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Nächste Andacht: Ich weiss, dass mein Erlöser lebt Vorige Andacht: Ein ständig sich ablösendes Heer kämpft gegen mich Andachtarchiv Chronologische Bibellese Datum: Montag, 07.01.2008 Bibelstelle: Hiob 14-16 Autor: Hellmut Hentschel (Hoffnung@msoe.org) Organisation: Hoffnung für die Zukunft (http://www.msoe.org) Thema: Der Mensch, von der Frau geboren, lebt kurze Zeit und ist mit Unruhe gesättigt Willkommen bei unserer chronologischen Bibellese. Hiob ist kein "einfaches" Buch. Wenn wir aber genauer hinschauen, sehen wir gerade heute, wie an manchen Stellen sogar eine neutestamentliche Hoffnung aufblitzt. Hiob war ein Mensch, der Gott kannte, aber dennoch von Zweifeln geplagt war. Kann ein Verstorbener wieder leben? Vom Menschen her besteht die Möglichkeit nicht - aber ... ist Gott nicht allmächtig? Die lebendige Hoffnung des Christen beruht auf der geschichtlichen Tatsache der Auferstehung Jesu. Woher konnte Hiob seine Hoffnung schöpfen? Nun, Hiob hatte sich bereits in Kapitel 10 darauf berufen, dass er ein Geschöpf Gottes sei, an dem dieser doch ein persönliches Interesse haben müsse. Nach solch einer Gemeinschaft sehnt sich Hiob. Würde er doch nur "abgelöst" werden aus seinem Leben voller Leiden zu einer neuen Form der Existenz! Nicht wie ein Inquisitor würde Gott auf ihn achthaben, sondern als treuer Wächter, nicht mehr dazu, seine Fehltritte festzustellen, sondern um ihn zu bewahren. Brandenburg schreibt in seinem Kommentar: "Auch Hiob muss den Karfreitag bis zur Gottverlassenheit durchkosten, ehe er eine Lebenshoffnung empfangen kann." Hier nun unser heutiger Text: Hiob 14 1 Der Mensch, von der Frau geboren, lebt kurze Zeit und ist mit Unruhe gesättigt. 2 Wie eine Blume kommt er hervor und verwelkt; und wie der Schatten flieht er und kann nicht bestehen. 3 Doch über einen solchen hast du deine Augen geöffnet, und mich führst du ins Gericht mit dir! 4 Wie könnte ein Reiner vom Unreinen [kommen]? Nicht ein einziger! 5 Wenn seine [Lebens]tage festgesetzt sind, die Zahl seiner Monate bei dir [feststeht], wenn du [ihm] sein Ziel gesetzt hast, dass er es nicht überschreiten kann, 6 so blicke weg von ihm, so dass er Ruhe hat, damit er wie ein Tagelöhner seinen Tag geniessen kann! 7 Denn für den Baum gibt es Hoffnung. Wird er abgehauen, so schlägt er wieder aus, und seine Triebe bleiben nicht aus. 8 Wenn seine Wurzel [auch] in der Erde altert und sein Stumpf im Staub abstirbt - 9 vom Duft des Wassers sprosst er wieder und treibt Zweige wie ein Pflänzling. 10 Ein Mann aber stirbt und liegt da; und ein Mensch verscheidet, und wo ist er [dann]? 11 Die Wasser verrinnen aus dem Meer, und der Fluss trocknet aus und versiegt; 12 so legt der Mensch sich hin und steht nicht wieder auf. Bis der Himmel nicht mehr ist, erwacht er nicht und wird nicht aufgeweckt aus seinem Schlaf. 13 Dass du mich doch im Scheol verstecktest, mich verbärgest, bis dein Zorn sich abwendete, mir ein Ziel setztest und dann meiner gedächtest! 14 - Wenn ein Mann stirbt, wird er etwa wieder leben? - Alle Tage meines Dienstes wollte ich harren, bis meine Ablösung käme! 15 Du würdest rufen, und ich würde dir antworten, nach dem Werk deiner Hände würdest du dich sehnen. 