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Datum: Dienstag, 02.06.2009
Bibelstelle: Psalm 42, 1-12
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Das Wichtigste – die Liebe! – Teil XII



Psalm 42
1 Dem Chorleiter. Ein Maskil. Von den Söhnen Korachs.
2 Wie eine Hirschkuh lechzt nach Wasserbächen, so lechzt meine Seele nach dir, o Gott!
3 Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott: Wann werde ich kommen und erscheinen vor Gottes Angesicht?
4 Meine Tränen sind mein Brot geworden Tag und Nacht, da man den ganzen Tag zu mir sagt: Wo ist dein Gott?
5 Daran will ich denken und vor mir ausschütten meine Seele, wie ich einherzog, in der Schar sie führte zum Hause Gottes, mit Klang des Jubels und Dankes - ein feierlicher Aufzug.
6 Was bist du so aufgelöst, meine Seele, und stöhnst in mir? Harre auf Gott! - denn ich werde ihn noch preisen [für] das Heil seines Angesichts.
7 Mein Gott, aufgelöst in mir ist meine Seele; darum denke ich an dich aus dem Land des Jordan und des Hermon, vom Berg Misar.
8 Urflut ruft der Urflut zu beim Brausen deiner Wassergüsse; alle deine Wogen und deine Wellen sind über mich hingegangen.
9 Des Tages wird der HERR seine Gnade aufbieten, und des Nachts wird sein Lied bei mir sein, ein Gebet zu dem Gott meines Lebens.
10 Sagen will ich zu Gott, meinem Fels: `Warum hast du mich vergessen? Warum muss ich trauernd einhergehen, bedrückt durch den Feind?
11 Wie Mord in meinen Gebeinen höhnen mich meine Bedränger, indem sie den ganzen Tag zu mir sagen: Wo ist dein Gott?
12 Was bist du so aufgelöst, meine Seele, und was stöhnst du in mir? Harre auf Gott! - denn ich werde ihn noch preisen, das Heil meines Angesichts und meinen Gott.

Auch Menschen, die sich lieb haben, können in eine Krise geraten, wenn
einer dem anderen Schweres zumutet, das nicht nach Liebe aussieht. Bei
den bisherigen Beispielen ging es darum, was von der Seite des Menschen
die Beziehung zwischen ihm und seinem Gott gefährden kann. Hier soll es
jetzt um eine Forderung gehen, die der Herr stellt, und Menschen, die ihm
vertrauen, in die Krise führen kann. Gott mutet den Seinen manchmal
Schweres zu, sodass es zunächst unmöglich erscheint, an dem Wissen festzuhalten, dass seine Liebe groß und unveränderlich ist. Das erlebte auch
Johannes Busch: »Selten hat es wohl so einen glücklichen Familienvater gegeben. Jedes Kind wurde mit strahlender Freude begrüßt. Neben seiner großen Arbeit als Bundeswart des westfälischen Jungmännerbundes (CVJM) hatte Johannes Busch noch Zeit für seine Familie. Nach glücklichen Jahren kam dann das schwerste Leid: Gott nahm ihm seine Frau. Nun steht er am Grab dieser geliebten Frau. Er hat ihr treu beigestanden bis in ihre Sterbestunde hinein.

Jetzt will er selber die Grabrede halten. Ist das denn überhaupt menschenmöglich?

Erschütternd traurig stehen die sechs Kinder neben ihm, als er mit
fester Stimme beginnt: ›Auf diesem Friedhof habe ich vielen Tausenden die
Botschaft vom Lebensfürsten gesagt. Vielleicht habt ihr dabei gedacht: An
dich ist’s ja noch nicht gekommen, sonst würdest du wohl anders reden.
Aber nun ist’s an mich gekommen, nun habt ihr das Recht zu fragen: Bleibst
du bei deiner Botschaft?‹ In atemloser Stille steht die Gemeinde der
Trauernden, als er bekennt: ›Ich bleibe bei der Botschaft von der Liebe
Gottes in Jesus Christus!‹ Und es geht durchs Herz, als nun dieser geschlagene Mann zum Zeugen der Herrlichkeit des Evangeliums wird« (E. Busch). Bleiben wir auch in schweren Zeiten dabei: Sein Tun ist lauter Segen? (Lies Röm. 8, 28. 29; Hiob 23, 10.)



 

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