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Nächste Andacht: Fortsetzung des Monologes von Elihus Vorige Andacht: Der Allmächtige antworte mir ! Andachtarchiv Chronologische Bibellese Datum: Donnerstag, 12.01.2006 Bibelstelle: Hiob 32-34 Autor: Hellmut Hentschel (Hoffnung@msoe.org) Organisation: Mission für Süd-Ost-Europa (http://www.msoe.org) Thema: Elihu klagt Hiob an wegen Auflehnung gegen Gott Inzwischen haben wir Hiob gut kennen gelernt. Hiob hat sich immer wieder gewünscht, sich bei einer ordentlichen Gerichtsverhandlung vor Gott selbst verteidigen zu können. Ob er dabei vergessen hat, dass Gott alles weiss und deswegen keine langen Verfahren nötig sind? Oder ob Hiob immer noch bei sich denkt, dass er eine „weisse Weste“ hat? Sein Freund Elihu sagt zu ihm, dass Gott keine Untersuchungsverfahren braucht, um die Menschen zu verhören. Gott hat es nicht nötig, dass Menschen vor IHM ihre Anständigkeit beteuern und beweisen. Mit Gott kann man keinen Pakt schliessen und keine Verhandlungsweisen festlegen. Hansjörg Bräumer schreibt in seiner Auslegung des Buches Hiob: „Weil Gott alles sieht, kann ER ohne jedes richterliche Verhör in völlig gerechter Weise eingreifen. Dabei macht Gottes Unparteilichkeit vor keinem Gewaltigen halt. Das einzige, das in Gottes Augen zählt, sind die Taten der Menschen.“ Wird Hiob vor Gott dann doch bestehen können? – Lesen Sie selbst ! Hiob 32 1 Und jene drei Männer hörten auf, dem Hiob zu antworten, weil er in seinen Augen gerecht war. 2 Da entbrannte der Zorn Elihus, des Sohnes Barachels, des Busiters, von der Sippe Ram. Gegen Hiob entbrannte sein Zorn, weil er sich Gott gegenüber im Recht betrachtete. 3 Und gegen seine drei Freunde entbrannte sein Zorn, weil sie keine Antwort gefunden und Hiob [doch] für schuldig erklärt hatten. 4 Elihu aber hatte sich Hiob gegenüber zurückgehalten mit Reden, weil jene die älteren an Jahren waren als er. 5 Und als Elihu sah, dass keine Antwort [mehr] in dem Mund der drei Männer war, da entbrannte sein Zorn. 6 Und Elihu, der Sohn des Barachel, der Busiter, hob an und sagte: Ich bin der Jüngste an Jahren, und ihr seid Greise. Darum hatte ich Angst und fürchtete mich, euch mein Wissen zu verkünden. 7 Ich sagte [mir]: Mag [erst] das Alter reden, soll die Menge der Jahre Weisheit erkennen lassen! 8 Jedoch - es ist der Geist im Menschen und der Atem des Allmächtigen, der sie verständig werden lässt. 9 Nicht [nur] die Betagten sind die Weisen, noch verstehen [stets] die Alten, was recht ist. 10 Darum sage ich: Hört mir zu! Auch ich will mein Wissen verkünden. 11 Siehe, ich wartete auf eure Worte, horchte auf eure einsichtigen [Reden], bis ihr [die rechten] Worte ausfindig gemacht hättet. 12 Und ich wandte euch meine Aufmerksamkeit zu, doch siehe, keiner war da, der Hiob widerlegt hätte, [keiner] von euch, der seine Worte erwidert hätte. 13 Dass ihr [aber ja] nicht sagt: Wir haben Weisheit gefunden; Gott kann ihn aus dem Felde schlagen, nicht ein Mensch! 14 Er hat ja nicht an mich [seine] Worte gerichtet, und mit euren Worten werde ich ihm nicht erwidern. - 15 Sie sind bestürzt, sie antworten nicht mehr, die Worte lassen sie im Stich. 16 Soll ich da warten, weil sie nicht reden, weil sie dastehen [und] nicht mehr antworten? 17 Auch ich will meinerseits mein Teil erwidern, auch ich will mein Wissen verkünden. 18 Denn erfüllt bin ich mit Worten; der Geist in meinem Innern bedrängt mich. 19 Siehe, mein Inneres ist wie [junger] Wein, der nicht geöffnet ist; gleich neu [gefüllten] Schläuchen will es bersten. 