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Nächste Andacht: Ein ständig sich ablösendes Heer kämpft gegen mich Vorige Andacht: Gutes und Böses von Gott annehmen Andachtarchiv Chronologische Bibellese Datum: Samstag, 05.01.2008 Bibelstelle: Hiob 6-9 Autor: Hellmut Hentschel (Hoffnung@msoe.org) Organisation: Hoffnung für die Zukunft (http://www.msoe.org) Thema: Schiedsrichter gesucht! Die dramatische Geschichte Hiobs geht weiter. Kann überhaupt ein Mensch vor Gott gerecht sein? In dieser Frage schwingt bereits ein Nein als Antwort. Doch sollte es am Ende so sein, dass sich gute Werke bei Gott nicht rentieren? Hiob ruft verzweifelt in Vers 9,33 aus: Ach, gäbe es doch nur einen Schiedsmann zwischen Gott uns mir! Was Hiob nicht wissen konnte: Diesen Schiedsmann gibt es! In Hbr. 2,17.18 erfahren wir von Dem, Der allen Seinen Brüdern gleich werden mußte, damit ER barmherzig und ein treuer Hoherpriester vor Gott werden kann um die Sünden des Volkes zu sühnen. Warum eigentlich? Weil Jesus Christus in den Dingen, in denen ER selbst gelitten hatte, als ER versucht worden war, denen helfen kann, die selbst versucht werden. Der HERR Jesus Christus stellt Sich uns Menschen gleich: Welch eine Gnade! Niemand kann mich also besser verstehen als Jesus Christus! Hiob 6 1 Und Hiob antwortete und sagte: 2 Würde man meinen Kummer doch wiegen, abwiegen und mein Verderben gleichzeitig auf die Waage legen! 3 Denn nun ist es schwerer als der Sand der Meere; darum sind meine Worte unbesonnen. 4 Denn die Pfeile des Allmächtigen sind in mir, mein Geist trinkt ihr Gift; die Schrecken Gottes greifen mich an. 5 Schreit ein Wildesel beim frischen Gras, oder brüllt ein Stier bei seinem Futter? 6 Wird Fades ohne Salz gegessen? Oder ist Geschmack in dem Schleim um den Dotter? 7 Meine Seele weigert sich, es anzurühren, sie ekelt sich vor der Krankheit meines Brotes. 8 O dass sich doch meine Bitte erfüllte und Gott mein Verlangen gewährte! 9 Dass Gott sich dazu entschlösse, mich zu zertreten, dass er seine Hand abzöge und mich vernichtete! 10 So wäre noch mein Trost, und ich würde jubeln in schonungsloser Qual, dass ich die Worte des Heiligen nicht verleugnet habe. 11 Was ist meine Kraft, dass ich warten, und was ist mein Ende, dass ich mich gedulden sollte? 12 Ist [denn] meine Kraft die Kraft von Steinen, oder ist mein Fleisch aus Bronze? 13 Ist es nicht so, dass keine [eigene] Hilfe in mir ist und [jedes] Gelingen aus mir vertrieben ist? 14 Wer seinem Freund die Treue versagt, der verlässt die Furcht des Allmächtigen. 15 Meine Brüder haben treulos gehandelt wie ein Wildbach, wie das Bett der Wildbäche, die vergehen. 16 Sie sind trübe von Eis, der Schnee verläuft sich in sie. 17 Zur Zeit, wenn sie wasserarm werden, versiegen sie. Wenn es heiss wird, sind sie von ihrer Stelle weggetrocknet. 18 Es werden Karawanen abgelenkt von ihrem Weg, ziehen hinauf in die Öde und kommen um. 19 Die Karawanen von Tema hielten Ausschau, die Handelszüge von Saba hofften auf sie. 20 Sie wurden beschämt, weil sie [auf sie] vertraut hatten, sie kamen hin und wurden zuschanden. 21 So seid ihr jetzt für mich geworden. Ihr seht Schreckliches und fürchtet euch. 22 Habe ich etwa gesagt: Gebt mir und macht mir ein Geschenk von eurem Vermögen 23 und befreit mich aus der Hand des Bedrängers und erlöst mich aus der Hand der Gewalttätigen? 24 Belehrt mich, so will ich schweigen! Und macht mir klar, worin ich geirrt habe! 25 Wie könnten aufrichtige Worte kränkend sein! Aber was weist die Zurechtweisung von euch [schon] zurecht? 26 Gedenkt ihr Worte zurechtzuweisen? Für den Wind sind ja die Reden eines Verzweifelnden! 27 Sogar eine Waise würdet ihr verlosen, und um euren Freund würdet ihr feilschen. 28 Und nun, entschliesst euch! Wendet euch zu mir! Ich werde euch doch nicht ins Angesicht lügen. 29 Kehrt doch um, damit kein Unrecht geschieht! Ja, kehrt um, noch bin ich hier im Recht! 