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13.01. Fortsetzung des Monologes von Elihus

12.01. Elihu klagt Hiob an wegen Auflehnung gegen Gott

11.01. Der Allmächtige antworte mir !

10.01. Das Lied von der Weisheit Gottes

09.01. Was ist der Allmächtige, dass wir ihm dienen sollten?

08.01. Ich weiss, dass mein Erlöser lebt

07.01. Der Mensch, von der Frau geboren, lebt kurze Zeit und ist mit Unruhe gesättigt

06.01. Ein ständig sich ablösendes Heer kämpft gegen mich
 
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Chronologische Bibellese

Datum: Mittwoch, 09.01.2008
Bibelstelle: Hiob 21-23
Autor: Hellmut Hentschel (Hoffnung@msoe.org)
Organisation: Hoffnung für die Zukunft (http://www.msoe.org)
Thema: Was ist der Allmächtige, dass wir ihm dienen sollten?



Die Freunde waren zu Hiob gekommen, um ihn zu trösten, aber ihr anfängliches Schweigen über das Entsetzliche wurde nunmehr durch einen nicht enden wollenden Disput mit Hiob abgelöst. Hilfreich waren diese Diskussionen für Hiob in seiner Trauer gewiss nicht. Hiob bittet seine Freunde um das Recht der Mitmenschlichkeit. Er möchte von ihnen wirklich gehört und in seinem Leid ernst genommen werden. Er bittet sie um Verständnis, aber am Anfang des Verstehens steht das Hören. Ein Hören, das zum Verstehen führt, wäre für Hiob ein wirklicher Trost, im Gegensatz zu dem Nichtigen, den er bisher von seinen Freunden zu hören bekommen hatte.

Hiob selbst aber kann wiederum Gott nicht mehr verstehen. Gott erscheint ihm als „Gott der absoluten Willkür, welcher straft, wo kein Grund zu strafen ist“ (Delitzsch, Hiob). Wenn Gott spricht, dann geschieht es. Wenn er gebietet, dann steht es da (Ps. 33,9). Er ist DER Eine, dessen Handeln sich jeder Kontrolle und Beschränkung entzieht. Für Sein Walten gibt es keinen Maßstab als nur seinen eigenen. Er allein ist „eben Gott und handelt nach anderen Vorsätzen, die sich nicht mit der menschlich ausgedachten Ordnung zur Deckung bringen lassen (Weiser).

Hiob sieht für sein Unglück keinen anderen Grund als die Willkür Gottes. Er geht davon aus, dass Gott noch viele weitere Qualen über ihn verhängen wird, und zwar nicht nur über ihn allein, sondern auch über unzählig viele Menschen nach ihm. „Dergleichen hat er viel im Sinn“, behauptet Hiob.

Natürlich können wir das Leiden Hiobs kaum ermessen. Welcher Mensch hat schon derart viele „Hiobsbotschaften“ in seinem Leben verkraften müssen? Wie gut, dass wir wissen, dass alle Dinge, welche uns widerfahren, ein Teil der Schule Gottes sind, und die uns letztlich zum Besten dienen sollen. Bibelleser wissen, dass auch Hiob letztlich zu dieser Erkenntnis kommen wird. Unser Leseabschnitt für heute beginnt mit Hiobs Bitte um Verstehen, fährt fort mit dem dritten Einspruch des Elifas und endet mit der Erwiderung Hiobs. Lassen Sie sich zurück versetzen in die Zeit vor rund 4000 Jahren und lesen sie selbst:


