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Datum: Sonntag, 31.10.2010
Bibelstelle: Matthäus 16,1-4
Autor: Rainer Zincke (auftanken@evangelium.de)
Organisation: Evangeliumsnetz e.V., Oraniendamm 70, 13469 Berlin (http://www.evangelium.de/)
Thema:



"Da traten die Pharisäer und Sadduzäer zu ihm; die versuchten ihn und forderten ihn auf, sie ein Zeichen vom Himmel sehen zu lassen.
Aber er antwortete und sprach: Des Abends sprecht ihr: Es wird ein schöner Tag werden, denn der Himmel ist rot. Und des Morgens sprecht ihr: Es wird heute ein Unwetter kommen, denn der Himmel ist rot und trübe. Über das Aussehen des Himmels könnt ihr urteilen; könnt ihr dann nicht auch über die Zeichen der Zeit urteilen? Ein böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen; doch soll ihm kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Jona. Und er ließ sie und ging davon." (Matthäus 16,1-4)

Ohne Unterbrechung geschehen um Jesus herum Zeichen und Wunder. Aber es gibt Menschen, die scheinen nichts davon mitzukriegen. Sie fordern erneut Beweise. Die massive Berichterstattung bei Matthäus und den anderen Evangelisten über die Wunder und Zeichen, die Jesus tat, verdeutlicht, dass es in jenen Tagen wirklich niemanden in Israel gegeben haben kann, der davon nichts mitbekam.

Jesus weist auf das geheimnisvolle Zeichen des Jona hin. So wie dieser nach drei Tagen lebendig aus dem Fisch kam, wird Jesus nach drei Tagen lebendig aus dem
Grab hervor treten. Wir wissen vom Ende des Evangeliums, dass die Gegner Jesu
selbst dann noch nicht glaubten, sondern das Gerücht vom gestohlenen Leichnam
in die Welt setzten. Es gibt eine Wahrnehmungsblockade, die entsteht, wenn man
etwas partout nicht wahrhaben will. Sie ist auch in unseren Tagen weit verbreitet. Die Pharisäer bekamen nichts mit, weil es nicht in ihr Konzept passte. Sie hatten ein Weltbild, das derart tief in ihnen verankert war, dass alles, was dort nicht hineinpasste, ausgeblendet oder eliminiert wurde.

Das Lebenskonzept eines Menschen stellt eine ungeheure Kraft dar. Ein Spitzensportler beispielsweise ordnet seinen gesamten Lebensstil und leider
auch nur allzu oft seine Gesundheit dem einen Ziel unter zu siegen. Ein Süchtiger lebt nur noch für seine Sucht. Ein Bergsteiger trotzt allen Entbehrungen um seiner Leidenschaft willen. Ein Internet-Junkie lebt fast nur noch in seiner virtuellen Welt

Was ist unser Lebenskonzept?

Beruf, Ehe, Familie, Eigentum? Kann es sein, dass wir viele Zeichen Gottes deswegen nicht mitbekommen und viele Wunder Jesu deswegen nicht erleben, weil wir Gott keinen Eingriff in unser Lebenskonzept, in unser Weltbild gestatten?

Der Prophet Jona, von dem hier die Rede ist, hatte eben solch einen starren
Eigensinn, dass er lieber sein Leben aufs Spiel setzte, um nur nicht den Willen Gottes tun zu müssen. Gott musste ihn erst in einem Prozess des innerlichen Zerbruchs formen, um ihn endlich für seinen Auftrag bereit zu machen. Es stellt sich die Frage, ob es denn immer so sein muss, dass Gott erst zerbrechend in unser Leben eingreift, bevor wir begreifen, was eigentlich für uns dran ist?

Viel schöner wäre es, wenn wir frühzeitig und willig auf Gottes besondere Führungen und Zeichen in unserem Leben achten würden.


 

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