|
Ihre seelische und geistliche Tankstelle im Internet ...
Ein Projekt des Evangeliumsnetzes in Deutschland. | |||||||||||
|
Nächste Andacht: Elihu klagt Hiob an wegen Auflehnung gegen Gott Vorige Andacht: Das Lied von der Weisheit Gottes Andachtarchiv Chronologische Bibellese Datum: Freitag, 11.01.2008 Bibelstelle: Hiob 29-31 Autor: Hellmut Hentschel (Hoffnung@msoe.org) Organisation: Hoffnung für die Zukunft (http://www.msoe.org) Thema: Der Allmächtige antworte mir ! Schön, dass Sie heute mit mir weiter im Buch Hiob lesen möchten. Heute lernen wir eine neue Lektion alttestamentlicher Ethik kennen. Hiob, der sich immer noch als unschuldig vor Gott ansieht, bewegt sich auf immer dünnerem Eis. Seine Rechtfertigungsversuche zeugen von einem hohen Selbstwertgefühl, das sich kaum noch von Arroganz unterscheidet. Wir müssen heute Hiob, mit dem wir in den vergangenen Tagen vielleicht noch Mitleid gehabt haben, in einer unwürdigen Rolle erleben als jemand, der Gott herausfordert. Hiob will unbedingt als gerecht vor dem Schöpfer dastehen und überhebt sich damit. Kein Mensch und kein Gott soll über Hiob behaupten können, dass dieser ein Sünder sei! Und mit dieser Einstellung macht sich Hiob mit der Sünde der ersten Menschen eins, die auch so sein wollten wie Gott. In vielen Dingen mag Hiob sogar Recht haben! Der Theologe Hertzberg aber sagt dazu: "Aber in seinem Rechthaben wird sein Unrecht sichtbar. Denn er macht sein Recht, das heißt, sich selbst, zum Mittelpunkt. Danach beurteilt er alles, auch die Führung der Welt. Von daher be- und verurteilt er also auch Gott. Gott hat es falsch gemacht, weil er, Hiob, die Welt mit seinen eigenen Augen sieht." Dies muss den Widerspruch seiner "Freunde" zwangsläufig hervorrufen. Doch davon werden wir erst morgen lesen. Heute müssen wir uns von Hiob und seiner Selbstherrlichkeit schockieren lassen. Lesen wir den Text gründlich und stellen eine Frage an uns selbst: "Wieviel Hiob steckt eigentlich auch in mir...?" Ich wünsche Ihnen einen nachdenklichen, aber von Gott gesegneten Tag! Ihr Hellmut Hentschel Hiob 29 1 Und Hiob fuhr fort, seinen Spruch zu erheben, und sagte: 2 O dass ich wäre wie in den früheren Monaten, wie in den Tagen, da Gott mich behütete! - 3 als seine Leuchte über meinem Haupt schien, als ich bei seinem Licht durch die Finsternis ging; 4 wie ich war in den Tagen meiner Jugend, als über meinem Zelt Gottes Rat [waltete], 5 als der Allmächtige noch mit mir war, meine Söhne mich umgaben; 6 als meine Schritte sich in Dickmilch badeten, und der Fels neben mir Bäche von Öl ausgoss! 7 Ging ich durch das Tor in die Stadt hinauf, stellte ich meinen Sitz auf dem [öffentlichen] Platz auf. 8 Sahen mich [dann] die jungen Männer, so verbargen sie sich, und die Greise erhoben sich, blieben stehen. 9 Die Obersten hielten die Worte zurück und legten die Hand auf ihren Mund. 10 Die Stimme der führenden Männer verstummte, und ihre Zunge klebte an ihrem Gaumen. 11 Hörte [mich] ein Ohr, so pries es mich glücklich, und sah [mich] ein Auge, so legte es Zeugnis für mich ab. 12 Denn ich befreite den Elenden, der um Hilfe rief, und die Waise, die keinen Helfer hatte. 13 Der Segenswunsch des Mutlosen kam auf mich, und das Herz der Witwe liess ich jauchzen. 14 Ich kleidete mich in Gerechtigkeit, mich bekleidete wie ein Oberkleid und Kopfbund mein Recht. 15 Auge wurde ich dem Blinden, und Fuss dem Lahmen war ich! 16 Ein Vater war ich für die Armen, und den Rechtsstreit dessen, den ich nicht kannte, untersuchte ich. 17 Und ich zerschmetterte die Kinnladen des Übeltäters, und seinen Zähnen entriss ich die Beute. 18 Und ich sagte [mir]: Mit meinem Nest werde ich verscheiden und wie der Phönix meine Tage zahlreich machen. 19 Meine Wurzel wird geöffnet sein zum Wasser hin, und der Tau wird auf meinem Gezweig übernachten. 20 Meine Ehre wird frisch bei mir bleiben, und mein Bogen in meiner Hand wird sich verjüngen. 