20 Ich muss reden, damit ich Luft bekomme, ich will meine Lippen auftun und antworten. 21 Für keinen werde ich Partei ergreifen, und keinem Menschen werde ich schmeicheln! 22 Denn ich verstehe mich nicht aufs Schmeicheln ; sonst würde mein Schöpfer mich [wohl] bald dahinraffen. Hiob 33 1 Du aber, Hiob, höre doch meine Reden, und all meine Worte nimm zu Ohren! 2 Sieh doch, ich habe meinen Mund aufgetan, meine Zunge redet in meinem Gaumen. 3 Geradheit meines Herzens - [das] sind meine Worte, und lauter künden meine Lippen Erkenntnis. 4 Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Atem des Allmächtigen belebt mich. 5 Wenn du kannst, gib mir Antwort, bring [sie] vor, stelle dich vor mich hin! 6 Siehe, ich bin vor Gott soviel wie du, vom Lehm [nur] abgekniffen bin auch ich. 7 Siehe, Angst vor mir braucht dich nicht zu erschrecken, und mein Drängen wird nicht schwer auf dir lasten. 8 Du sagtest doch vor meinen Ohren - und den Laut [deiner] Worte höre ich [noch] -: 9 Lauter bin ich, ohne ein Vergehen. Rein bin ich und habe keine Schuld. 10 Siehe, er erfindet Anlässe zum Widerstand gegen mich, er hält mich für seinen Feind. 11 Er legt meine Füsse in den Block, überwacht alle meine Pfade. - 12 Siehe, darin bist du nicht im Recht, antworte ich dir; denn Gott ist grösser als ein Mensch. 13 Warum rechtest du mit ihm, weil er auf all seine Worte keine Antwort gibt? 14 Doch auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite, und man wird es nicht gewahr. 15 Im Traum, im Nachtgesicht, wenn tiefer Schlaf auf die Menschen fällt, im Schlummer auf dem Lager, 16 dann öffnet er das Ohr der Menschen und bestätigt die Warnung für sie, 17 um den Menschen von [seinem] Tun abzuwenden und den Hochmut vom Mann abzuhauen, 18 um seine Seele zurückzuhalten von der Grube und sein Leben davon, in den Spiess zu rennen. 19 Auch wird er gezüchtigt durch Schmerzen auf seinem Lager, und ununterbrochen [währt] der Streit in seinen Gebeinen. 20 Und sein Leben verabscheut das Brot und seine Seele die Lieblingsspeise. 21 Sein Fleisch vergeht, ist unansehnlich, und fleischlos sind seine Knochen, die [sonst] nicht zu sehen waren. 22 Und seine Seele nähert sich der Grube und sein Leben den Todesboten. 23 Wenn er da einen Engel bei sich hat, einen Mittler, einen von den Tausend, der dem Menschen seine Pflicht mitteilen soll, 24 so wird der sich über ihn erbarmen und sprechen: Befreie ihn, damit er nicht in die Grube hinabfährt! Ich habe Lösegeld [für ihn] gefunden. 25 Sein Fleisch wird frischer sein als in der Jugendkraft; er wird zurückkehren zu den Tagen seiner Jugend. 26 Er wird zu Gott flehen, und der wird ihn gnädig annehmen, und er darf sein Angesicht schauen mit Jubel; und Gott wird dem Menschen seine Gerechtigkeit zurückgeben. 27 Er wird vor den Menschen singen und sagen: Ich hatte gesündigt und das Rechte verkehrt, und er hat mir nicht vergolten. 28 Er hat meine Seele erlöst vor dem Abstieg in die Grube, und mein Leben darf das Licht schauen. 29 Siehe, das alles tut Gott zweimal, dreimal mit dem Mann, 30 um seine Seele von der Grube zurückzuholen, damit er vom Licht des Lebens erleuchtet werde. 31 Merke auf, Hiob, höre mir zu! Schweige, und ich will reden! 32 Wenn du Worte hast, erwidere mir [etwas]! Rede nur, denn ich wollte dir gern recht geben! 33 Wenn [aber] nicht, höre du mir zu! Schweige, und ich werde dich Weisheit lehren! Hiob 34 1 Und Elihu erhob [seine Stimme] und sagte: 2 Hört, ihr Weisen, meine Worte und ihr Kundigen, gebt mir Gehör! 3 Denn das Ohr prüft die Worte, und der Gaumen kostet die Speise. 