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Nächste Andacht: Der Mensch, von der Frau geboren, lebt kurze Zeit und ist mit Unruhe gesättigt Vorige Andacht: Schiedsrichter gesucht! Andachtarchiv Chronologische Bibellese Datum: Sonntag, 06.01.2008 Bibelstelle: Hiob 10-13 Autor: Hellmut Hentschel (Hoffnung@msoe.org) Organisation: Hoffnung für die Zukunft (http://www.msoe.org) Thema: Ein ständig sich ablösendes Heer kämpft gegen mich Willkommen bei unserer chronologischen Jahresbiblellese. Zugegeben: Die ganz leicht verständlichen Bücher scheinen nicht gerade am Anfang dieses Programms zu stehen. Hiob stellt und stellte eine besondere Herausforderung für jeden Leser in jedem Zeitalter dar. Der Heidelberger Theologieprofessor Westermann sagte einmal über dieses Buch in einem Vortrag: "Es geht beim Hiobbuch nicht, dass wir wie gewohnt einen Text heraus nehmen und uns darüber Gedanken machen." Und auch Hans Brandenburg, der Herausgeber des wunderbaren Kommentars zum Alten Testament, gab in seinem Vorwort zum Buch Hiob zu, dass dieses Buch nicht im billigen Sinne erbaulich sei. In den nächsten Kapiteln wird der fromme Hiob mit seinen religiösen Freunden diskutieren, die wie selbstverständlich davon ausgehen, dass alle Menschen im irdischen Leben so behandelt werden, wie sie es auch verdient haben. Obwohl dies natürlich - biblisch gesehen - absolut nicht stimmt, bringen die Redenden viele Gedanken hervor, denen wir - so formulierte es der grosse Theologe Calvin - viele gute nützliche Lehren entnehmen können. Calvin wagte zu dem jetzt Folgenden auch den Satz: "Hiob hat eine gute Sache, aber er führt sie schlecht; seine Gegner dagegen haben eine schlechte Sache, aber sie führen sie sehr gut." Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann wünsche ich Ihnen jetzt Gottes Segen beim Lesen der nächsten vier Kapitel. Vergessen Sie nicht, Gott vorher im Gebet zu bitten, dass ER Ihnen durch Seinen Heiligen Geist die Erkenntnisse schenkt, die Sie für den heutigen Tag brauchen. Hiob 10 1 Es ekelt mich vor meinem Leben. Ich will meinen Kummer von mir lassen, will reden in der Bitterkeit meiner Seele. 2 Ich sage zu Gott: Verdamme mich nicht! Lass mich wissen, warum du mich vor Gericht ziehst! 3 Ist das gut für dich, dass du Unterdrückung übst, dass du die Arbeit deiner Hände verwirfst und [dein Licht] über dem Rat der Gottlosen leuchten lässt? 4 Hast du Menschenaugen, oder siehst du, wie ein Mensch sieht? 5 Sind deine Tage wie die Tage eines Menschen oder deine Jahre wie die Tage eines Mannes, 6 dass du nach meiner Schuld suchst und nach meiner Sünde forschst, 7 obwohl du weisst, dass ich nicht schuldig bin, und niemand da ist, der aus deiner Hand retten kann? 8 Deine Hände haben mich ganz gebildet und gestaltet um und um, und [nun] verschlingst du mich! 9 Bedenke doch, dass du mich wie Ton gestaltet hast! Und [jetzt] willst du mich zum Staub zurückkehren lassen! 10 Hast du mich nicht hingegossen wie Milch und wie Käse mich gerinnen lassen? 11 Mit Haut und Fleisch hast du mich bekleidet und mit Knochen und Sehnen mich durchflochten. 12 Leben und Gnade hast du mir gewährt, und deine Obhut bewahrte meinen Geist. 13 Doch dies verbargst du in deinem Herzen, ich habe erkannt, dass du dies im Sinn hattest: 14 Wenn ich sündigte, so würdest du mich beobachten und mich nicht von meiner Schuld freisprechen. 15 Wenn ich schuldig wäre - wehe mir! Und wäre ich im Recht, dürfte ich mein Haupt [doch] nicht erheben, gesättigt mit Schande und getränkt mit Elend. 16 Und richtete es sich auf, wie ein Löwe würdest du mich jagen und dich wieder als wunderbar an mir erweisen. 