21 Man hörte mir zu und wartete und verhielt sich still gegenüber meinem Rat. 22 Hatte ich geredet, so sagte man nichts mehr [dagegen], und auf sie träufelte meine Rede. 23 Und sie warteten auf mich wie auf Regen und sperrten ihren Mund auf [wie] nach Spätregen. 24 Lächelte ich denen zu, die kein Vertrauen hatten, dann nahmen sie das Leuchten meines Gesichts auf. 25 Ich wählte für sie den Weg aus und sass als Haupt und thronte wie ein König unter der Kriegsschar wie einer, der Trauernde tröstet. Hiob 30 1 Jetzt aber lachen sie über mich, die jünger sind als ich an Jahren, bei denen ich es abgelehnt hätte, ihre Väter den Hunden meiner Herde beizugesellen. 2 Wozu sollte mir auch die Kraft ihrer Hände [dienen]? Die Rüstigkeit ist bei ihnen [jedoch] verloren. 3 Durch Mangel und Hunger unfruchtbar - sie, die die [Wurzeln der] Wüste abnagen - sind sie Menschen der Öde und Verödung [geworden], 4 sie, die Salzkraut pflücken am Gesträuch und deren Brot die Ginsterwurzel ist. 5 Aus der Gemeinschaft werden sie vertrieben. Man schreit über sie wie über den Dieb. 6 Am Abhang der Bachtäler müssen sie wohnen, in Erdlöchern und Felsen[höhlen]. 7 Zwischen Sträuchern schreien sie, unter Unkraut finden sie sich zusammen. 8 Gottloses Volk, ja, Gesindel ohne Namen, sind sie aus dem Land hinausgepeitscht worden. 9 Und nun bin ich ihr Spottlied geworden, ich wurde für sie zum Gerede. 10 Sie verabscheuen mich, haben sich von mir entfernt, und nicht mit Speichel für mein Gesicht gespart. 11 Denn er hat meine Bogensehne gelöst und mich gedemütigt, so dass sie vor mir den Zügel schiessen lassen. 12 Zu meiner Rechten erhebt sich die Brut. Sie stossen meine Füsse weg und schütten gegen mich ihre Unheilsdämme auf. 13 Sie reissen meinen Pfad auf, helfen zu meinem Untergang, und niemand hält sie dabei auf. 14 Wie durch eine breite Bresche kommen sie, unter Krachen wälzen sie sich heran. - 15 Plötzlicher Schrecken hat sich gegen mich gewandt, er jagt wie der Wind meiner Würde nach; und wie eine Wolke ist meine Rettung vorübergezogen. 16 Und nun zerfliesst in mir meine Seele, die Tage des Elends packen mich. 17 Nachts bohrt es mir meine Knochen aus, und die an mir nagenden [Schmerzen] ruhen nicht. 18 Mit gewaltiger Kraft packt er mein Gewand, wie der Kragen meines Leibrocks schnürt er mich ein. 19 Er hat mich in den Dreck geworfen, so dass ich dem Staub und der Asche gleich geworden bin. 20 Ich schreie zu dir, und du antwortest mir nicht. Ich stehe da, doch du achtest nicht auf mich. 21 In einen Grausamen verwandelst du dich mir, mit der Stärke deiner Hand feindest du mich an. 22 Du hebst mich auf den Wind, du lässt mich [auf ihm] reiten und mich zergehen im Krachen [des Gewitters]. 23 Denn ich habe es erkannt, zum Tod führst du mich zurück und in das Versammlungshaus aller Lebendigen. 24 Doch streckt man unter Trümmern nicht die Hand [nach Rettung] aus, oder [erhebt man] bei seinem Untergang [nicht] ein Hilfegeschrei deswegen? 25 Oder weinte ich nicht über den, der harte Tage hatte, hatte meine Seele mit dem Armen [denn kein] Mitgefühl? 26 Ja, Gutes erwartete ich, und es kam Böses. Und ich harrte auf Licht, und es kam Dunkelheit. 27 Meine Eingeweide sind zum Sieden gebracht und haben keine Ruhe. Tage des Elends sind mir entgegengetreten. 28 Trauernd gehe ich einher ohne Sonne. Ich stehe auf in der Versammlung [und] schreie um Hilfe. 29 Ich bin ein Bruder geworden den Schakalen und ein Gefährte den Straussenhennen. 30 Meine Haut ist schwarz geworden [und löst sich] von mir ab, und mein Gebein brennt vor [Fieber]hitze. 31 Und so ist meine Zither zur Trauerklage geworden und meine Flöte zur Stimme der Weinenden. Hiob 31 1 Einen Bund habe ich mit meinen Augen geschlossen. Wie hätte ich da auf eine Jungfrau [lüstern] blicken sollen? 2 Denn was wäre [dafür] die Zuteilung von Gott droben gewesen und das Erbteil vom Allmächtigen in den Höhen? 3 Ist nicht Verderben für den Übeltäter [bestimmt] und Missgeschick für die, die Unrecht tun? 4 Sieht er nicht meine Wege und zählt alle meine Schritte? 