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Datum: Donnerstag, 11.06.2009
Bibelstelle: Johannes 17, 20-23
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Warum es wichtig ist, Gottes Willen zu kennen – Teil IV



Johannes 17
20 Aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben,
21 damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.
22 Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, dass sie eins seien, wie wir eins sind
23 - ich in ihnen und du in mir -, dass sie in eins vollendet seien, damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast.

Es gibt einen Unterschied zwischen Zusammengehörigkeit und echter, vom
Heiligen Geist gewirkter Einheit. Die Einheit, um die Jesus betet, ist kein
Konformismus, d. h. Anpassungsbereitschaft an die vorherrschende Meinung.
Wie aber sieht biblische Einheit aus?

So wie Vater und Sohn verschiedene Personen sind und doch miteinander
durch die Liebe vereint, so soll auch die Einheit der Gemeinde sein. Jeder
soll und darf die Persönlichkeit bleiben, wie Gott sie erschaffen hat. Dazu
gehört auch, dass die Einzelnen unterschiedliche Erkenntnisse, Gaben und
Aufgaben haben. Aber gerade in der Verschiedenheit wird die Liebe wirksam,
die darauf achtet, für die Bedürfnisse der einen die Gaben und Kräfte der
andern eintreten zu lassen. So entsteht ein »Gemeinde-Klima«, in dem man
einander aufbaut, einander tröstet, einander ermahnt. (Vgl. Röm. 12, 4. 5;
Kol. 3, 14-17.) Diese geistliche Einheit ist entscheidend für die vollmächtige
Wirksamkeit der Gemeinde in der Welt, und Jesus verfolgt mit ihr ein doppeltes Ziel: Die Welt soll erkennen, dass der Vater den Sohn zu ihr gesandt hat. Und die Welt soll die Liebe Gottes zu den Gläubigen erkennen, die ebenso tief und unvergänglich ist wie die Liebe zu seinem Sohn.

Wenn Jesus der Einheit eine so große Bedeutung beimisst, wird deutlich,
dass wir dafür verantwortlich sind, dass sie erfahrbar und zeugnishaft
sichtbar wird. (Vgl. Röm. 12, 10. 16; Eph. 4, 3.) Aber wir können diese Einheit
niemals aus uns selbst produzieren, sie liegt auch nicht in unserer eigenen
Gemeinschaftskraft oder unserer persönlichen Verbundenheit. Nur die »Rebe
am Weinstock« kann wirkliche Einheit leben. (Vgl. 1. Joh. 2, 6.) Es ist so
ermutigend zu wissen, dass Jesus auch heute noch für uns betet. Er weiß
nicht nur, wie es uns persönlich geht, sondern auch, wie es um die Einheit
in unserer Gemeinde steht.


 

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