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Chronologische Bibellese

Datum: Mittwoch, 30.01.2008
Bibelstelle: 2. Mose 1-3
Autor: Hermine Darbinjan (Hoffnung@msoe.org)
Organisation: Mission für Süd-Ost-Europa (http://www.msoe.org)
Thema: “Ich werde mit dir sein ... ich bin der gegenwärtige Gott!”



Lieber Leser, heute startet unsere Reise durch das nächste Buch der Bibel. Gestatten Sie, dass ich mich vorstelle: Mein Name ist Hermine Darbinjan und ich bin Kandidatin der Mission für Süd-Ost-Europa. Ich habe das Privileg, Sie in den nächsten zwei Wochen durch “das Buch der Namen”, so heisst es jedenfalls nach den ersten Worten des Buches im Hebräischen, zu begleiten. Dieses Buch wurde vor etwa dreieinhalbtausend Jahren von einem der intelligentesten Menschen seines Zeitalters geschrieben. Über seine hervorragende Ausbildung erwähnt der bescheidene Author des Buches nichts. Also, lieber Leser, wie Sie schon sicherlich erraten haben, geht es um Mose, den Mann Gottes, den berühmten Priester und Propheten des Volkes Israel, und um sein zweites Buch, dass im Deutschen gewöhnlich als Exodus (zu deutsch “Auszug”) oder einfach als das 2. Buch Mose genannt wird.

Nach den Überlieferungen der Erzväter beginnt nun die eigentliche Geschichte des Volkes Israel - genauer gesagt: Gottes Geschichte mit dem Volk Israel. Seit der Ansiedlung der Familie Israels in Ägypten waren etwa vierhundert Jahre vergangen. Genauso wie es der allmächtige, treue Gott noch vor Jahren Abraham verheissen hatte, war nun aus einer einzigen Familie ein grosses und starkes Volk geworden. Das Volk hatte aber noch kein eigenes Land, wurde unterdrückt, musste Sklavenarbeit leisten, hatte keine Rechte und keine Aussicht auf Freiheit. “Jeden Sohn, der geboren wird, sollt ihr in den Nil werfen”, lautete der Befehl des Pharaos gegen die Israeliten.

Der König der Könige aber hatte andere Pläne: Der Herr sah das Elend Seines Volkes, ER hörte sein Geschrei, ER kannte seine Schmerzen und ER wollte es erretten! (2. Mose 3,7). Und nun, an dieser Stelle setzt die faszinierende Geschichte von Mose ein. Schon mit drei Monaten macht der kleine Mann seine erste Reise: Sein Verkehrsmittel - ein Kästchen konstruiert von seiner eigenen Mutter (für das Wort “Kästchen” wurde übrigens im hebräischen Text das gleiche Wort verwendet, wie für die “Arche Noah”), Reiseziel – der Hof seines gefährlichstes Feindes – des Pharaos.

Der Einzige, dem das Reiseziel nicht verborgen war – der Leiter der Reise also – war der allmächtige Gott Israels. Und das ist erst der Anfang der atemberaubenden Lebensgeschichte vom zukünftigen Befreier seines Volkes! Kaum war der als Säugling in seinem “Ärchlein” versteckte, wunderbar Gerettete am Pharaonenhof groß geworden, wird er auch schon zum Mörder. “Keiner hat es gesehen”, dachte Mose bei sich. Aber bald war es heraus und Mose auf der Flucht. Er wurde ein Fremder in dem fremden Land Midian, und zwar 40 Jahre lang. Vom Adoptivkind der Pharaonentochter zu einem einfachen Schafhirten! Der treue Gott verließ ihn aber auch hier nicht. Und dieser grosse Gott, der Gott, der die Himmel und die Erde erschaffen hat, spricht zu Mose: “Geh hin, denn ich will dich senden.” – Und ER sagt ausserdem: “Ich werde mit dir sein ... ich bin der gegenwärtige Gott! Geh hin!” (2. Mose 3,12-14)

Jahrtausende sind vergangen, seitdem diese wunderbare Geschichte mit Israel geschehen ist. Vieles hat sich mit der Zwischenzeit verändert. Die Worte Gottes werden aber nie vergehen! Jahrtausende sind vergangen, aber das Wort Gottes hat bis heute noch nicht ein Jota verloren! „Ich werde mit dir sein“, sagt unser grosser gegenwärtiger Gott: „Erkenne, dass ICH der Herr bin!“ (2. Mose 7,17).

