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Nächste Andacht: Der Herr und Hiob Vorige Andacht: Elihu klagt Hiob an wegen Auflehnung gegen Gott Andachtarchiv Chronologische Bibellese Datum: Sonntag, 13.01.2008 Bibelstelle: Hiob 35-37 Autor: Alexej Schutschalin (Hoffnung@msoe.org) Organisation: Mission für Süd-Ost-Europa (http://www.msoe.org) Thema: Fortsetzung des Monologes von Elihus Ich grüsse Sie, liebe Leser! Gestatten Sie, dass ich mich vorstelle: Mein Name ist Alexej Schutschalin. Ich wohne in Syktywkar und gehöre zum Volk der Komi. Mein Beruf: Ich bin Kandidat der Mission für Süd-Ost-Europa und verbreite mit Gottes Hilfe gemeinsam mit meiner Frau Elisawjeta das Evangelium sowohl unter meinem Volk als auch unter den hier lebenden Angehörigen anderer Völker, hauptsächlich den Russen. Heute werden wir mit den nächsten Kapiteln des Buches Hiob bekannt werden. In diesen Kapiteln verweist Elihu gewissermassen gerecht und besinnlich den Hiob. Elihu war einer der Freunde von Hiob, der eine viel grössere Vorstellung von der Hoheit von Gott hatte als seine andere Freunde Elifas, Bildad und Zofar. Im Kapitel 35 lesen wir wieder, dass Elihu aus der Sicht von Gott selbst argumentiert und die anderen davor warnt nicht zu versuchen durch die menschliche Vernunft und Erfahrung den Gott zu begreifen Elihu findet eine originale Idee heraus. Er behauptet, dass die Menschen erst dann zu Gott schreien, wenn sie leiden, genauso wie das auch Hiob tut, und nicht wegen der wahren Sehnsucht nach Gott. Sogar im Klagegeschrei zu Gott denkt der Mensch leider zuerst an sich selbst und nicht an seinen Schöpfer. Obgleich die Menschen, wie Hiob, klagen und zu Gott schreien, bekommen sie keine Antwort, weil Schrei von ihrer argen Krankheit, nämlich dem Stolz, Zeugnis gibt. Elihu meint, dass Gott die Leiden und die Schmerzen als Mittel zur Erziehung und Läuterung benutzt, um Seine Kinder auf den rechten Weg zu führen. Durch die Umstände kehre man dann zurück vom Hochmut und von den Verbrechen, und der Herr schenkt dem, der umkehrt, Gedeihen und ein langes Leben. Für die Gottlosen aber wird das Unglück zu einem Mittel, ihren Ärger und ihre Gleichgültigkeit Gott gegenüber noch besser zeigen zu können: Sie werden frühzeitig und jämmerlich sterben, als Lohn für ihr Tun. Elihu warnt Hiob davor, die Leiden, die auf ihn gefallen sind, nicht zum Anlass zu nehmen, ihn in noch schwerere Sünden zu verstricken. Lieber Leser, auch wir sollen nicht die Ermahnungen und die Lehre Gottes verachten und aufmerksam die wunderbare Werke Gottes begreifen. So beginnt Elihu dann auch über die majestätischen und geheimnisvollen Wunder der Schöpfung Gottes zu erzählen. Elihu nennt die unterschiedlichen Naturerscheinungen unerfindliche und übermächtige Taten Gottes. Gott bleibt unendlich gross und gerecht und wird nie die Prinzipien der Gerechtigkeit übertreten. Seine Gerechtigkeit ist einwandfrei und über jeden Zweifel erhaben und sie sollte Ehrfurcht in den Menschen erwecken. Hier nun unser heutiger Text: Hiob 35 1 Und Elihu erhob [seine Stimme] und sagte: 2 Hältst du dies für Recht, nennst du [das] `meine Gerechtigkeit vor Gott', 3 wenn du fragst, was sie dir nützt: `Was hilft es mir, dass ich nicht sündige?' - 4 Ich will mit Worten dir erwidern und deinen Gefährten bei dir. 5 Blicke zum Himmel und sieh und schaue die Wolken an! Sie sind höher als du. 6 Wenn du sündigst, was kannst du ihm [damit] antun? Werden zahlreich deine Verbrechen, was kannst du ihm zufügen? 