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Chronologische Bibellese

Datum: Dienstag, 08.01.2008
Bibelstelle: Hiob 17-20
Autor: Hellmut Hentschel (Hoffnung@msoe.org)
Organisation: Hoffnung für die Zukunft (http://www.msoe.org)
Thema: Ich weiss, dass mein Erlöser lebt



Wir sind am Höhepunkt des Hiob-Buches angelangt. Hiob schildert nochmals sachlich seine Lage und bittet seine Freunde um Erbarmen. Aber aus dieser Haltung heraus erhebt er sich zu erstaublicher Gewissheit der Hoffnung, wie wir sie nach seinem bisherigen Klagen und Anklagen nicht erwarten würden. Hiob spricht plötzlich nicht nur von der Gewissheit ewiger Hoffnung, sondern er bekennt sogar: "Ich weiss, dass mein Erlöser lebt". Selbst wenn dieser sich als Letzter auf der Erde zeigen sollte, Hiob hat die Gewissheit, dass dieser Löser lebt, der für ihn als Anwalt vor Gott eintreten wird. Die folgenden Kapitel lassen uns einen kleinen Ausblick ins Neue Testament schauen. Doch lesen Sie selbst:

Hiob 17
1 Mein Geist ist verstört, meine Tage sind ausgelöscht, Gräber sind für mich da.
2 Ist nicht um mich herum Gespött, und muss nicht mein Auge auf ihrer Widerspenstigkeit haften?
3 Setze doch [ein Pfand] ein, leiste bei dir selbst Bürgschaft für mich! Wer sonst wird in meine Hand einschlagen?
4 Denn ihr Herz hast du der Einsicht verschlossen; darum wirst du sie nicht erhöhen.
5 Den Gefährten erzählt man vom Beuteteilen, aber die Augen der eigenen Kinder verschmachten.
6 Und er hat mich hingestellt zum Spott der Leute, und zum Anspeien ins Gesicht bin ich [gut].
7 Und mein Auge ist trübe geworden vor Gram, und all meine Glieder sind wie ein Schatten.
8 Die Aufrichtigen werden sich darüber entsetzen, und der Schuldlose wird sich über den Ruchlosen aufregen.
9 Doch der Gerechte wird an seinem Weg festhalten, und der, dessen Hände rein sind, wird an Stärke zunehmen.
10 Aber ihr alle, kommt nur wieder her! Einen Weisen finde ich doch nicht unter euch.
11 Meine Tage sind vorüber, zerrissen sind meine Pläne, die Wünsche meines Herzens.
12 Die Nacht machen sie zum Tage, das Licht [soll mir] näher [sein] als die Finsternis.
13 Nichts hoffe ich mehr! Der Scheol ist mein Haus, in der Finsternis habe ich mein Lager ausgebreitet.
14 Zum Grab sage ich: Du bist mein Vater! Zur Made: Meine Mutter und meine Schwester!
15 Wo ist denn nun meine Hoffnung? Ja, meine Hoffnung, wer wird sie schauen?
16 Sie fährt mit mir hinab zum Scheol, wenn wir miteinander in den Staub sinken.

