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nächsten Text: Aus dem Leben Elisas – Teil XXI vorherigen Text: Aus dem Leben Elisas – Teil XIX Archiv Datum: Samstag, 16.05.2009 Bibelstelle: 2. Könige 7, 1-12 Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de) Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Thema: Aus dem Leben Elisas – Teil XX 2. Könige 7 1 Da sagte Elisa: Hört das Wort des HERRN! So spricht der HERR: Morgen um diese Zeit wird ein Mass Weizengriess für einen Schekel [verkauft werden] und zwei Mass Gerste für einen Schekel im Tor von Samaria. 2 Da antwortete der Anführer, auf dessen Arm sich der König stützte, dem Mann Gottes und sagte: Siehe, wenn der HERR Fenster am Himmel machte, könnte wohl so etwas geschehen? Er aber sagte: Siehe, du wirst es mit deinen [eigenen] Augen sehen, doch du wirst nichts davon essen! 3 Nun waren da vier aussätzige Männer am Eingang des Tores, die sagten einer zum anderen: Was sollen wir hierbleiben, bis wir sterben? 4 Wenn wir sagen: Lasst uns in die Stadt gehen - in der Stadt [herrscht] ja die Hungersnot -, dann werden wir dort sterben. Wenn wir aber hier bleiben, werden wir auch sterben. So kommt nun und lasst uns ins Heerlager Arams überlaufen! Wenn sie uns am Leben lassen, dann leben wir, und wenn sie uns töten, dann sterben wir. 5 So machten sie sich in der Abenddämmerung auf, um ins Heerlager Arams zu kommen. Und sie kamen an den Rand des Heerlagers von Aram, und siehe, da war kein Mensch. 6 Denn der Herr hatte das Heerlager Arams ein Getöse von Wagen und ein Getöse von Pferden hören lassen, das Getöse einer grossen Heeresmacht. Da hatten sie einer zum andern gesagt: Siehe, der König von Israel hat die Könige der Hetiter und die Könige von Ägypten gegen uns angeworben, dass sie über uns kommen sollen. 7 So hatten sie sich aufgemacht und waren in der Abenddämmerung geflohen. Sie hatten ihre Zelte und ihre Pferde und ihre Esel zurückgelassen, das [ganze] Heerlager, so wie es war, und waren um ihr Leben geflohen. 8 Als nun jene Aussätzigen an den Rand des Heerlagers kamen, gingen sie in eines der Zelte und assen und tranken. Und sie nahmen Silber und Gold und Kleider von dort mit und gingen hin und versteckten es. Dann kehrten sie zurück und gingen in ein anderes Zelt; und sie nahmen [auch] von dort [etwas mit], gingen hin und versteckten es. 9 Dann sagten sie einer zum andern: Wir tun nicht recht. Dieser Tag ist ein Tag guter Botschaft. Schweigen wir aber und warten, bis der Morgen hell wird, so wird uns Schuld treffen. Und nun kommt und lasst uns hineingehen und es im Haus des Königs berichten! 10 So kamen sie und riefen die Torwache der Stadt und berichteten ihnen: Wir sind in das Heerlager Arams gekommen, und siehe, da war kein Mensch und keine Menschenstimme, sondern nur die Pferde angebunden und die Esel angebunden und die Zelte, so wie sie waren. 11 Da riefen [es] die Torwächter aus, und man berichtete es drinnen im Haus des Königs. 12 Da stand der König in der Nacht auf und sagte zu seinen Knechten: Ich will euch sagen, was die Aramäer mit uns gemacht haben: Sie haben erkannt, dass wir Hunger leiden; da sind sie aus dem Lager abgezogen, um sich im Feld zu verstecken, indem sie sich sagen: Wenn sie aus der Stadt herauskommen, dann wollen wir sie lebendig greifen und in die Stadt eindringen! »Was soll ich noch von dem Herrn erwarten?« Das war die glaubenslose und gereizte Äußerung Jorams (Kap. 6, 33). Elisa aber begegnet diesem Missmut mit einem Gotteswort. »Er kündigt die unmittelbar bevorstehende Wende an, und zwar hinsichtlich der Hungersnot. Den ›Schwarzmarktpreisen‹, die man heute für Ungenießbares zahlen muss (Kap. 6, 25), sollten morgen ›Sonderangebote‹ selbst bei hochwertigen Nahrungsmitteln gegenüberstehen « (H.-W. Neudorfer). Doch der hohe Offizier, der den König begleitete, kannte nur beißenden Spott. Auch der König selber zeigte sich nicht im Geringsten beeindruckt vom Wort des Herrn. Selbst als die Nachricht von der Flucht der Feinde die Stadt erreichte, vermutet der König zunächst eine Kriegslist dahinter. Er rechnete eben nicht mit Gottes Möglichkeiten. Eine sehr typische Reaktion für den glaubenslosen Menschen. »Für den Glaubenden ist es nie eine Frage, ob Gott eingreifen kann, sondern wann er es tut und wie. Rechnen wir noch mit Gottes Eingriff oder haben wir uns einfach damit abgefunden, dass der Feind die Lage beherrscht? Stehen wir noch auf der ›Stadtmauer‹ und erwarten Gottes Handeln – in den kleinen Dingen unseres Alltags wie in den ›großen Schlachten‹ unserer heutigen Zeit?« (K. Albietz). Bei der Erfüllung der göttlichen Zusagen, die Elisa ausgesprochen hatte, spielten die vier ausgehungerten, aussätzigen Männer eine wichtige Rolle. Gott gebrauchte sie, um die gute Nachricht nach Samaria zu bringen. Sie waren die ersten, die den Überfluss an Nahrung und Gütern im verlassenen feindlichen Lager sahen, satt wurden und dann Verantwortung für ihre Volksgenossen übernahmen. Es sind nicht immer die Mächtigen und Angesehenen, die Gott als seine Werkzeuge auserwählt, sondern oft die Niedrigen und Verachteten. (Lies Ps. 22, 25; 118, 22; 1. Kor. 1, 28.) Und wer von Gott gesättigt wurde, bekommt den Auftrag, andere zu sättigen. Denn »Zeuge sein heißt: Ein Bettler sagt dem andern, wo Brot zu finden ist.«
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