30 Ist etwa Unrecht auf meiner Zunge? Oder sollte mein Gaumen Verderben nicht spüren? Hiob 7 1 Hat der Mensch nicht einen harten Dienst auf Erden, und sind seine Tage nicht wie die Tage eines Tagelöhners? 2 Wie ein Knecht, der sich nach Schatten sehnt, und wie ein Tagelöhner, der auf seinen Lohn wartet, 3 so habe ich gehaltlose Monate erhalten, und Nächte voll Unheil wurden mir zugeteilt. 4 Wenn ich mich niederlegte, so sagte ich: Wann kann ich aufstehen? - Und der Abend zieht sich hin, und ich bin gesättigt mit Unrast bis zur Morgendämmerung. 5 Mein Fleisch ist bekleidet mit Maden und Schorf, meine Haut [ist kaum] verharscht und eitert [schon wieder]. 6 Meine Tage gleiten schneller dahin als ein Weberschiffchen und schwinden ohne Hoffnung. 7 Bedenke, dass mein Leben ein Hauch ist! Mein Auge wird kein Glück mehr sehen. 8 Das Auge dessen, der mich sehen will, wird mich nicht [mehr] gewahren. [Richtest du] deine Augen auf mich, so bin ich nicht [mehr]. 9 Die Wolke schwindet und vergeht; so steigt, wer in den Scheol hinabfährt, nicht wieder herauf. 10 Zu seinem Haus kehrt er nicht mehr zurück, und seine Stätte weiss nichts mehr von ihm. 11 So will auch ich meinen Mund nicht zurückhalten, will reden in der Bedrängnis meines Geistes, will klagen in der Verbitterung meiner Seele. 12 Bin ich das Meer oder ein Seeungeheuer, dass du eine Wache gegen mich aufstellst? 13 Wenn ich sagte: Mein Bett soll mich trösten, mein Lager wird meinen Kummer tragen helfen! - 14 so entmutigst du mich mit Träumen, und durch Gesichte schreckst du mich auf, 15 so dass meine Seele Erstickung vorzieht, den Tod [lieber hat] als meine Gebeine. 16 Ich mag nicht mehr - nicht ewig will ich leben! Lass ab von mir! Meine Tage sind nur noch ein Hauch. 17 Was ist der Mensch, dass du ihn gross achtest und dass du dein Herz auf ihn richtest 18 und ihn alle Morgen heimsuchst, ihn alle Augenblicke prüfst? 19 Wie lange [noch] willst du nicht von mir wegblicken, nicht [einmal solange] von mir ablassen, bis ich meinen Speichel heruntergeschluckt habe? 20 Habe ich gesündigt? Was tat ich dir an, du Wächter der Menschen? Warum hast du mich dir zur Zielscheibe gesetzt, und [warum] werde ich mir zur Last? 21 Warum vergibst du [mir] nicht mein Verbrechen und lässt meine Schuld [nicht] vorübergehen? Denn nun werde ich mich in den Staub legen, und suchst du nach mir, so bin ich nicht mehr. Hiob 8 1 Und Bildad von Schuach antwortete und sagte: 2 Wie lange willst du noch so [etwas] künden, und [wie lange] sollen die Worte deines Mundes heftiger Wind sein? 3 Wird Gott [etwa] das Recht beugen, oder wird der Allmächtige die Gerechtigkeit beugen? 4 Haben deine Söhne gegen ihn gesündigt, so lieferte er sie ihrer Übertretung aus. 5 Wenn du Gott eifrig suchst und zum Allmächtigen um Gnade flehst, 6 wenn du lauter und aufrichtig bist, ja, dann wird er deinetwegen aufwachen und die Wohnung deiner Gerechtigkeit wiederherstellen. 7 Und dein Anfang wird gering [erscheinen], aber dein Ende wird er sehr gross machen. 8 Denn befrage doch die vorige Generation und habe acht auf das, was ihre Väter erforscht haben! - 9 Denn wir sind von gestern und erkennen nichts, denn ein Schatten sind unsere Tage auf der Erde. - 10 Werden diese dich nicht belehren, es dir sagen und Worte aus ihrem Herzen hervorbringen? 11 Schiesst Schilfrohr auf, wo kein Sumpf ist? Wächst Riedgras empor ohne Wasser? 12 Noch treibt es Knospen, noch ist es nicht zum Schneiden reif, da verdorrt es [schon] vor allem anderen Gras. 13 So sind die Pfade aller, die Gott vergessen; und des Ruchlosen Hoffnung geht zugrunde. 14 Seine Zuversicht ist ein dünner Faden, und ein Spinngewebe ist das, worauf er vertraut. 15 Er stützt sich auf sein Haus, aber es hält nicht stand; er hält sich daran fest, aber es bleibt nicht stehen. 