Der Herr ist auch mit Ihnen am heutigen Tag, selbst wenn Sie IHN nicht spüren sollten. ER sieht Sie und ER hört Sie. ER weiss, wie es Ihnen geht. Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich dessen sicher sein können, Ihre Hermine Darbinjan aus Armenien, dem Ort, wo Noahs Arche nach der langen Reise an Land gegangen ist. Aber das ist wieder eine andere Geschichte ...


2. Mose 1
1 Und dies sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten kamen - mit Jakob kamen sie, jeder mit seinem Haus:
2 Ruben, Simeon, Levi und Juda;
3 Issaschar, Sebulon und Benjamin;
4 Dan und Naftali, Gad und Asser.
5 Und [die Zahl] aller Seelen, die von Jakob abstammten, betrug siebzig Seelen. Joseph aber war [schon] in Ägypten.
6 Und Joseph starb und alle seine Brüder und jene ganze Generation.
7 Die Söhne Israel aber waren fruchtbar und wimmelten und mehrten sich und wurden sehr, sehr stark, und das Land wurde voll von ihnen.
8 Da trat ein neuer König [die Herrschaft] über Ägypten an, der Joseph nicht [mehr] kannte.
9 Der sagte zu seinem Volk: Siehe, das Volk der Söhne Israel ist zahlreicher und stärker als wir.
10 Auf, lasst uns klug gegen es vorgehen, damit es sich nicht noch weiter vermehrt! Sonst könnte es geschehen, wenn Krieg ausbricht, dass es sich auch [noch] zu unseren Feinden schlägt und gegen uns kämpft und [dann] aus dem Land hinaufzieht.
11 Daher setzten sie Arbeitsaufseher über es, um es mit ihren Lastarbeiten zu drücken. Und es baute für den Pharao Vorratsstädte: Pitom und Ramses.
12 Aber je mehr sie es bedrückten, desto mehr nahm es zu; und so breitete es sich aus, so dass sie ein Grauen erfasste vor den Söhnen Israel.
13 Da zwangen die Ägypter die Söhne Israel mit Gewalt zur Arbeit
14 und machten ihnen das Leben bitter durch harte Arbeit an Lehm und an Ziegeln, und durch allerlei Arbeit auf dem Feld, mit all ihrer Arbeit, zu der sie sie mit Gewalt zwangen.
15 Und der König von Ägypten sprach zu den hebräischen Hebammen, von denen die eine Schifra und die andere Pua hiess,
16 und sagte: Wenn ihr den Hebräerinnen bei der Geburt helft und bei der Entbindung seht, dass es ein Sohn ist, dann tötet ihn, wenn es aber eine Tochter ist, dann mag sie am Leben bleiben.
17 Aber weil die Hebammen Gott fürchteten, taten sie nicht, wie ihnen der König von Ägypten gesagt hatte, sondern liessen die Jungen am Leben.
18 Da rief der König von Ägypten die Hebammen [zu sich] und sagte zu ihnen: Warum habt ihr das getan, dass ihr die Jungen am Leben gelassen habt?
19 Die Hebammen antworteten dem Pharao: Ja, die hebräischen Frauen sind nicht wie die ägyptischen, denn sie sind kräftig; ehe die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie [schon] geboren.
20 Und Gott tat den Hebammen Gutes, und das Volk vermehrte sich und wurde sehr stark.
21 Und weil die Hebammen Gott fürchteten, geschah es, dass er ihnen Nachkommen schenkte.
22 Da gebot der Pharao seinem ganzen Volk: Jeden Sohn, der geboren wird, sollt ihr in den Nil werfen, jede Tochter aber sollt ihr am Leben lassen!