Hiob 18
1 Und Bildad von Schuach antwortete und sagte:
2 Wie lange wollt ihr den Worten Grenzen setzen? Nehmt Einsicht an, und danach wollen wir reden!
3 Warum werden wir denn für Vieh gehalten, sind dumm in deinen Augen?
4 Du, der sich selbst zerfleischt in seinem Zorn, soll um deinetwillen die Erde verlassen werden, ein Fels von seiner Stelle wegrücken?
5 Doch das Licht des Gottlosen wird erlöschen, und die Flamme seines Feuers wird nicht leuchten.
6 Das Licht in seinem Zelt wird finster, und seine Leuchte erlischt über ihm.
7 Gehemmt werden seine kräftigen Schritte, und sein eigener Ratschlag wird ihn stürzen.
8 Denn durch seine eigenen Füsse wird er ins Netz getrieben, und auf Fallgittern geht er einher.
9 Das Klappnetz wird seine Ferse festhalten, die Schlinge ihn packen.
10 Sein Strick ist verborgen in der Erde und die Falle für ihn auf dem Pfad.
11 Ringsum jagen ihn plötzliche Schrecken auf, sie hetzen ihn auf Schritt und Tritt.
12 Sein Reichtum wird zum Hunger, und das Verderben steht an seiner Seite bereit.
13 Stücke von seiner Haut wird er fressen, seine Glieder wird er fressen, der Erstgeborene des Todes.
14 Von seinem Zelt, wo er sich sicher fühlte, wird er fortgerissen, und es treibt ihn zum König der Schrecken.
15 Was nicht sein ist, wird in seinem Zelt wohnen, auf seine Wohnstätte wird Schwefel gestreut werden.
16 Von unten werden seine Wurzeln verdorren, und von oben wird sein Gezweig abwelken.
17 Sein Andenken verschwindet von der Erde, und weit und breit hat er keinen Namen.
18 Man stösst ihn aus dem Licht in die Finsternis und verjagt ihn aus der Welt.
19 Er wird keinen Spross und keinen Nachkommen haben in seinem Volk, noch wird ein Entkommener in seinen Schutzorten sein.
20 Über seinen [Gerichts]tag entsetzen sich die Leute im Westen, und die im Osten packt Schauder.
21 Ja, dies sind sie Wohnungen des Übeltäters, und dies ist die Stätte dessen, der Gott nicht erkennt.

Hiob 19
1 Und Hiob antwortete und sagte:
2 Wie lange wollt ihr meine Seele plagen und mich mit Worten zerschlagen?
3 Schon zehnmal habt ihr mich beschimpft. Ihr schämt euch nicht, ihr setzt mir hart zu.
4 Und habe ich auch wirklich geirrt, so bleibt [doch] mein Irrtum bei mir.
5 Wenn ihr wirklich gegen mich grosstun und mir meine Schande vorhalten wollt,
6 so erkennt denn, dass Gott mich irregeführt und sein Fangseil um mich gezogen hat.
7 Siehe, ich schreie: Unrecht! - und werde nicht erhört. Ich rufe um Hilfe, und da ist kein Recht.
8 Er hat meinen Weg verschüttet, und ich kann nicht hinüber; und auf meine Pfade legt er Finsternis.
9 Meine Ehre hat er mir ausgezogen und weggenommen die Krone meines Hauptes.
10 Er hat mich abgebrochen ringsum, so dass ich vergehe, und hat meine Hoffnung ausgerissen wie einen Baum.
11 Und seinen Zorn liess er gegen mich entbrennen und achtete mich seinen Feinden gleich.
12 Vereint kamen seine Scharen und bahnten ihren Weg gegen mich und lagerten sich rings um mein Zelt.
13 Meine Brüder hat er von mir entfernt, und meine Bekannten sind mir ganz entfremdet.
14 Meine Verwandten bleiben aus, und meine Vertrauten haben mich vergessen.
15 Die Schutzbefohlenen meines Hauses und meine Mägde halten mich für einen Fremden; ein Ausländer bin ich in ihren Augen geworden.
16 Meinen Knecht rufe ich, und er antwortet nicht; mit meinem Mund muss ich ihn anflehen.
17 Mein Atem ist meiner Frau widerlich, und stinkend bin ich den Kindern meiner Mutter.
18 Selbst Buben verachten mich. Will ich aufstehen, so wenden sie sich von mir ab.
19 Alle meine Vertrauten verabscheuen mich, und die, die ich liebte, haben sich gegen mich gewendet.
20 Mein Gebein klebt an meiner Haut und an meinem Fleisch, und an der Haut meiner Zähne bin ich kahl geworden.
21 Erbarmt euch über mich, erbarmt euch über mich, ihr meine Freunde! Denn die Hand Gottes hat mich getroffen.
22 Warum jagt ihr mir nach wie Gott und könnt von meinem Fleisch nicht satt werden?
23 O dass doch meine Worte aufgeschrieben würden! Dass sie in ein Buch [kämen] und aufgezeichnet würden,
24 mit eisernem Griffel und Blei in den Felsen gehauen würden auf ewig!
25 Doch ich weiss: Mein Erlöser lebt; und als der letzte wird er über dem Staub stehen.
26 Und nachdem man meine Haut so zerschunden hat, werde ich doch aus meinem Fleisch Gott schauen.
27 Ja, ich werde ihn für mich sehen, und meine Augen werden [ihn] sehen, aber nicht als Fremden. Meine Nieren verschmachten in meinem Innern.
28 Wenn ihr sagt: Wie wollen wir ihm nachjagen! - und dass die Wurzel der Sache in mir zu finden sei,
29 so fürchtet euch selbst vor dem Schwert! Denn das Schwert ist der Grimm, [der über] die Sünden [kommt], damit ihr erkennt: Es gibt einen Richter.