7 Wenn du gerecht bist, was gibst du ihm, oder was empfängt er aus deiner Hand? 8 Den Mann, dir gleich, [trifft] deine Gottlosigkeit und das Menschenkind deine Gerechtigkeit. 9 Wegen der Menge der Unterdrückung erhebt man Klagegeschrei. Man ruft um Hilfe wegen der Gewalttätigkeit der Grossen. 10 Aber man sagt nicht: Wo ist Gott, mein Schöpfer, der Lobgesänge gibt in der Nacht, 11 der uns mehr als die Tiere der Erde belehrt und uns weiser macht als die Vögel des Himmels? 12 Dort schreien sie - doch er antwortet nicht - wegen des Übermutes der Bösen. 13 Ja, vergebens! Gott hört nicht, und der Allmächtige sieht es nicht an. 14 Nun gar, wenn du sagst: du kannst ihn nicht sehen! Der Rechtsfall [liegt] ihm vor, so warte auf ihn! 15 Und nun, weil sein Zorn [noch] nicht heimgesucht hat und er sich nicht so sehr um Albernheiten kümmert, 16 reisst Hiob für Nichtiges seinen Mund auf, macht ohne Erkenntnis viel Worte. Hiob 36 1 Und Elihu fuhr fort und sagte: 2 Hab ein wenig Geduld mit mir, und ich will es dir künden! Denn mehr noch habe ich für Gott zu sagen. 3 Ich will mein Wissen von weither holen und meinem Schöpfer Gerechtigkeit geben. 4 Ja wahrlich, meine Worte sind keine Lüge; ein [Mann] mit vollkommenem Wissen [steht] vor dir. 5 Siehe, Gott ist gewaltig, doch verwirft er niemanden; er ist gewaltig an Kraft des Herzens. 6 Er erhält den Gottlosen nicht am Leben, und das Recht der Elenden stellt er [wieder] her. 7 Nicht wendet er seine Augen von dem Gerechten, und mit Königen auf dem Thron, da lässt er sie immerdar sitzen, so dass sie erhaben sind. 8 Und wenn sie in Fesseln geschlagen, in Stricken des Elends gefangen sind, 9 dann zeigt er ihnen ihr Tun und ihre Vergehen, dass sie sich überheblich gebärdeten, 10 und er öffnet ihr Ohr für Zucht und sagt [ihnen], dass sie umkehren sollen vom Unrecht. 11 Wenn sie hören und sich unterwerfen, vollenden sie ihre Tage im Glück und ihre Jahre in Annehmlichkeiten. 12 Wenn sie aber nicht hören, rennen sie in den Spiess und verscheiden ohne Erkenntnis. 13 Aber die ein ruchloses Herz haben, hegen Zorn. Sie rufen nicht um Hilfe, wenn er sie fesselt. 14 Ihre Seele stirbt dahin in der Jugend und ihr Leben im Jünglingsalter. 15 Den Elenden errettet er in seinem Elend und öffnet durch Bedrängnis sein Ohr. 16 Auch dich lockt er fort aus dem Rachen der Not, unbeengte Weite ist dein Platz, und was auf deinen Tisch kommt, ist reich an Fett. 17 Bist du aber mit dem Urteil über den Gottlosen erfüllt, werden Urteil und Rechtsspruch [dich] ergreifen. 18 Ja, dass [deine] Erregung dich nur nicht zum Höhnen anstiftet und die Grösse des Lösegeldes dich nicht verleitet! 19 Soll dich dein Hilferuf aus der Not herausbringen und alle Kraftanstrengungen? 20 Lechze nicht nach der Nacht, [danach], dass [ganze] Völker auffahren an ihrer Stelle! 21 Hüte dich, wende dich nicht dem Unrecht zu! Denn Bosheit hast du dem Elend [bereits] vorgezogen. 22 Siehe, Gott handelt erhaben in seiner Macht. Wer ist ein Lehrer wie er? 23 Wer könnte ihm seinen Weg vorschreiben, und wer dürfte sagen: Du hast unrecht getan? 