Hiob 21
1 Und Hiob antwortete und sagte:
2 Höret, hört meine Rede! Das wäre [wahrer] Trost von euch!
3 Ertragt mich, dann will ich reden, und nachdem ich geredet habe, magst du spotten.
4 [Trage] ich mein Anliegen etwa einem Menschen vor? Oder warum sollte ich nicht ungeduldig sein?
5 Wendet euch zu mir und schaudert und legt die Hand auf den Mund!
6 Ja, wenn ich daran denke, so bin ich bestürzt, und Erbeben packt mein Fleisch.
7 Warum leben die Gottlosen, werden alt, nehmen gar noch zu an Macht?
8 Ihre Nachkommen stehen fest vor ihnen so gut wie sie, und ihre Sprösslinge sind vor ihren Augen.
9 Ihre Häuser haben Frieden ohne Furcht, und Gottes Rute ist nicht über ihnen.
10 Sein Stier bespringt und verfehlt nicht, seine Kuh kalbt ohne Fehlgeburt.
11 Ihre Buben schicken sie aus wie eine Schafherde, und ihre Kinder hüpfen umher.
12 Sie erheben [ihre Stimme] bei Tamburin und Zither und sind fröhlich beim Klang der Flöte.
13 Im Glück geniessen sie ihre Tage, und in Ruhe sinken sie in den Scheol hinab.
14 Und doch sagen sie zu Gott: Weiche von uns! Und an der Erkenntnis deiner Wege haben wir kein Gefallen.
15 Was ist der Allmächtige, dass wir ihm dienen sollten, und was hilft es uns, dass wir [mit Bitten] in ihn dringen?
16 Siehe, steht nicht ihr Glück in ihrer Hand? Der Rat der Gottlosen sei fern von mir!
17 Wie oft erlischt [denn] die Leuchte der Gottlosen und kommt über sie ihr Verderben, [wie oft] teilt er Vernichtung zu in seinem Zorn?
18 [Wie oft denn] werden sie wie Stroh vor dem Wind und wie Spreu, die der Sturmwind entführt?
19 Bewahrt Gott sein Unheil auf für seine Kinder? Er vergelte ihm selbst, dass er es fühle!
20 Seine [eigenen] Augen sollen seinen Verfall sehen, und vom Zorn des Allmächtigen trinke er!
21 Denn was liegt ihm an seinem Haus nach ihm, wenn die Zahl seiner Monate zu Ende ist?
22 Kann man Gott Erkenntnis lehren, ihn, der [selbst] die Erhabenen richtet?
23 Dieser stirbt in seiner Vollkraft, ganz ungestört und ruhig.
24 Seine Schenkel sind voll Fett, und das Mark seiner Gebeine ist [wohl]getränkt.
25 Und jener stirbt mit bitterer Seele und hat nichts vom Glück genossen.
26 Zusammen liegen sie im Staub, und Gewürm deckt sie zu.
27 Siehe, ich erkenne eure Gedanken, und die Anschläge, die ihr gegen mich ersinnt.
28 Denn ihr sagt: Wo ist das Haus des Edlen und wo das Zelt, die Wohnung der Gottlosen?
29 Habt ihr die nicht befragt, die des Weges vorüberziehen? Und habt ihr ihre Zeichen nicht genau betrachtet:
30 dass der Böse am Tag des Verderbens verschont wird, dass sie am Tag des Grimms [in Sicherheit] geleitet werden?
31 Wer wird ihm ins Gesicht seinen Weg vorhalten? Und hat er gehandelt, wer wird ihm vergelten?
32 Er aber, er wird zu den Gräbern geleitet, und auf dem Grabhügel hält man Wache.
33 Süss sind ihm die Schollen des Tales. Und alle Welt zieht hinter ihm her, auch vor ihm ohne Zahl.
34 Wie tröstet ihr mich nun mit Dunst? Und von euren Einwänden bleibt [nur] Trug übrig.

