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Nächste Andacht: Der Allmächtige antworte mir ! Vorige Andacht: Was ist der Allmächtige, dass wir ihm dienen sollten? Andachtarchiv Chronologische Bibellese Datum: Donnerstag, 10.01.2008 Bibelstelle: Hiob 24-28 Autor: Hellmut Hentschel (Hoffnung@msoe.org) Organisation: Hoffnung für die Zukunft (http://www.msoe.org) Thema: Das Lied von der Weisheit Gottes Für Hiobs Freund Bildad ist es unfaßbar, wie Hiob darauf wirklich hoffen kann, in einem Rechtsstreit mit Gott den Sieg davon tragen zu können. Er kann es sich einfach nicht vorstellen, wie Hiob es sich einbilden kann, vor Gott als rein und gerecht dazustehen. Hiob muss wie jedem anderen Menschen auch nur die Spur von eigener Gerechtigkeit vor Gott abgesprochen werden (Groß). Bildad preist Gottes Erhabenheit, und daraufhin stellt Hiob dem sein Anbetungslied auf Gottes überlegene Größe gegenüber. Spricht Bildad lediglich von der Herrschaft Gottes in der Höhe, so zeigt Hiob auf, dass Gott in seiner Macht das gesamte Weltall beherrscht. Dabei ist sich Hiob darüber im Klaren, dass sein Lobpreis der Allgewalt des Schöpfers angesichts der vollen Wirklichkeit nur ein leises Flüstern ist. Alles, was der Mensch von Gott ins Blickfeld bekommt, sind nur die Säume seines Weges (Hiob 26,14). Heute erfahren wir etwas vom urgeschichtlichen Weltbild des Menschen, das von der Schöpfung bis zu den Visionen des Johannes auf Patmos das Denken der damals Lebenden prägte: Die Erdscheibe ist aus dem Nichts heraus gehoben und ein Himmelgewölbe bildet den Grenzkreis auf der Fläche des Wassers. Berge sind die Säulen dieses Gewölbes, Wolken umfassen den himmlischen Ozean. Eine Wolke verhüllt den Heiligen Geist. Das Meer ist die größte für Menschen erreichbare Tiefe des Erdenkörpers. Das Totenreich liegt noch unter dem Meer in denkbar größter Entfernung von Gott ist der Abgrund der Verlorenheit, die Hölle. Tief unter den Wassern leben die Schatten, die zu Wesen völliger Ohnmacht geworden sind. Wer mehr über dieses Weltbild und über das Buch Hiob erfahren möchte, sollte sich Das Buch Hiob von Hansjörg Bräumer zulegen. Es ist im R.Brockhaus Verlag erschienen und gewiss über das Antiquariat noch erhältlich. Zum tieferen Studium des Buches Hiob ist dieser Bibelkommentar eine gute Empfehlung. Die beste Empfehlung allerdings ist die, dass die Bibel betend gelesen werden will. Wir sollen Gott darum bitten, dass ER uns Verständnis für Sein Wort schenkt. Am besten jeden Tag. Gott sei mit Ihnen! Hiob 24 1 Warum sind dem Allmächtigen die Zeiten nicht unbekannt, aber die, die ihn kennen, schauen seine Tage nicht? 2 Die Grenzen verrückt man, raubt eine Herde und bringt sie auf die Weide. 3 Den Esel der Waisen treibt man weg, pfändet der Witwe den Stier. 4 Man stösst die Armen vom Weg; miteinander müssen sich die Elenden des Landes verkriechen. 5 Siehe, [scheu wie] Wildesel in der Wüste ziehen sie hinaus an ihr Werk, suchen nach Nahrung [in] der Steppe als Brot für die Kinder. 6 Auf dem Feld ernten sie sein Futter ab und halten im Weinberg des Gottlosen Nachlese. 7 Nackt übernachten sie, ohne Gewand und ohne Decke in der Kälte, 8 werden vom Regenguss der Berge durchnässt, und ohne Zufluchtsort klammern sie sich an den Fels. 9 Man reisst das Waisenkind [der Mutter] von der Brust, und den Säugling des Elenden nimmt man als Pfand. 10 Nackt müssen sie einhergehen, ohne Gewand, und hungrig die Garben schleppen. 11 Zwischen ihren Mauern pressen sie Öl, treten die Kelter und leiden Durst. 12 Von der Stadt her ächzen Sterbende, und die Seele der Durchbohrten schreit auf. Doch Gott nimmt keinen Anstoss daran. 13 Jene gehören zu den Feinden des Lichtes, nichts wollen sie von seinen Wegen wissen und bleiben nicht auf seinen Pfaden. 14 Vor dem Tageslicht steht der Mörder auf, um den Elenden und Armen zu töten, und in der Nacht geht der Dieb um. 15 Auch des Ehebrechers Auge lauert auf die Abenddämmerung, indem er sagt: Kein Auge kann mich dann erspähen. Und eine Hülle legt er aufs Gesicht. 