4 Lasst uns nun prüfen, was recht ist, lasst uns untereinander erkennen, was gut ist! 5 Denn Hiob hat gesagt: Ich bin gerecht, und Gott hat mir mein Recht entzogen. 6 Obwohl ich im Recht bin, soll ich ein Lügner sein. Mein Geschick ist unheilbar, ohne dass ich irgend etwas verbrochen hätte. - 7 Wer ist ein Mann wie Hiob, der Spott[worte] wie Wasser trinkt 8 und in Gemeinschaft mit denen unterwegs ist, die Unrecht tun, und mit gottlosen Menschen umgeht? 9 Denn er hat [selbst] gesagt: Keinen Nutzen hat ein Mann davon, dass er sich mit Gott befreundet! 10 Darum, ihr Männer mit Verstand, hört mir zu! Fern sei es von Gott, gottlos zu handeln, und vom Allmächtigen, Unrecht zu tun! 11 Sondern des Menschen Tun vergilt er ihm, und nach eines jeden Weg lässt er es ihn finden. 12 Ja, wahrlich, Gott handelt nicht gottlos, und der Allmächtige beugt das Recht nicht. 13 Wer hat ihm die Erde anvertraut? Und wer hat den ganzen Erdkreis hingestellt? 14 Wenn er sein Herz [nur] auf sich selbst richtete, seinen Geist und seinen Atem zu sich zurückzöge, 15 so würde alles Fleisch insgesamt verscheiden, und der Mensch zum Staub zurückkehren. 16 Und wenn du einsichtig bist, höre dies, schenke der Stimme meiner Worte Gehör! 17 Kann denn einer, der das Recht hasst, die Zügel führen? Oder willst du den Gerechten, den Gewaltigen für schuldig erklären, ihn, 18 der zu einem König sagt `du Ruchloser', und `du Gottloser' zu den Edlen? 19 Der für die Obersten nicht Partei ergreift und den Vornehmen nicht vor dem Geringen berücksichtigt? Denn das Werk seiner Hände sind sie alle. 20 In einem Augenblick sterben sie und mitten in der Nacht. Ein Volk wird in Aufruhr versetzt, und sie vergehen. Und er beseitigt den Gewalthaber ohne menschliches Zutun. 21 Denn seine Augen [wachen] über den Wegen des Menschen, und all seine Schritte sieht er. 22 Da ist keine Dunkelheit und keine Finsternis, worin sich die Übeltäter verbergen könnten. 23 Denn er setzt dem Menschen keine Frist fest, zu Gott vor Gericht zu kommen. 24 Er zerschmettert Gewaltige ohne Untersuchung und setzt andere an ihre Stelle. 25 Daher achtet er auf ihre Taten und stürzt sie um über Nacht, dass sie zermalmt daliegen. 26 Wie Gottlose schlägt er sie da, wo alle es sehen, 27 deshalb, weil sie von seiner Nachfolge abgewichen sind und all seine Wege nicht bedacht haben, 28 so dass sie das Hilfegeschrei des Geringen zu ihm hinaufdringen liessen und er das Hilfegeschrei der Elenden hörte. 29 Verhält er sich ruhig, wer darf ihn für schuldig erklären? Verbirgt er das Angesicht, wer kann ihn wahrnehmen? Sowohl über einer [ganzen] Nation als auch zugleich über dem einzelnen [wacht er], 30 damit nicht ruchlose Menschen Könige seien, dem Volk zu Fallstricken. 31 Soll Gott dir etwa sagen: Ich habe mich geirrt, [doch] ich will nicht [mehr] böse handeln; 32 was ich nicht sehe, lehre du mich; wenn ich Unrecht verübt habe, will ich es nicht wieder tun? - 33 Soll nach deinem Sinn er es vergelten, da du [sein Urteil] ja verwirfst? So musst du ja wählen, und nicht ich. Was du erkannt hast, sprich aus! 34 Männer mit Verstand werden zu mir sagen und ein weiser Mann, der mir zuhört: 35 Hiob redet nicht mit Erkenntnis, und seine Worte sind ohne Einsicht. 36 Wohlan, Hiob werde fort und fort geprüft wegen seiner Einwände nach [der Art von] Männern des Unheils! 37 Denn er fügt seiner Sünde Treubruch hinzu, in unserer Gegenwart klatscht er [sich Beifall] und macht seine Worte gegen Gott zahlreich.
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