16 Voll Saft steht er in der Sonne, und seine Triebe ranken sich durch seinen Garten, 17 über Steinhaufen schlingen sich seine Wurzeln, zwischen Steinen lebt er. 18 Reisst man ihn aus von seiner Stelle, so verleugnet sie ihn: Ich habe dich nie gesehen! 19 Siehe, das ist die Freude seines Weges; und aus dem Staub sprosst ein anderer hervor . 20 Siehe, Gott wird den Rechtschaffenen nicht verwerfen und die Übeltäter nicht an die Hand nehmen. 21 Während er deinen Mund mit Lachen füllen wird und deine Lippen mit Jubel, 22 werden die, die dich hassen, mit Schande bekleidet werden, und das Zelt der Gottlosen wird nicht mehr sein. Hiob 9 1 Und Hiob antwortete und sagte: 2 Wahrlich, ich habe erkannt, dass es so ist. Und wie könnte ein Mensch vor Gott gerecht sein? 3 Wenn er Lust hat, mit ihm in einen Rechtsstreit zu treten, so könnte er ihm auf tausend nicht eins antworten. 4 Der weise ist von Herzen und stark an Kraft - wer trotzte ihm und blieb unversehrt? - 5 der Berge versetzt, ohne dass sie es erkennen, indem er sie umstürzt in seinem Zorn; 6 der aufstört die Erde von ihrer Stätte, dass ihre Säulen erzittern; 7 der zur Sonne spricht, und sie geht nicht auf, und die Sterne versiegelt er; 8 der die Himmel ausspannt, er allein, und schreitet auf den Wogen des Meeres; 9 der den Grossen Bären gemacht hat, den Orion und das Siebengestirn und die Kammern des Südens; 10 der so grosse Dinge tut, dass sie nicht zu erforschen, und Wundertaten, dass sie nicht zu zählen sind. 11 Siehe, er geht an mir vorüber, und ich sehe ihn nicht; und er zieht vorbei, und ich bemerke ihn nicht. 12 Siehe, er rafft dahin, und wer will ihm wehren? Wer kann zu ihm sagen: Was tust du? 13 Gott wendet seinen Zorn nicht ab, unter ihn beugten sich die Helfer Rahabs. 14 Wieviel weniger könnte ich ihm antworten, meine Worte ihm gegenüber wählen! 15 Ihm könnte ich, [auch] wenn ich im Recht wäre, nicht antworten - zu meinem Richter würde ich um Gnade flehen. 16 Wenn ich riefe und er mir antwortete, nicht würde ich glauben, dass er auf meine Stimme hörte. 17 Er, der nach mir greift im Unwetter und meine Wunden grundlos vermehrt, 18 er erlaubt mir nicht, Atem zu holen, sondern sättigt mich mit Bitterkeiten. 19 Wenn es auf Kraft des Starken ankommt, [so sagt er]: Siehe hier! - und wenn auf Recht: Wer will mich vorladen? 20 Wenn ich auch im Recht wäre, mein Mund würde mich verurteilen; wäre ich [auch] rechtschaffen, er würde mich schuldig sprechen. 21 Rechtschaffen bin ich! Ich kümmere mich nicht um meine Seele, ich verachte mein Leben, 22 es ist eins! Darum sage ich: Den Rechtschaffenen wie den Gottlosen vernichtet er. 23 Wenn die Geissel plötzlich tötet, so spottet er über die Verzweiflung Unschuldiger. 24 Die Erde ist in die Hand des Gottlosen gegeben, das Angesicht ihrer Richter verhüllt er. Wenn er es nicht ist, wer sonst? 25 Und meine Tage sind schneller dahin geeilt als ein Läufer, sie sind entflohen, haben nichts Gutes gesehen. 26 Sie sind vorübergezogen wie Rohrschiffe, wie ein Adler, der auf Beute herabstösst. 27 Wenn ich denke: Ich will meinen Kummer vergessen, will ein anderes Gesicht machen und fröhlich blicken, 28 so bangt mir vor allen meinen Schmerzen. Ich habe erkannt, dass du mich nicht ungestraft lässt. 29 Ich muss ja schuldig sein! Wozu soll ich mich denn für nichts abmühen? 30 Wenn ich mich [auch] mit Schneewasser wüsche und meine Hände mit Lauge reinigte, 31 dann würdest du mich in die Grube tauchen, dass sich meine eigenen Kleider vor mir ekelten. 32 Denn er ist nicht ein Mann wie ich, dass ich ihm antworten, dass wir zusammen vor Gericht gehen könnten. 33 Es gibt zwischen uns keinen Schiedsmann, dass er seine Hand auf uns beide legen könnte. 34 Er nehme seine Rute von mir weg, und sein Schrecken ängstige mich nicht mehr, 35 so will ich reden und ihn nicht fürchten, denn so [steht es jetzt] bei mir nicht.
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