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Archiv

Evangeliumsnetz - Andachten

Datum: Dienstag, 03.03.2015
Bibelstelle: Galater 1, 10
Autor: Jörgen Bauer (auftanken@evangelium.de)
Organisation: Evangeliumsnetz e.V., Oraniendamm 70, 13469 Berlin (http://www.evangelium.de/)
Thema: Wem wollen wir gefallen?



Predige ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen gefällig zu sein? Wenn ich noch Menschen gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht.

Galater 1, Vers 10




Der Rat meiner Mutter, „mich nie um Politik zu kümmern, weil man da ins Gefängnis oder gar nach Sibirien kommen könne“, ist mir noch in guter Erinnerung. Nach den Erfahrungen des Dritten Reichs und dem was in der DDR abging, wo wir wohnten, war das ein durchaus verständlicher Rat.

Aber auch im „Westen“, in den wir später kamen, war das im Grunde nicht viel anders. Zwar gab es hier das Recht auf freie Meinungsäußerung und man
konnte wegen einer "falschen Meinung" nicht in den Knast kommen; man
tat aber gut daran, in einem Abhängigkeitsverhältnis nicht offen gegen die
herrschende Meinung zu opponieren.

Und da ich gerne widersprach, wurden mir von vielen Seiten viele „gute Ratschläge“ erteilt, wie man sich am besten anpasst ohne aufzufallen und
dass man damit viel weiter kommt.

Daran musste ich beim Lesen des Verses denken, den ich heute betrachten will. Der Hang, sein Mäntelchen nach dem Wind zu hängen, in dem man sich an dem orientiert was jeweils der „Mehrheitsmeinung“, dem „Zeitgeist“ oder der Meinung der Mächtigen entspricht, ist in uns Menschen tief verwurzelt.

Diese Haltung kommt nicht nur unserer Bequemlichkeit, sondern auch unserem Selbsterhaltungstrieb entgegen, weil sie uns vor existenziell bedrohlichen Konflikten bewahren kann. Ob man sich dabei immer wohl fühlt ist eine andere Frage. Ich jedenfalls fühle mich da nicht wohl.

Womit wir beim heutigen Vers wären. Der bekennende Christ darf sich
gerade nicht anpassen. Und das scheint zunehmend gefährlich zu werden.

In Hamburg fand jetzt ein Kongress christlicher Führungskräfte statt, bei dem
der Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz ein Grußwort sprach, was
im NDR mit den Worten "Scholz unterstützt Kongress radikaler Christen" kommentiert wurde.

Bekennender Christ zu sein ist demnach schon "radikal". Den Führungs-
kräften geht es darum christliche Werte, wie Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit,
Nächstenliebe usw. ins Geschäftsleben einzubringen. Was diesen Kongress dazu noch besonders "radikal" macht ist, dass dort christliche Werke vertreten sind, die z.B. gegen Abtreibung sind, Homosexualität
als Sünde ansehen, Mission in arabischen Ländern betreiben und der
Verlag Wort und Wissen einen Stand unterhält.

Die Christenfeindlichkeit nimmt also mehr und mehr zu. Was den Christen
zunehmend angekreidet wird und zu Verleumdungen und böswilligen
Unterstellungen wie "rechtsradikal" usw. führt, sind die Auffassungen, wie
sie im Zusammenhang mit dem Kongress dargestellt werden.

Soviel steht fest: Wer Wegweiser auf Jesus Christus und vielleicht die Welt ein bisschen zum Besseren verändern will, darf kein angepasster Untertan und keine Wetterfahne sein, womit wir beim heutigen Vers wären.

Das, was Gott zu sagen hat, und das ist heute die Botschaft des Evangeliums, entsprach noch gar nie der Mehrheitsmeinung oder dem Zeitgeist. Vielmehr traf schon immer das genaue Gegenteil zu!

Das sollte nicht verwundern. Eine von Gott abgefallene Welt steht Gott feindlich gegenüber. Das ist stehende biblische Aussage. Gerade deshalb sind die Christen Salz und Licht für die Welt. In dem sie auf das weisen, was ewig währt und damit wirklich zählt, opponieren sie immer gegen die „herrschende Meinung“.

Jeder muss sich deshalb, ganz persönlich, fragen lassen, wem er mehr gefallen will: Gott oder den Menschen? Wer Wert darauf legt „beliebt“ zu sein und keinen „Ärger“ zu bekommen, darf sich weiterhin angepasst verhalten, den Menschen weiterhin nach dem Mund reden und jedem Konflikt aus dem Weg gehen.

Wer das Leben und die Menschen wirklich liebt und deshalb dazu beitragen möchte, dass sich die Dinge zum Besseren wenden, wird sein Reden und Tun an den zeitlos gültigen Wahrheiten des göttlichen Wortes ausrichten, sich damit in den Dienst unseres Herrn stellen und damit, wie unser Herr, auch Gegner schaffen.

Er darf dabei darauf vertrauen, dass Gott die in seinem Dienst Stehenden hindurch trägt und bewahrt. Jesus Christus wird einmal darüber richten, wer auf das Leben und wer auf den Tod gesetzt hat. Entsprechend wird der Lohn sein, den der Einzelne empfängt. Und wer IHN verleugnet hat, den wird ER
auch vor Seinem himmlischen Vater verleugnen.

Die persönliche Entscheidung, um die es hier geht, kann uns niemand abnehmen. Bitten wir Gott uns dazu zu verhelfen, dass wir auf das Leben setzen.


Jörgen Bauer









 

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