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Chronologische Bibellese

Datum: Montag, 14.01.2008
Bibelstelle: Hiob 38-39
Autor: Alexej Schutschalin (Hoffnung@msoe.org)
Organisation: Mission für Süd-Ost-Europa (http://www.msoe.org)
Thema: Der Herr und Hiob



Liebe Leser, schön, dass Sie mit heute wieder beim Bibelstudium Gesellschaft leisten. In den voran gegangenen Kapiteln sprach Elihu so gerecht über Gott, dass Hiob es bevorzugte zu schweigen. Bis hierher wurden alle Gespräche ÜBER Gott, aber nicht MIT geführt.

Nun aber steht Hiob dem HERRN von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Ab heute lesen wir von der realen Anwesenheit Gottes. ER hat das letzte Wort.

Und weiterhin spiegeln die Kapitel die majestätischen Geheimnisse der Schöpfung Gottes ab. Der Autor wendet erschütternde Metaphern, physische Phänomene, Geheimnisse des Himmels und der Erde, unerklärbare Tatsachen aus der Tierwelt an, hinter dem allem er Gott selbst weiss. Der HERR offenbart uns den enormen Unterschied zwischen der Kraft und dem Verstand von Hiob und der Kraft und dem Verstand Gottes.

Im Kapitel 39 verweist der Herr wieder auf die Unwissenheit Hiobs und benutzt ein Beispiel aus der Tierwelt. Ein Mensch ist nicht fähig, befriedigend zu erklären, warum solche Geschöpfe überhaupt existieren. Kein Mensch ist fähig, alle Geheimnisse der Geschöpfe Gottes zu erklären, wie zum Beispiel den Vogelzug und anderes mehr. Der Herr fragt Hiob gleichsam, ob er nun weiter diskutieren oder zurück weichen möchte. Hiob kann nichts auf die Aussagen Gottes antworten. Tatsächlich gibt Hiob nach. Er bekennt, dass er angesichts der großen, unbegreiflichen Natur gering ist. Der Herr stürzt die Ansichten von Hiob völlig um.

Und nun unser heutiger Text:

Hiob 38
1 Da antwortete der HERR dem Hiob aus dem Sturm und sprach:
2 Wer ist es, der den Ratschluss verdunkelt mit Worten ohne Erkenntnis?
3 Gürte doch wie ein Mann deine Lenden! Dann will ich dich fragen, und du sollst mich belehren!
4 Wo warst du, als ich die Erde gründete? Teile es mit, wenn du Einsicht kennst!
5 Wer hat ihre Masse bestimmt, wenn du es kennst? Oder wer hat über ihr die Messschnur ausgespannt?
6 Worauf sind ihre Sockel eingesenkt? Oder wer hat ihren Eckstein gelegt,
7 als die Morgensterne miteinander jubelten und alle Söhne Gottes jauchzten?
8 Wer hat das Meer mit Türen verschlossen, als es hervorbrach, dem Mutterschoss entquoll,
9 als ich Gewölk zu seinem Gewand machte und Wolkendunkel zu seinen Windeln
10 und ich ihm meine Grenze zog und Riegel und Türen einsetzte
11 und sprach: Bis hierher kommst du und nicht weiter, und hier soll aufhören der Stolz deiner Wellen?
12 Hast du einmal in deinem Leben dem Morgen geboten? Hast du die Morgenröte ihre Stätte wissen lassen,
13 damit sie die Enden der Erde erfasse, so dass die Gottlosen von ihr abgeschüttelt werden?
14 Sie verwandelt sich wie Siegelton, und alles steht da wie ein Kleid;
15 und den Gottlosen wird ihr Licht entzogen, und der erhobene Arm wird zerbrochen.
16 Bist du gekommen bis zu den Quellen des Meeres, und hast du den Urgrund der Tiefe durchwandelt?
17 Sind dir die Tore des Todes aufgedeckt worden, und hast du die Tore der Finsternis gesehen?
18 Hast du auf die Breiten der Erde geachtet? Teile es [mir] mit, wenn du das alles erkannt hast!
19 Wo ist denn der Weg dahin, wo das Licht wohnt? Und die Finsternis - wo ist denn ihre Stätte,
20 so dass du sie in ihr Gebiet bringen könntest und dass dir die Pfade zu ihrem Haus bekannt wären?
21 Du hast es [ja] erkannt, denn damals warst du [schon] geboren, und die Zahl deiner Tage ist gross!
22 Bist du bis zu den Vorräten des Schnees gekommen, und hast du die Vorräte des Hagels gesehen,
23 die ich aufgespart habe für die Zeit der Not, für den Tag des Kampfes und der Schlacht?
24 Wo denn ist der Weg, auf dem das Licht sich verteilt, der Ostwind sich über die Erde zerstreut?
25 Wer furchte der Regenflut einen Wassergraben und einen Weg der donnernden Gewitterwolke,
26 um regnen zu lassen auf ein Land ohne Menschen, auf die Wüste, in der kein Mensch ist,
27 um zu sättigen die Öde und Verödung und um hervorspriessen zu lassen die Triebe des frischen Grases?
28 Hat der Regen einen Vater, oder wer hat die Tautropfen gezeugt?
29 Aus wessen Schoss kam das Eis hervor, und des Himmels Reif, wer hat ihn geboren,
30 wenn sich das Wasser wie in einem Stein versteckt hält und die Fläche der Tiefe fest gefügt ist?
31 Knüpfst du die Bänder des Siebengestirns, oder löst du die Fesseln des Orion?
32 Kannst du die Tierkreisbilder hervortreten lassen zu ihrer Zeit und den Grossen Bären leiten samt seinen Jungen?
33 Hast du die Ordnungen des Himmels erkannt, oder bestimmst du seine Herrschaft auf der Erde?
34 Erhebst du deine Stimme zum Gewölk, so dass der Schwall des Wassers dich bedeckt?
35 Entsendest du Blitze, so dass sie hinfahren und zu dir sagen: Hier sind wir?
36 Wer hat Weisheit in den Ibis gelegt, oder wer hat dem Hahn Verstand gegeben?
37 Wer kann in Weisheit die Wolken zählen, und die Krüge des Himmels - wer kippt sie um,
38 wenn das Erdreich hart wird wie gegossenes Metall und die Schollen aneinanderkleben?