16 Denn dann würdest du [zwar] meine Schritte zählen, aber gäbest nicht acht auf meine Sünde! 17 Mein Verbrechen wäre versiegelt in einem Bündel, und du würdest meine Schuld zudecken. 18 Und doch, ein Berg stürzt ein, zerfällt, und ein Fels rückt fort von seiner Stelle. 19 Wasser zerreibt Steine, seine Fluten schwemmen den Staub der Erde hinweg. So machst du die Hoffnung des Menschen zunichte. 20 Du überwältigst ihn für immer, und er geht dahin; sein Gesicht entstellst du und schickst ihn fort. 21 Kommen seine Kinder zu Ehren, er weiss es nicht, und werden sie gering, er achtet nicht auf sie. 22 Sein Fleisch fühlt nur noch für sich selber Schmerz, und seine Seele trauert nur um sich. Hiob 15 1 Und Elifas von Teman antwortete und sagte: 2 Wird [etwa] ein Weiser windige Erkenntnis zur Antwort geben, oder wird er sein Inneres mit Ostwind füllen? 3 Wird er mit nutzlosen Worten streiten oder mit Reden, mit denen er nicht hilft? 4 Ja, du zerstörst die Gottesfurcht und beschneidest die Andacht vor Gott. 5 Denn deine Schuld belehrt deinen Mund, und du wählst die Sprache der Listigen. 6 Dein Mund verdammt dich und nicht ich; und deine Lippen sagen gegen dich aus. 7 Bist du als Erster der Menschen geboren, oder bist du vor den Hügeln hervorgebracht worden? 8 Hörst du im Rat Gottes zu, und reisst du die Weisheit an dich? 9 Was hast du erkannt, das wir nicht erkannt hätten? Was verstehst du, das uns nicht bekannt wäre? 10 Unter uns sind auch Alte, auch Greise, reicher an Tagen als dein Vater. 11 Sind dir die Tröstungen Gottes zu wenig oder ein Wort, das sanft mit dir [verfuhr]? 12 Was reisst dein Herz dich hin, und was rollen deine Augen, 13 dass du dein Schnauben gegen Gott kehrst und [solche] Reden aus deinem Mund hast hervorgehen lassen? 14 Was ist der Mensch, dass er rein dastehen könnte, und der von einer Frau Geborene, dass er gerecht wäre? 15 Siehe, [selbst] auf seine Heiligen vertraut er nicht, und die Himmel sind nicht rein in seinen Augen, 16 wieviel weniger der Abscheuliche und Verdorbene, der Mann, der Unrecht trinkt wie Wasser! 17 Ich will dir verkünden, höre mir zu! Und was ich geschaut habe, will ich erzählen, 18 was die Weisen mitgeteilt und nicht verhehlt haben von ihren Vätern her - 19 ihnen allein war das Land gegeben, und kein Fremder zog in ihrer Mitte umher -: 20 All seine Tage quält sich der Gottlose in Angst, und eine [kleine] Zahl von Jahren ist dem Gewalttätigen aufbewahrt. 21 Der Ton des Schreckens [gellt] in seinen Ohren, im Frieden kommt der Verwüster über ihn. 22 Er glaubt nicht daran, aus der Finsternis zurückkehren zu können, und er ist ausersehen für das Schwert. 23 Er irrt umher nach Brot - wo [ist es]? Er hat erkannt, dass sich neben ihm [schon] ein finsterer Tag bereit hält. 24 Not und Bedrängnis schrecken ihn, sie überwältigen ihn wie ein König, der zum Sturm bereit ist. 25 Denn er hat seine Hand gegen Gott ausgestreckt, und dem Allmächtigen gegenüber hat er sich überheblich gebärdet. 26 Mit [hartem] Nacken rannte er gegen ihn an, mit der Dicke seiner Schildbuckel. 