17 Du würdest neue Zeugen gegen mich aufstellen und deinen Zorn über mich vergrössern. Ein ständig sich ablösendes Heer [kämpft] gegen mich. 18 Warum hast du mich aus dem Mutterleib hervorgezogen? Wäre ich doch umgekommen, so hätte mich kein Auge gesehen! 19 Als wenn ich nie gewesen, so wäre ich [dann]; vom Mutterschoss wäre ich zu Grabe geleitet worden! 20 Sind meine Tage nicht [nur noch] wenige? Er lasse [doch] ab, wende sich von mir, dass ich ein wenig fröhlich werde, 21 ehe ich hingehe - und nicht wiederkomme - in das Land der Finsternis und des Todesschattens, 22 in das Land, schwarz wie die Dunkelheit, [das Land] der Finsternis - [da ist] keine Ordnung -, und [selbst] das Hellwerden ist [dort] wie Dunkelheit! Hiob 11 1 Und Zofar von Naama antwortete und sagte: 2 Soll der Wortschwall nicht beantwortet werden, oder soll ein Schwätzer recht behalten? 3 Soll dein Gerede Männer zum Schweigen bringen, dass du spotten kannst und niemand [dich] beschämt? 4 Und du sagtest: Meine Lehre ist lauter, und ich war rein in deinen Augen! 5 Aber - möge Gott doch reden und seine Lippen gegen dich auftun 6 und dir die Geheimnisse der Weisheit mitteilen, dass sie wie Wunder sind für [menschliche] Klugheit! Und erkenne [doch], dass Gott dir [viel] von deiner Schuld übersieht! 7 Kannst du die Tiefen Gottes erreichen oder die Vollkommenheit des Allmächtigen ergründen? 8 Himmelhoch [sind sie] - was kannst du tun? - tiefer als der Scheol - was kannst du erkennen? 9 Länger als die Erde ist ihr Mass und breiter als das Meer. 10 Wenn er vorüberzieht und festnimmt und [zum Gericht] versammelt, wer will ihm dann wehren? 11 Denn er erkennt die nichtswürdigen Männer und er sieht Böses, ohne dass er [darauf] achten muss. 12 Kann ein Hohlkopf Verstand gewinnen und ein Eselhengst als Mensch geboren werden? 13 Wenn du dein Herz fest ausrichtest und deine Hände zu ihm ausbreitest - 14 wenn Böses in deiner Hand ist, so entferne es und lass in deinen Zelten kein Unrecht wohnen! - 15 ja, dann wirst du dein Gesicht erheben ohne Makel und wirst unerschütterlich sein und dich nicht fürchten. 16 Denn du wirst die Mühsal vergessen, wirst [an sie] denken wie an vorbeigeflossenes Wasser, 17 und heller als der Mittag wird [dein] Leben aufgehen; mag es finster sein - wie der Morgen wird es werden. 18 Und du wirst Vertrauen fassen, weil es Hoffnung gibt; und du wirst Ausschau halten, in Sicherheit dich niederlegen. 19 Und du liegst da, und niemand wird dich aufschrecken, und viele werden deine Gunst suchen. 20 Aber die Augen der Gottlosen werden versagen. Und [jede] Zuflucht geht ihnen verloren, und ihre Hoffnung ist, die Seele auszuhauchen. Hiob 12 1 Und Hiob antwortete und sagte: 2 Wirklich, ihr seid [die rechten] Leute, und mit euch wird die Weisheit aussterben! 3 Auch ich habe Verstand wie ihr, ich stehe nicht hinter euch zurück; und wer wüsste dies nicht? 4 Zum Gespött für seine Gefährten wird der, der zu Gott rief - und der antwortete ihm - der Gerechte, Rechtschaffene [wird] zum Gespött! 5 Dem Unglück gebührt Verachtung, meint der Sichere, ein Stoss denen, deren Fuss wankt! 6 Die Zelte der Verwüster haben Ruhe, und Sicherheit gibt es für die, die Gott reizen, für den, der Gott in seiner Hand führt. 7 Aber frage doch das Vieh, und es wird es dich lehren, oder die Vögel des Himmels, und sie werden es dir mitteilen, 8 oder rede zu der Erde, und sie wird es dich lehren, und die Fische des Meeres werden es dir erzählen! 9 Wer erkennt nicht an all diesem, dass die Hand des HERRN dies gemacht hat? 10 In seiner Hand ist die Seele alles Lebendigen und der Lebensatem alles menschlichen Fleisches. 11 Soll das Ohr nicht die Worte prüfen, [wie] der Gaumen für sich die Speise kostet? 