Hiob 39
1 \38:39\ Erjagst du für die Löwin die Beute, und stillst du die Gier der jungen Löwen,
2 \38:40\wenn sie sich auf [ihren] Lagern ducken, im Dickicht auf der Lauer sitzen?
3 \38:41\Wer stellt dem Raben sein Futter bereit, wenn seine Jungen zu Gott schreien, umherirren ohne Nahrung?
4 \39:1\ Kennst du die Wurfzeit der Steinböcke? Beobachtest du das Kreissen der Hirschkühe?
5 \39:2\Zählst du die Monate, die sie erfüllen müssen, und kennst du die Zeit ihres Werfens?
6 \39:3\Sie kauern sich, lassen ihre Jungen durchbrechen, entledigen sich ihrer Wehen.
7 \39:4\Ihre Kinder werden stark, wachsen auf im Freien; sie ziehen hinaus und kehren nicht [mehr] zu ihnen zurück.
8 \39:5\ Wer hat den Wildesel frei laufen lassen, und wer hat die Fesseln des Wildlings gelöst,
9 \39:6\dem ich die Steppe zur Behausung machte und zu seiner Wohnung das salzige Land?
10 \39:7\Er lacht über das Getümmel der Stadt, das Geschrei des Treibers hört er nicht.
11 \39:8\Was er auf den Bergen erspäht, ist seine Weide, und allem Grünen spürt er nach.
12 \39:9\ Wird der Büffel dir dienen wollen, oder wird er an deiner Krippe übernachten?
13 \39:10\Hältst du den Büffel in der Furche an seinem Seil, oder wird er die Talgründe hinter dir her eggen?
14 \39:11\Traust du ihm, weil seine Kraft so gross ist, und überlässt du ihm deine Arbeit?
15 \39:12\Kannst du dich auf ihn verlassen, dass er dein Korn heimbringt und [das Getreide für] deine Tenne einsammelt?
16 \39:13\ Munter schwingt sich der Flügel der Straussenhenne - ist es die Schwinge des Storches oder des Falken?
17 \39:14\Denn sie überlässt ihre Eier der Erde und lässt sie auf dem Staub warm werden.
18 \39:15\Und sie vergisst, dass ein Fuss sie zerdrücken und das Wild des Feldes sie zertreten kann.
19 \39:16\Sie behandelt ihre Jungen hart, als gehörten sie ihr nicht. War ihre Mühe umsonst, es erschüttert sie nicht.
20 \39:17\Denn Gott liess sie die Weisheit vergessen und gab ihr keinen Anteil an der Einsicht.
21 \39:18\Wenn sie dann aber in die Höhe schnellt, lacht sie über das Ross und seinen Reiter.
22 \39:19\ Gibst du dem Ross die Kraft, bekleidest du seinen Hals mit einer Mähne?
23 \39:20\Bringst du es zum Springen wie die Heuschrecke? Schrecklich ist sein hoheitsvolles Schnauben.
24 \39:21\Es scharrt in der Ebene und freut sich an [seiner] Kraft; es zieht aus, den Waffen entgegen.
25 \39:22\Es lacht über die Furcht und erschrickt nicht und kehrt vor dem Schwert nicht um.
26 \39:23\Über ihm klirrt der Köcher, die Klinge von Speer und Krummschwert.
27 \39:24\Mit Ungestüm und Erregung schlürft es den Boden und lässt sich nicht halten, wenn das Horn ertönt.
28 \39:25\Sooft das Horn erklingt, ruft es: Hui! Und [schon] von weitem wittert es die Schlacht, das Lärmen der Obersten und das Kriegsgeschrei.
29 \39:26\ Schwingt sich kraft deiner Einsicht der Habicht empor, breitet seine Flügel aus für den Südwind?
30 \39:27\Oder erhebt sich auf deinen Befehl der Geier so hoch und baut in der Höhe sein Nest?
31 \39:28\Den Fels bewohnt er und horstet [dort] auf der Felsenzacke und der Bergfeste.
32 \39:29\Von dort aus erspäht er Nahrung, in die Ferne blicken seine Augen.
33 \39:30\Seine Jungen gieren nach Blut, und wo Erschlagene sind, da ist er.
34 \40:1\ Und der HERR antwortete dem Hiob und sprach:
35 \40:2\ Mit dem Allmächtigen will der Tadler rechten? Der da Gott zurechtweist, er antworte darauf!
36 \40:3\ Da antwortete Hiob dem HERRN und sagte:
37 \40:4\ Siehe, zu gering bin ich! Was kann ich dir erwidern? Ich lege meine Hand auf meinen Mund.
38 \40:5\Einmal habe ich geredet, und ich will nicht [mehr] antworten; und zweimal, und ich will es nicht wieder tun.



 

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