! Meinen Sohn wollen wir dann morgen essen. 29 So kochten wir meinen Sohn und assen ihn. Als ich aber am anderen Tag zu ihr sagte: Gib deinen Sohn her, dass wir ihn essen! - da hatte sie ihren Sohn versteckt. 30 Und es geschah, als der König die Worte der Frau hörte, da zerriss er seine Kleider, und zwar als er [noch] auf der Mauer einherging; und das Volk sah, und siehe, [er trug] Sacktuch darunter auf seinem Leib. 31 Und er sagte: So soll mir Gott tun und so hinzufügen, wenn der Kopf Elisas, des Sohnes Schafats, heute auf ihm bleibt! Die Bedrohung Israels durch die aramäischen Streitkräfte war zwar beendet, nicht aber deren »Angriffs-Lust«. Unter Aufbietung aller militärischen Streitkräfte marschierte das »ganze Heer« des Königs Ben-Hadad in Israel ein. Wir dürfen nicht vergessen, dass Gott seinem Volk oftmals gesagt hatte, dass er es bestrafen würde, wenn es sich nicht an die von ihm gestellten Bundesbedingungen hielt. (Dazu 5. Mose 28, 25. 26. 49-52.) Und genau das können wir an Israels Geschichte unter König Joram beobachten. Dieser trieb es mit dem Götzendienst zwar nicht so krass wie seine Eltern Ahab und Isebel, trotzdem heißt es von ihm: »Er tat, was böse war in den Augen des Herrn« (2. Kön. 3, 1-3). Gott will ganzen Gehorsam, das geteilte Herz verabscheut er. (Vgl. 1. Sam. 15, 22; Spr. 8, 32-34.) Was wir in dieser Geschichte lesen, ist entsetzlich. Die Aramäer waren bis zur Hauptstadt Samaria vorgedrungen und belagerten diese so lange, bis eine schreckliche Hungersnot ausbrach. Die Lage war verzweifelt; das merkte auch der König, besonders als er mit den Leuten ins Gespräch kam. Sie aßen Eselsköpfe und Taubenmist und selbst vor der Tötung ihrer eigenen Kindern schreckten sie nicht zurück, um sich am Leben zu erhalten. So tief war das Volk Gottes gesunken. »Mit dem Hunger ist offenbar eine Angst voreinander aufgekommen. Die Krise treibt zu ganz extremen Handlungen. Brutaler Egoismus, Angst, Misstrauen, Hass. Es kommt in der Krise heraus, was im Menschen ist« (T. Wendel). Und doch war es Gottes Gericht, das in aller Härte über sein Volk hereingebrochen war. (Siehe 3. Mose 26, 29; 5. Mose 28, 53-57.) Das ahnte auch König Joram und demonstrierte seine Missbilligung gegenüber der Katastrophe öffentlich. Er zerriss seine Kleider – nicht zum Zeichen der Reue und Bußfertigkeit, sondern als eine Bekundung seiner tiefen Verärgerung über Gott und Elisa. König Joram suchte nach einem Sündenbock und machte Elisa für die Misere verantwortlich.
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