12 Bei Greisen ist Weisheit, und Einsicht bei hohem Alter. 13 Bei ihm ist Weisheit und Macht, sein ist Rat und Einsicht. 14 Siehe, er reisst nieder, und es wird nicht wieder gebaut; er schliesst über jemandem zu, und es wird nicht wieder geöffnet. 15 Siehe, er hemmt die Wasser, und sie trocknen aus; er lässt sie los, und sie kehren das Land um. 16 Bei ihm ist Kraft und Erfolg; sein ist, wer irrt und wer irreführt. 17 Er führt Ratgeber beraubt weg, und Richter macht er zu Narren. 18 Fesseln von Königen löst er auf und schlingt einen Gurt um ihre Hüften. 19 Er führt Priester beraubt weg, und alte Geschlechter bringt er zu Fall. 20 Bewährten [Sprechern] entzieht er die Sprache, und Alten nimmt er die Urteilskraft. 21 Verachtung schüttet er auf Edle, und den Gürtel der Starken lockert er. 22 Er enthüllt Geheimnisvolles aus dem Dunkel, und Finsternis zieht er ans Licht. 23 Er macht Völker gross und vernichtet sie; er breitet Völker aus, und er leitet sie. 24 Den Häuptern des Volkes im Land nimmt er den Mut, und in wegloser Einöde lässt er sie umherirren. 25 Sie tappen in der Finsternis, wo kein Licht ist, und er lässt sie umherirren wie einen Betrunkenen. Hiob 13 1 Siehe, das alles hat mein Auge gesehen, mein Ohr gehört und sich gemerkt. 2 Soviel ihr erkannt habt, habe ich auch erkannt, ich stehe nicht hinter euch zurück. 3 Doch ich will zum Allmächtigen reden, und vor Gott will ich mich verteidigen. 4 Ihr dagegen seid Lügendichter, Kurpfuscher, ihr alle! 5 Hieltet ihr euch doch still! Das würde euch zur Weisheit gereichen. 6 Hört doch meine Entgegnung und achtet auf die Streitreden meiner Lippen! 7 Wollt ihr für Gott Verkehrtes vorbringen und für ihn Falsches vortragen? 8 Wollt ihr seine Partei ergreifen, oder wollt ihr für Gott den Rechtsstreit führen? 9 Wird es gut für euch sein, wenn er euch erforscht? Oder wollt ihr ihn täuschen, wie man einen Menschen täuscht? 10 Hart zurechtweisen wird er euch, wenn ihr insgeheim die Person anseht. 11 Wird seine Hoheit euch nicht aufschrecken und sein Schrecken nicht auf euch fallen? 12 Was ihr vorbringt, sind Sprüche von Asche, eure Bollwerke erweisen sich als Bollwerke aus Lehm. 13 Schweigt still vor mir, und ich will reden, was auch über mich ergehen möge! 14 Warum sollte ich mein Fleisch zwischen meine Zähne nehmen und mein Leben in meine Hand legen? 15 Siehe, er wird mich töten, ich will auf ihn warten, nur will ich meine Wege ihm ins Angesicht rechtfertigen. 16 Schon das wird mir zur Rettung sein, denn kein Ruchloser darf vor sein Angesicht kommen. 17 Hört, hört meine Rede, und meine Darlegung dringe in eure Ohren! 18 Siehe doch, ich habe den Rechtsfall vorgebracht, ich habe erkannt, dass ich recht behalten werde. 19 Wer ist der, der mit mir den Rechtsstreit führen könnte? Denn dann wollte ich schweigen und verscheiden. 20 Nur zweierlei tue nicht mit mir, dann werde ich mich nicht vor deinem Angesicht verbergen! 21 Entferne deine Hand von mir, und dein Schrecken soll mich nicht ängstigen! 22 Dann rufe, und ich will antworten, oder ich will reden, und du erwidere mir! 23 Wie viele Sünden und Vergehen habe ich? Lass mich mein Verbrechen und mein Vergehen wissen! 24 Warum verbirgst du dein Angesicht und hältst mich für deinen Feind? 25 Willst du ein verwehtes Blatt erschrecken und einem dürren Halm nachjagen? 26 Denn Bitteres verhängst du über mich, und die Sünden meiner Jugend lässt du mich entgelten. 27 Und meine Füsse legst du in den Block und beobachtest all meine Pfade, zeichnest dir die Sohlen meiner Füsse auf, 28 da ich doch wie Moder zerfalle, wie ein Kleid, das die Motte zerfressen hat.
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