Hiob 20
1 Und Zofar von Naama antwortete und sagte:
2 Darum geben meine beunruhigenden Gedanken mir Antwort, und deswegen bin ich innerlich erregt:
3 Eine Mahnung, mir zur Schande, höre ich, aber der Geist aus meiner Einsicht antwortet mir.
4 Hast du nicht von jeher das erkannt, seitdem [Gott] Menschen auf die Erde gesetzt hat,
5 dass der Jubel der Gottlosen von kurzer Dauer und die Freude des Ruchlosen für einen Augenblick war?
6 Stiege auch seine Hoheit bis zum Himmel hinauf, und rührte sein Haupt an die Wolken,
7 gleich seinem Kot vergeht er auf ewig. Die ihn gesehen haben, sagen: Wo ist er?
8 Wie ein Traum verfliegt er, und man findet ihn nicht, und er wird weggescheucht wie ein Nachtgesicht.
9 Das Auge hat ihn erblickt, doch nun nicht mehr, und seine Stätte gewahrt ihn nicht mehr.
10 Seine Söhne müssen die Geringen gütig stimmen und seine Hände sein Vermögen zurückgeben.
11 Waren seine Glieder [auch] voll seiner Jugendkraft, so liegt sie [nun] mit ihm im Staub.
12 Wenn das Böse auch in seinem Mund süss schmeckte, er es verbarg unter seiner Zunge,
13 es aufsparte und nicht fahren liess und es zurückhielt unter seinem Gaumen,
14 so hat sich seine Speise [doch] in seinen Eingeweiden verwandelt. Viperngalle ist in seinem Innern.
15 Reichtum hat er verschlungen, doch erbricht er ihn [wieder]: aus seinem Bauch treibt Gott ihn heraus.
16 Viperngift sog er ein; die Zunge der Giftschlange bringt ihn um.
17 Nicht sehen darf er die Bäche, die flutenden Ströme von Honig und Milch.
18 Den Ertrag gibt er zurück und darf ihn nicht verschlingen. An dem Reichtum, den er erwarb, darf er sich nicht freuen.
19 Denn die Geringen hat er misshandelt, verlassen. Häuser hat er an sich gerissen und wird sie nicht ausbauen.
20 Denn er kannte keine Ruhe in seinem Innern; mit seinem Kostbarsten wird er nicht entrinnen.
21 Vor seiner Fressgier gab es kein Entrinnen; darum wird sein Wohlstand keinen Bestand haben.
22 In der Fülle seines Überflusses wird er in Bedrängnis geraten; die Hand jedes Notleidenden wird über ihn kommen.
23 Es wird geschehen: Um seinen Bauch zu füllen, wird Gott die Glut seines Zorns gegen ihn senden und [sie] auf ihn regnen lassen, auf seinen Körper.
24 Flieht er vor eisernen Waffen, durchbohrt ihn der Bogen aus Bronze.
25 Er zückt [den Pfeil], da tritt er [schon] aus dem Rücken hervor und das blitzende Eisen aus seiner Galle! Er geht dahin, Schrecken über ihm!
26 Alle Finsternis ist aufgespart für seine aufgesparten [Schätze]. Ein Feuer, das nicht angefacht ist, wird ihn fressen. Übel wird es dem ergehen, der in seinem Zelt übriggeblieben ist.
27 Der Himmel wird seine Schuld enthüllen, und die Erde wird sich gegen ihn erheben.
28 Der Ertrag seines Hauses muss fortgehen, wird zerrinnen am Tag seines Zorns.
29 Das ist das Teil des gottlosen Menschen von Gott und das ihm von Gott zugesprochene Erbe.


 

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