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Datum: Samstag, 22.08.2009
Bibelstelle: LUKAS 10,29-33; 16,15
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: ALS ER IHN SAH, HATTE ER ERBARMEN, Teil V



Der Schriftgelehrte rechtfertigt sich mit der Frage: „Und wer ist mein Nächster?“ Kann man immer wissen, wer einem der Nächste ist? Jeder kann uns doch nicht der Nächste sein? Aber Jesus theoretisiert nicht, bei ihm ist alles praktisch. „Jesus greift ins Leben. Erzählt eine Geschichte – entwirft ein Bild. (Vgl. Luk.16,19ff.) Ein Bild, das einen Vordergrund hat und einen Hintergrund, eine Nähe und eine Ferne. Denn es soll ja antworten auf die Frage nach dem Nächsten. Zum Vordergrund: im Straßengraben liegt einer, dessen Name, Stand, Alter, Herkunft jetzt nichts mit der Sache zu tun hat. Er heißt einfach ‚ein Mensch’. Er ist unter die Räuber gefallen, ausgeplündert, geschlagen, liegen gelassen. Und da liegt er nun, halbtot, nur noch ein Häuflein schwindendes Leben, über dem schon die Geier kreisen – sie warten auf seinen Tod. Und er kann auch nichts anderes mehr als warten – es sei denn, dass jemand käme und sich barmherzig über ihn beugte, dass einer käme, der seinem Sterben Einhalt gebieten würde, der ihn ins Leben zurückrisse. (Lies Hes.16,6-9.) – Und das zweite, das zum Vordergrund gehört: Einer, der über ihn gebeugt ist, die zweite Hauptperson dieses Bildes. Einer, dessen Name, Herkunft wenigstens insofern von Belang ist, als es ein Schimpfname ist, ‚einer aus Samaria’. Ein Verachteter, vor dem man das Angesicht verbirgt, um den man einen Bogen macht. Einer, dem man die Hand nicht gibt, es sei denn, man könnte sie hinterher gleich wieder waschen. Im Hintergrund: zwei wegeilende Gestalten, ein Priester und ein Levit. – Mit diesem Bild will Jesus das Gewissen seines Gegenübers erwecken“ (P. Rüesch). (Lies Apg.17,30.31; Hiob 42,5.6; 2.Sam.12,1-9.13; Ps.51,3-5.)

 

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