16 Man bricht im Dunkeln in die Häuser ein. Bei Tage schliessen sie sich ein, Licht kennen sie nicht. 17 Denn ihnen allen miteinander [gilt] als Morgen die Finsternis; ja, [jeder von ihnen] kennt die Schrecken der Finsternis. 18 Leicht [treibt] er [dahin wie] auf der Oberfläche des Wassers, verflucht wird ihr Feld auf Erden; nicht [mehr] schlägt er den Weg zu den Weinbergen ein. 19 Dürre und Hitze raffen Schneewasser weg; [so] der Scheol [alle], die gesündigt haben. 20 Ihn vergisst der Mutterleib. Gewürm labt sich an ihm, nie mehr wird seiner gedacht - so muss das Unrecht wie Holz zerbrechen -, 21 er, der sich mit der Unfruchtbaren eingelassen hatte, die nicht gebiert, und der Witwe nichts Gutes erwies. 22 [Gott] erhält durch seine Kraft den Mächtigen am Leben; der steht auf, auch [wenn] er [schon] des Lebens nicht mehr sicher war. 23 Er gibt ihm Sicherheit, und der weiss sich gestützt. Und seine Augen [wachen] über ihren Wegen. 24 Sie kommen hoch - ein wenig, dann ist es aus. Sie werden erniedrigt, wie alle [andern] zusammengerafft und wie der Kopf der Ähre abgeschnitten. 25 Ist es denn nicht so? Wer will mich Lügen strafen und meine Rede zunichte machen? Hiob 25 1 Und Bildad, der Schuchiter, antwortete und sagte: 2 Herrschaft und Schrecken sind bei ihm, der Frieden schafft in seinen Höhen. 3 Gibt es eine Zahl für seine Scharen? Und über wem erhebt sich nicht sein Licht? 4 Wie könnte ein Mensch gerecht sein vor Gott, und wie könnte rein dastehen ein von der Frau Geborener? 5 Siehe, selbst der Mond scheint nicht hell, und die Sterne sind nicht rein in seinen Augen, 6 geschweige denn der Mensch, die Made, und das Menschenkind, der Wurm! Hiob 26 1 Und Hiob antwortete und sagte: 2 Wie hast du doch dem beigestanden, der keine Kraft hat, hast dem Arm geholfen, der nicht stark ist! 3 Wie hast du den beraten, der keine Weisheit hat, und Gelingen in Fülle geoffenbart! 4 Wem hast du [denn deine] Worte mitgeteilt, und wessen Geist ist von dir ausgegangen? 5 [Vor Gott] beben die Schatten unter den Wassern und ihren Bewohnern. 6 Nackt [liegt] der Scheol vor ihm, und keine Hülle hat der Abgrund. 7 Er spannt den Norden aus über der Leere, hängt die Erde auf über dem Nichts. 8 In seine Wolken bindet er die Wasser ein, dass unter ihnen das Gewölk nicht reisst. 9 Er versperrt den Anblick [seines] Thrones, indem er sein Gewölk darüber ausbreitet. 10 Eine Schranke hat er als Kreis über der Fläche der Wasser gezogen bis zum äussersten Ende von Licht und Finsternis. 11 Die Säulen des Himmels wanken und erstarren vor seinem Drohen. 12 Durch seine Kraft hat er das Meer erregt und durch seine Einsicht Rahab zerschmettert. 13 Durch seinen Hauch wird der Himmel heiter, seine Hand hat die schnelle Schlange durchbohrt. 14 Siehe, das sind die Säume seiner Wege; und wie wenig hören wir von ihm! Doch den Donner seiner Machttaten, wer versteht ihn? Hiob 27 1 Und Hiob fuhr fort, seinen Spruch zu erheben, und sagte: 2 So wahr Gott lebt, der mir mein Recht entzogen, und der Allmächtige, der meine Seele bitter gemacht hat, - 3 ja, solange noch irgend etwas von meinem Atem in mir ist und Gottes Hauch in meiner Nase -: 4 Wenn meine Lippen Unrecht reden und wenn meine Zunge Trug ausspricht! 5 Fern sei es von mir, euch recht zu geben. Bis ich verscheide, lasse ich meine Rechtschaffenheit nicht von mir weichen. 6 An meiner Gerechtigkeit halte ich fest und werde sie nicht fahren lassen; mein Herz schmäht nicht einen von meinen Tagen. 7 Meinem Feind ergehe es wie dem Gottlosen und [dem], der gegen mich auftritt, wie dem Übeltäter. 8 Denn was ist des Ruchlosen Hoffnung, wenn sein Leben ein Ende findet, wenn Gott seine Seele nimmt? 9 Wird Gott sein Hilfegeschrei hören, wenn die Not über ihn kommt? 10 Oder wird er an dem Allmächtigen seine Lust haben, Gott anrufen zu jeder Zeit? 11 Ich will euch belehren über Gottes Tun, was der Allmächtige im Sinn hat, nicht verhehlen. 