5 Wenn ich mit Gehaltlosem umgegangen bin und mein Fuss zum Betrug geeilt ist, - 6 er soll mich auf der Waage der Gerechtigkeit wiegen, so wird Gott meine Rechtschaffenheit erkennen! 7 Wenn mein Schritt vom Weg abgebogen und mein Herz meinen Augen gefolgt ist und an meinen Händen ein Makel klebt, 8 dann möge ich säen und ein anderer essen, und meine Sprösslinge mögen entwurzelt werden! 9 Wenn mein Herz sich wegen einer Frau hat betören lassen und ich an der Tür meines Nächsten gelauert habe, 10 [dann] soll meine Frau für einen anderen mahlen, und andere mögen über ihr niederknien! 11 Denn das wäre eine Schandtat und das eine Schuld, die vor die Richter gehört. 12 Ja, ein Feuer wäre es, das bis zum Untergang frässe und meinen ganzen Ertrag entwurzeln würde. 13 Wenn ich missachtet habe das Recht meines Knechtes und meiner Magd in ihrem Rechtsstreit mit mir, 14 was wollte ich dann tun, wenn Gott sich erhöbe; und wenn er untersuchte, was ihm erwidern? 15 Hat nicht er, der mich im Mutterleib gemacht hat, [auch] ihn gemacht, und hat nicht einer im Mutterschoss uns bereitet? 16 Wenn ich Geringen einen Wunsch verweigert habe, die Augen der Witwe erlöschen liess 17 und meinen Bissen alleine ass, so dass die Waise nichts [mehr] davon essen konnte - 18 ist sie doch von meiner Jugend an bei mir aufgewachsen wie [bei] einem Vater, und wie eine Schwester habe ich sie geleitet -, 19 wenn ich [ruhig] zusah, wie einer ohne Kleidung umherirrte und der Arme keine Decke hatte, 20 wenn seine Lenden mich nicht segneten und er sich von der Wolle meiner Lämmer nicht wärmen durfte, 21 wenn ich [drohend] meine Hand gegen eine Waise geschwungen habe, weil ich im Tor meinen Beistand sah, 22 dann soll mir meine Schulter vom Nacken fallen, und mein Arm soll vom Gelenk abbrechen! 23 Denn schrecklich wäre mir das Verderben Gottes, und seiner Hoheit könnte ich nicht standhalten. 24 Wenn ich das Gold zu meiner Zuversicht gemacht und zum feinen Gold gesagt habe: Du meine Hoffnung! 25 Wenn ich mich freute, dass mein Vermögen so umfangreich war und dass meine Hand Gewaltiges erreicht hatte! 26 Wenn ich das Licht [der Sonne] sah, wie sie es leuchten liess, und den Mond, wie er prächtig daherzog, 27 und mein Herz sich [dann] im Geheimen betören liess und ich Kusshände warf! 28 Auch das ist Schuld, die vor den Richter gehört! Ich hätte ja Gott droben verleugnet. 29 Wenn ich mich freute über den Untergang meines Hassers und aufjauchzte, als Unglück ihn traf! 30 Nie habe ich ja meinem Gaumen erlaubt zu sündigen, mit einem Fluch dessen Seele zu fordern. 31 Wenn die Männer in meinem Zelt nicht bezeugt haben: Wer wäre wohl nicht von seinem Fleisch satt geworden! 32 Der Fremde musste nicht im Freien übernachten, ich öffnete dem Wanderer meine Tür. 33 Wenn ich wie Adam meine Vergehen zugedeckt habe, um meine Schuld in meiner Brust zu verbergen, 34 weil ich etwa erschrocken gewesen wäre [vor] der grossen Menge und die Verachtung der Sippen mich niedergeschmettert hätte, so dass ich mich still verhalten hätte, nicht zur Türe hinausgegangen wäre! 35 Ach hätte ich doch einen, der auf mich hörte, - hier ist meine Unterschrift! Der Allmächtige antworte mir! [Wo ist] die [Klage]schrift, die mein Rechtsgegner geschrieben hat? 36 Wahrlich, ich würde sie auf meine Schulter heben, sie mir um [den Kopf] winden als Kranz. 37 Ich würde ihm über die Zahl meiner Schritte Auskunft geben, wie ein Fürst würde ich ihm nahen. 38 Wenn gegen mich mein Ackerboden Anklage erhob und seine Furchen miteinander weinten, 39 wenn ich seinen Ertrag, ohne zu bezahlen, verzehrt habe und die Seele seiner Besitzer zum Keuchen brachte, 40 [dann] soll statt Weizen Dorngestrüpp hervorkommen und anstelle von Gerste Unkraut! Zu Ende sind die Worte Hiobs. Der Verfasser der Worte am Anfang ist Koordinator Ost der Mission für Süd-Ost-Europa.
| |||||||||||
|
[X-Tours Glaubensseminar] [Bibelseminar] [Evangeliumsnetz] [Impressum] | ||||||||||||