27 Denn er hat sein Gesicht bedeckt mit seinem Fett und Speck an der Lende angesetzt, 28 und er bewohnte zerstörte Städte, Häuser, in denen man nicht wohnen soll, die zu Steinhaufen bestimmt waren. 29 Er wird nicht reich, und sein Vermögen hat keinen Bestand; und nicht neigt sich zur Erde seine Ähre. 30 Er entweicht der Finsternis nicht; seine Triebe dörrt die Flamme aus, und er muss weichen beim Hauch seines Mundes. 31 Er verlasse sich nicht auf Nichtiges, er wird irregeführt; denn Nichtiges wird sein Eintausch dafür sein. 32 Wenn sein Tag noch nicht da ist, so erfüllt es sich [schon]; und sein Spross wird nicht grün. 33 Wie der Weinstock stösst er seine unreifen Trauben ab, und wie der Olivenbaum wirft er seine Blüte ab. 34 Denn die Schar des Ruchlosen ist unfruchtbar, und Feuer frisst die Zelte der Bestechung. 35 Sie sind schwanger mit Mühsal und gebären Unrecht, und ihr Inneres bereitet Verrat. Hiob 16 1 Und Hiob antwortete und sagte: 2 Ich habe so etwas [nun] viel gehört. Mühsame Tröster seid ihr alle! 3 Haben die windigen Worte [nun] ein Ende? Oder was reizt dich, dass du antwortest? 4 Auch ich könnte reden wie ihr. Wäret ihr doch an meiner Stelle! Dann könnte ich mit Worten gegen euch glänzen und meinen Kopf über euch schütteln. 5 Ich wollte euch stärken mit meinem Mund, und das Beileid meiner Lippen würde ich nicht zurückhalten. 6 Wenn ich rede, so wird mein Schmerz nicht gehemmt; und unterlasse ich es - was weicht [dann] von mir? 7 Ja, jetzt hat er mich müde gemacht. Du hast meine ganze Umgebung menschenleer gemacht. 8 Und du hast mich gepackt, das zeugt gegen mich. Und meine Abmagerung tritt als Zeuge gegen mich auf, mir ins Angesicht sagt sie aus. 9 Sein Zorn zerfleischte [mich] und feindete mich an, er knirschte mit seinen Zähnen gegen mich, als mein Feind schärft er seine Augen gegen mich. 10 Ihren Mund haben sie gegen mich aufgesperrt, mit Schmähung meine Backen geschlagen; gemeinsam rotten sie sich gegen mich zusammen. 11 Gott gibt mich dem Ungerechten preis, und in die Hände der Gottlosen stürzt er mich. 12 Ich war sorglos, da hat er mich aufgerüttelt, und er packte mich beim Nacken und zerschmetterte mich, und er stellte mich für sich als Zielscheibe auf. 13 Seine Geschosse umfliegen mich. Er spaltet meine Nieren und empfindet kein Mitleid, er schüttet meine Galle auf die Erde. 14 Bresche auf Bresche reisst er in mich. Er rennt gegen mich an wie ein Krieger. 15 Ich habe Sacktuch über meine Haut genäht und mein Horn in den Staub gesenkt. 16 Mein Gesicht glüht vom Weinen, und auf meinen Wimpern liegt Finsternis, 17 obwohl keine Gewalttat an meinen Händen [klebt] und mein Gebet lauter ist. 18 Erde, decke mein Blut nicht zu, und für meinen Klageschrei sei kein Ruheplatz da! 19 Auch jetzt [noch] - siehe, im Himmel ist mein Zeuge und mein Fürsprecher in der Höhe. 20 Meine Gefährten verspotten mich. Zu Gott blickt mein Auge mit Tränen auf, 21 dass er Recht schaffe für einen Mann gegen Gott und für einen Menschensohn gegen seine Gefährten. 22 Denn es kommen nur noch wenige Jahre, und ich werde einen Weg gehen, von dem ich nicht zurückkomme.
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