12 Siehe, ihr selbst habt es alle geschaut, warum denn schwatzt ihr so nichtiges Zeug? 13 Dies ist das Los des gottlosen Menschen bei Gott und das Erbe der Gewalttätigen, das sie vom Allmächtigen empfangen: 14 Wenn seine Söhne zahlreich werden, dann für das Schwert, und seine Sprösslinge können sich nicht satt essen an Brot. 15 Seine Übriggebliebenen werden vom Tod begraben, und seine Witwen weinen nicht. 16 Wenn er [auch] Silber aufschüttet wie Staub und Kleider aufstapelt wie Lehm, - 17 er stapelt sie [zwar] auf, aber der Gerechte bekleidet sich [damit], und das Silber teilt der Schuldlose auf. 18 Er hat sein Haus gebaut wie die Motte und der Laubhütte gleich, die ein Wächter [sich] macht. 19 Reich legt er sich hin, und nichts ist ihm genommen. Er schlägt die Augen auf, da ist es nicht mehr. 20 Wie Wasser erreichen ihn jähe Schrecken, des Nachts entführt ihn ein Sturmwind. 21 Der Ostwind hebt ihn empor, dass er dahinfährt, und reisst ihn weg von seiner Stätte. 22 Er stürzt sich auf ihn ohne Schonung; vor seiner Gewalt will er flüchtend entfliehen. 23 Man klatscht über ihn in die Hände und pfeift seinetwegen von seiner Stätte aus. Hiob 28 1 Ja, für Silber gibt es einen Fundort und eine Stelle für Gold, wo man es auswäscht. 2 Eisen wird aus dem Erdreich hervorgeholt, und Gestein schmilzt man zu Kupfer. 3 Man setzt der Finsternis ein Ende und durchforscht bis zur äussersten Grenze das Gestein der Dunkelheit und Finsternis. 4 Man bricht einen Schacht fern von dem [droben] Wohnenden. Vergessen von dem Fuss [, der oben geht], baumeln sie, fern von den Menschen schweben sie. 5 Die Erde, aus der das Brot hervorkommt, ihr Unteres wird umgewühlt wie vom Feuer. 6 Ihr Gestein ist die Fundstätte des Saphirs, und Goldstaub [findet sich] darin. 7 Ein Pfad, den der Raubvogel nicht kennt und den das Auge der Königsweihe nicht erblickt hat, - 8 nie hat das stolze Wild ihn je betreten, der Löwe ist auf ihm nicht geschritten. 9 Nach dem harten Gestein streckt man seine Hand aus, wühlt die Berge um von Grund auf. 10 In die Felsen treibt man Stollen, und allerlei Kostbares sieht das Auge. 11 Die Sickerstellen von Wasseradern dämmt man ein, und Verborgenes zieht man hervor ans Licht. 12 Aber die Weisheit, wo kann man sie finden, und wo ist denn die Fundstätte der Einsicht? 13 Kein Mensch erkennt ihren Wert, und im Land der Lebendigen wird sie nicht gefunden. 14 Die Tiefe sagt: In mir ist sie nicht! - und das Meer sagt: Nicht bei mir! 15 Geläutertes Gold kann für sie nicht gegeben und Silber nicht abgewogen werden als Kaufpreis für sie. 16 Sie wird nicht aufgewogen mit Gold aus Ofir, mit kostbarem Schoham-Stein oder Saphir. 17 Gold und Glas sind ihr nicht vergleichbar, noch lässt sie sich eintauschen gegen ein goldenes Gerät. 18 Korallen und Bergkristall brauchen gar nicht erwähnt zu werden; und ein Beutel [voller] Weisheit ist mehr [wert] als [ein Beutel voller] Perlen. 19 Nicht vergleichbar mit ihr ist Topas aus Kusch; mit dem reinsten Gold wird sie nicht aufgewogen. 20 Die Weisheit nun, woher kommt sie, und wo denn ist die Fundstätte der Einsicht? 21 Verhüllt ist sie vor den Augen alles Lebendigen, und vor den Vögeln des Himmels ist sie verborgen. 22 Der Abgrund und der Tod sagen: [Nur] vom Hörensagen haben wir mit unsern Ohren von ihr gehört. 23 Gott ist es, der Einsicht hat in ihren Weg, und er kennt ihre Stätte. 24 Denn nur er blickt bis zu den Enden der Erde. Unter dem ganzen Himmel schaut er aus, 25 um dem Wind ein Gewicht zu bestimmen; und die Wasser begrenzte er mit einem Mass. 26 Als er dem Regen eine Ordnung bestimmte und einen Weg der donnernden Gewitterwolke, 27 da sah er sie und verkündigte sie, er stellte sie hin und erforschte sie auch. 28 Und zu dem Menschen sprach er: Siehe, die Furcht des Herrn, sie ist Weisheit, und vom Bösen weichen, [das] ist Einsicht.
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