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Aidlinger Bibellese

Datum: Freitag, 26.06.2009
Bibelstelle: Römer 6, 12
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Todes- und Lebensgemeinschaft mit Christus, Teil IX



Römer 6
12 So herrsche nun nicht die Sünde in eurem sterblichen Leib, dass er seinen Lüsten gehorche.

Wenn Paulus von unserem »sterblichen Leib« spricht, hat dies nichts mit
einer gewissen Leib-Feindlichkeit zu tun. Unser Leib an sich ist nichts
Schlechtes oder Böses. Wir dürfen uns darüber freuen und Gott danken,
dass er uns wunderbar bereitet hat: Psalm 139, 13-16. In Epheser 5, 29 setzt
der Apostel Paulus voraus, dass auch Christen ihren Leib »nähren und
pflegen«, seine Bedürfnisse achten und ihn nicht als etwas Böses »hassen«
oder wegwünschen. Aber die Sünde will sich unseres Leibes bemächtigen.
Sie steigert den von Gott geschenkten Lebensdrang zur Gier. Sie will den
normalen und notwendigen Bedürfnissen einen anderen Stellenwert verleihen,
sodass die Erfüllung der normalen Bedürfnisse nicht mehr dem Menschen dient, sondern ihn herrisch beansprucht und versklavt, »sodass ihr seinen Begierden gehorcht«. Jesus selber hat von seinen Jüngern ernsthaft gefordert: »Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Völlerei und Trunkenheit und Lebenssorgen« (Luk. 21, 34). Und Paulus ermahnt: »Lasst uns anständig wandeln wie am Tag; nicht in Schwelgereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Streit und Eifersucht« (Röm. 13, 13).

Heute wollen wir uns aufrichtig fragen: An welchen Stellen in meinem Leben bricht die Gier, die Hab- und Eifersucht durch? Wo bereichere ich mich auf Kosten anderer? Wo schade ich mir selbst und ziehe sogar andere in meine Sünde hinein? Christus ist doch »für alle gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferweckt worden ist« (2. Kor. 5, 15). Wir dürfen Jesus bitten: »Zeig mir, wo und wie ich dir dienen kann. Und hilf mir, dir mit Freude zu dienen.« (Lies Ps. 100, 2; Eph. 2, 10.)


 

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