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Datum: Dienstag, 19.05.2009
Bibelstelle: 2. Könige 13, 14-21
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Aus dem Leben Elisas – Teil XXIII



2. Könige 13
14 Und Elisa erkrankte an seiner Krankheit, an der er [später] starb. Und Joasch, der König von Israel, kam zu ihm herab und weinte über seinem Gesicht und sagte: Mein Vater, mein Vater! Wagen Israels und seine Pferde!
15 Da sagte Elisa zu ihm: Hole einen Bogen und Pfeile! Und er holte ihm Bogen und Pfeile.
16 Und er sagte zum König von Israel: Spanne den Bogen! Da spannte er [ihn]; und Elisa legte seine Hände auf die Hände des Königs.
17 Und er sagte: Öffne das Fenster nach Osten! Und er öffnete es! Und Elisa sagte: Schiess! Und er schoss. Da sagte er: Pfeil der Rettung von dem HERRN und Pfeil der Rettung gegen Aram! So wirst du bei Afek Aram schlagen bis zur Vernichtung.
18 Dann sagte er: Nimm die Pfeile! Und er nahm sie. Und er sagte zum König von Israel: Schlag auf die Erde! Und er schlug dreimal und hielt inne.
19 Da wurde der Mann Gottes zornig über ihn und sagte: Zu schlagen war fünf- oder sechsmal, dann hättest du Aram bis zur Vernichtung geschlagen. Jetzt aber wirst du Aram [nur] dreimal schlagen.
20 Und Elisa starb, und man begrub ihn. Und es kamen moabitische Räuberscharen ins Land, als das Jahr anfing.
21 Und es geschah, als sie einen Mann begruben, siehe, da sahen sie die Räuberschar, und sie warfen den Mann in das Grab Elisas. Als aber der Mann [da hinein]kam und die Gebeine Elisas berührte, da wurde er lebendig und stellte sich auf seine Füße.

Seit der Salbung Jehus zum König über Israel durch einen Prophetenschüler
Elisas (Kap. 9, 1ff) haben wir nichts mehr von Elisa gehört. Jetzt finden wir
ihn alt und krank auf dem Sterbebett und bei ihm König Joasch. Dieser
weint vor Elisa, weil er in ihm nicht nur einen Vater, sondern auch einen
Nothelfer im Kampf gegen die Aramäer verlieren würde. Der Prophet, der
weiß, dass er sterben wird, will dem König den Segen Gottes übermitteln.
Ein Ausleger vermerkt dazu: »Ein Leben, das aus der Gemeinschaft mit Gott
fließt, altert geistlich nicht. Die Kraft des göttlichen Lebens nimmt nicht mit
dem Älterwerden ab. Menschen, die vor Gott stehen bleiben, können auch
noch im Sterben segnen.« (Vgl. 1. Mose 27, 1-4; 48, 10-15; 5. Mose 33, 1.)

Es fällt auf, mit welchem Feingefühl der greise, sterbenskranke Prophet die
eigentliche Not des Königs erfasst. Elisa legte seine Hände segnend auf die
Hände des Königs, die Pfeil und Bogen schussbereit halten. Dann begleitete
er den ostwärts in Richtung auf die Aramäer abgeschossenen Pfeil mit
einem prophetischen Machtwort: »Ein Pfeil des Sieges von Jahwe, ein Pfeil
des Sieges gegen Aram!« Und er fügt die Verheißung hinzu: »Du wirst Aram
bei Afek bis zur Vernichtung schlagen.« Diese prophetische Zeichenhandlung,
bei der Wort und Handlung zusammengehören, »ist die wirksame Ankündigung eines Ereignisses, das Gott nach seinem Willen heraufführen wird.

Gleichzeitig hilft sie dem König zum Glauben, indem sie ihm das im Wort
Verheißene durch ein sichtbares Zeichen verbürgt« (G. Fohrer). Unter der
Hand des Gottesbotens kann die Hand des Königs den Pfeil zielsicher in
Richtung »Feindesland« abschießen. Sieg können wir nur dann erreichen,
wenn die Hand des Herrn unsere Hand führen darf. (Lies Ps. 144, 1-4;
1. Mose 49, 22-25.) – Die spannende Frage, die sich jetzt ergibt, heißt: Wird
der König diese Sieg versprechende »Lektion« verstehen und dem Verheißungs-Wort wirklichen Glauben schenken?


 

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