Hiob 22
1 Und Elifas, der Temaniter, antwortete und sagte:
2 Kann denn ein Mann Gott Nutzen bringen? Vielmehr sich selbst bringt der Einsichtige Nutzen.
3 Ist es dem Allmächtigen von Wert, wenn du gerecht bist, oder ist es ihm ein Gewinn, wenn du deine Wege vollkommen machst?
4 Für deine [Gottes]furcht sollte er dich strafen, mit dir vor Gericht gehen?
5 Ist nicht deine Bosheit vielfältig und ohne Ende deine Schuld?
6 Denn du pflegtest deinen Bruder ohne Grund zu pfänden, und die Kleider zogest du den Nackten aus.
7 Nicht [einmal] Wasser gabst du dem Durstigen zu trinken, und dem Hungrigen verweigertest du Brot.
8 Und dem Mann der Faust gehört das Land, und der Angesehene darf darin wohnen.
9 Die Witwen hast du mit leeren Händen weggeschickt, und die Arme der Waisen sind zerschlagen.
10 Darum sind rings um dich her Fallen, und in Bestürzung versetzt dich plötzlicher Schrecken
11 oder Finsternis, [in der] du nichts sehen kannst, und Wasserflut, die dich bedeckt.
12 Ist Gott nicht so hoch wie die Himmel? Schau an die höchsten Sterne, wie hoch sie sind!
13 Und du sagst: Was weiss denn Gott? Kann er durch das Wolkendunkel hindurch richten?
14 Die Wolken sind ihm ein Versteck, dass er nichts sieht, und am Kreis des Himmels wandelt er. -
15 Willst du dem Pfad der Vorzeit folgen, den die Frevler betraten,
16 die gepackt wurden vor der Zeit - ein Strom hat ihr Fundament weggerissen -,
17 die zu Gott sagten: Weiche von uns! - und: Was kann der Allmächtige uns schon tun?
18 Und er hatte ihre Häuser [doch] mit Gutem erfüllt! - Aber von mir bleibe fern der Rat der Gottlosen! -
19 Die Gerechten sehen es und freuen sich, und der Schuldlose verspottet sie:
20 Fürwahr, unsere Gegner sind vernichtet, und ihren Rest hat das Feuer gefressen!
21 Söhne dich doch aus mit ihm und halte Frieden! Dadurch kommt zu dir [dann] wieder Gutes.
22 Nimm aus seinem Mund doch Weisung an und lege seine Worte dir ins Herz!
23 Wenn du umkehrst zum Allmächtigen, wirst du wieder aufgebaut, hältst du Unrecht fern von deinem Zelt.
24 Wirf in den Staub das Golderz und in den Kies der Bäche [dein Gold aus] Ofir,
25 so wird der Allmächtige dir dein Golderz und erlesenes Silber sein.
26 Denn dann wirst du am Allmächtigen deine Lust haben und zu Gott dein Gesicht erheben.
27 Du wirst zu ihm beten, und er wird dich erhören; und deine Gelübde wirst du erfüllen.
28 Beschliesst du eine Sache, wird sie zustande kommen, und über deinen Wegen leuchtet Licht auf.
29 Denn er erniedrigt hochmütiges Reden, aber dem mit niedergeschlagenen Augen hilft er.
30 [Selbst] den nicht Schuldlosen wird er retten; ja, er wird gerettet durch die Reinheit deiner Hände.
Übersetzung

Hiob 23
1 Und Hiob antwortete und sagte:
2 Auch heute ist Widerspruch mein Anliegen. Seine Hand lastet schwer auf meinem Seufzen.
3 Ach, dass ich wüsste, wie ich ihn finden und zu seiner Stätte kommen könnte!
4 Ich wollte vor ihm den Rechtsfall darlegen und meinen Mund mit Beweisgründen füllen.
5 Ich möchte [gern] die Worte wissen, die er mir [dann] antwortet, und erfahren, was er zu mir sagt.
6 Ob er in der Fülle [seiner] Kraft wohl den Rechtsstreit mit mir führen würde? Nein, gerade er wird auf mich achten.
7 Dort würde sich ein Redlicher mit ihm auseinandersetzen, und entkommen werde ich für immer meinem Richter.
8 Siehe, gehe ich nach vorn, so ist er nicht da, nach hinten, so bemerke ich ihn nicht,
9 nach links, sein Tun schaue ich nicht, biege ich ab nach rechts, so sehe ich ihn nicht.
10 Denn er kennt den Weg, der bei mir ist. Prüfte er mich, wie Gold ginge ich hervor.
11 An seinem Schritt hat mein Fuss festgehalten, seinen Weg habe ich bewahrt und bin nicht abgewichen.
12 Vom Gebot seiner Lippen liess ich nicht ab; mehr als es meine Pflicht gewesen wäre, wahrte ich die Worte seines Mundes.
13 Doch er, der Eine - wer kann [ihm] wehren? -, er tut, was seine Seele begehrt.
14 Ja, er wird vollenden, was für mich bestimmt ist; und dergleichen hat er vieles [noch] im Sinn.
15 Bestürzt bin ich darum vor seinem Angesicht; erwäge ich es, so bebe ich vor ihm.
16 Gott hat mein Herz verzagt gemacht, und der Allmächtige hat mich in Bestürzung versetzt.
17 Doch werde ich nicht zum Schweigen gebracht vor Finsternis, noch von mir selbst, den Dunkelheit bedeckt. Unbegreifliche Nachsicht Gottes mit den Gottlosen.



 

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