24 Denke daran, dass du sein Werk preist, das Menschen besingen! 25 Alle Menschen schauen es [staunend] an, der Sterbliche erblickt es aus der Ferne. 26 Siehe, Gott ist erhaben, wir aber erkennen es nicht; die Zahl seiner Jahre, sie ist unerforschlich. 27 Wenn er die Wassertropfen heraufzieht, sickern sie durch seinen Nebel [wieder herab] als Regen, 28 den die Wolken niederrieseln [und] träufeln auf die vielen Menschen. 29 Ja, wenn man gar das Ausbreiten des Gewölks verstünde, das Donnerkrachen seines Zeltes! 30 Siehe, er breitet darüber sein Licht aus, und die Wurzeln des Meeres bedeckt er. 31 Ja, in den Wolken richtet er die Völker, gibt Nahrung im Überfluss. 32 Seine Hände umhüllt er mit dem Blitzstrahl und entbietet ihn gegen [den], auf den er [ihn] treffen lassen will. 33 Es kündigt ihn sein Rollen an, wenn er seinen Zorn gegen Bosheit eifern lässt. Hiob 37 1 Ja, darüber erbebt mein Herz und fährt auf von seiner Stelle. 2 Hört, hört das Toben seiner Stimme und das Grollen, das aus seinem Mund hervorgeht! 3 Unter dem ganzen Himmel lässt er es los und seinen Blitz bis zu den Enden der Erde. 4 Nach ihm brüllt der Donner, er lässt es mit seiner erhabenen Stimme donnern. Und er hält die Blitze nicht zurück, wenn seine Stimme sich hören lässt. 5 Gott donnert mit seiner Stimme wunderbar. Er tut [so] grosse Dinge, und wir erkennen es nicht. 6 Denn zum Schnee spricht er: Fall zur Erde! - und [so auch] zum Regenguss und zu seinen gewaltigen Regengüssen. 7 Auf die Hand eines jeden Menschen setzt er [sein] Siegel, damit alle Menschen sein Werk erkennen. 8 Und das Wild geht in sein Versteck und legt sich auf seinen Lagern nieder. 9 Aus der Kammer kommt Sturm hervor und aus den Nordwinden Kälte. 10 Durch den Atem Gottes gibt es Eis, und die Weite des Wassers [liegt] in Enge. 11 Auch mit Nass belastet er die Wolke, streut [weit] umher sein lichtes Gewölk. 12 Und das [zieht] ringsumher, sich hin und her wendend nach seiner klugen Steuerung, um auszuführen alles, was er ihnen gebietet, über der Fläche des Erdkreises. 13 Sei es zur Züchtigung, sei es für seine Erde, sei es zur Gnade, er lässt sie es finden. 14 Nimm dieses zu Ohren, Hiob! Steh still und achte auf die Wundertaten Gottes! 15 Erkennst du es, wenn Gott ihnen Auftrag gibt und leuchten lässt das Licht seines Gewölks? 16 Erkennst du das Schweben der Wolke, die Wunderwerke dessen, der an Erkenntnis vollkommen ist? 17 Du, dessen Kleider heiss werden, wenn das Land wegen des Südwindes [träge] ruht, 18 kannst du gleich ihm die Wolkendecke ausbreiten, die fest ist wie ein gegossener Spiegel? 19 Lass uns wissen, was wir ihm sagen sollen! Nichts können wir vorbringen vor Finsternis. 20 Soll ihm gemeldet werden, dass ich rede? Oder muss man es [ihm erst] sagen, dass [etwas] mitgeteilt wird? 21 Und jetzt sieht man das Licht nicht, das durch die Wolken verdunkelt ist; aber ein Wind fährt daher und fegt den Himmel rein. 22 Aus dem Norden kommt ein goldener Schein, um Gott ist furchtbare Hoheit. 23 Den Allmächtigen - ihn erreichen wir nicht, den Erhabenen an Kraft. Und das Recht und die Fülle der Gerechtigkeit beugt er nicht. 24 Darum fürchten ihn die Menschen; er sieht all die Weisheitskundigen nicht an.
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