2. Mose 2
1 Und ein Mann vom Haus Levi ging hin und nahm eine Tochter Levi [zur Frau].
2 Und die Frau wurde schwanger und gebar einen Sohn. Als sie sah, dass er schön war, verbarg sie ihn drei Monate [lang].
3 Und als sie ihn nicht länger verbergen konnte, nahm sie für ihn ein Kästchen aus Schilfrohr und verklebte es mit Asphalt und Pech, legte das Kind hinein und setzte es in das Schilf am Ufer des Nil.
4 Seine Schwester aber stellte sich in [einiger] Entfernung hin, um zu erfahren, was mit ihm geschehen würde.
5 Und die Tochter des Pharao ging hinab, um am Nil zu baden, während ihre Dienerinnen am Ufer des Nil hin und her gingen. Und sie sah das Kästchen mitten im Schilf und sandte ihre Magd hin und liess es holen.
6 Und als sie es geöffnet hatte, sah sie das Kind, und siehe, ein weinender Junge [lag darin]. Da hatte sie Mitleid mit ihm und sagte: Das ist [eins] von den Kindern der Hebräer.
7 Und seine Schwester sagte zur Tochter des Pharao: Soll ich hingehen und dir eine stillende Frau von den Hebräerinnen herbeirufen, damit sie das Kind für dich stillt?
8 Die Tochter des Pharao antwortete ihr: Geh hin! Da ging das Mädchen hin und rief die Mutter des Kindes herbei.
9 Und die Tochter des Pharao sagte zu ihr: Nimm dieses Kind mit und stille es für mich, dann werde ich [dir] deinen Lohn geben! Da nahm die Frau das Kind und stillte es.
10 Als aber das Kind gross geworden war, brachte sie es der Tochter des Pharao, und es wurde ihr zum Sohn. Und sie gab ihm den Namen Mose, indem sie sagte: Ich habe ihn ja aus dem Wasser gezogen.
11 Und es geschah in jenen Tagen, als Mose gross geworden war, da ging er zu seinen Brüdern hinaus und sah bei ihren Lastarbeiten zu. Da sah er, wie ein ägyptischer Mann einen hebräischen Mann, [einen] von seinen Brüdern, schlug.
12 Und er wandte sich hierhin und dorthin, und als er sah, dass niemand [in der Nähe] war, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand.
13 Als er aber am Tag darauf wieder hinausging, siehe, da rauften sich zwei hebräische Männer, und er sagte zu dem Schuldigen: Warum schlägst du deinen Nächsten?
14 Der aber antwortete: Wer hat dich zum Aufseher und Richter über uns gesetzt? Gedenkst du etwa, mich umzubringen, wie du den Ägypter umgebracht hast? Da fürchtete sich Mose und sagte sich: Also ist die Sache doch bekannt geworden!
15 Und der Pharao hörte diese Sache und suchte, Mose umzubringen. Mose aber floh vor dem Pharao und hielt sich im Land Midian auf. Und er setzte sich an einen Brunnen.
16 Nun hatte der Priester von Midian sieben Töchter; die kamen, schöpften [Wasser] und füllten die Tränkrinnen, um die Herde ihres Vaters zu tränken.
17 Aber die Hirten kamen und trieben sie weg. Da stand Mose auf, half ihnen und tränkte ihre Herde.
18 Als sie nun zu ihrem Vater Reguel kamen, sagte er: Warum seid ihr heute so früh gekommen?
19 Sie antworteten: Ein ägyptischer Mann hat uns aus der Gewalt der Hirten befreit, und er hat sogar eifrig für uns geschöpft und die Herde getränkt.
20 Da sagte er zu seinen Töchtern: Und wo ist er? Warum habt ihr denn den Mann draussen gelassen? Ladet ihn doch ein, damit er Brot [mit uns] isst!
21 Und Mose willigte ein, bei dem Mann zu bleiben. Und er gab Mose seine Tochter Zippora [zur Frau].
22 Die gebar einen Sohn, und er gab ihm den Namen Gerschom, indem er sagte: Ein Fremder bin ich in einem fremden Land geworden.
23 Und es geschah während jener vielen Tage, da starb der König von Ägypten. Und die Söhne Israel seufzten wegen [ihrer] Arbeit und schrieen um Hilfe. Und ihr Geschrei wegen der Arbeit stieg auf zu Gott.
24 Da hörte Gott ihr Ächzen, und Gott dachte an seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob.
25 Und Gott sah nach den Söhnen Israel, und Gott kümmerte sich um sie.

2. Mose 3
1 Mose aber weidete die Herde Jetros, seines Schwiegervaters, des Priesters von Midian. Und er trieb die Herde über die Wüste hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb.
2 Da erschien ihm der Engel des HERRN in einer Feuerflamme mitten aus einem Dornbusch. Und er sah [hin], und siehe, der Dornbusch brannte im Feuer, und der Dornbusch wurde nicht verzehrt.
3 Und Mose sagte [sich]: Ich will doch hinzutreten und dieses grosse Gesicht sehen, warum der Dornbusch nicht verbrennt.
4 Als aber der HERR sah, dass er herzutrat, um zu sehen, da rief ihm Gott mitten aus dem Dornbusch zu und sprach: Mose! Mose! Er antwortete: Hier bin ich.
5 Und er sprach: Tritt nicht näher heran! Zieh deine Sandalen von deinen Füssen, denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliger Boden!
6 Dann sprach er: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht, denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.
7 Der HERR aber sprach: Gesehen habe ich das Elend meines Volkes in Ägypten, und sein Geschrei wegen seiner Antreiber habe ich gehört; ja, ich kenne seine Schmerzen.
8 Darum bin ich herabgekommen, um es aus der Gewalt der Ägypter zu erretten und es aus diesem Land hinaufzuführen in ein gutes und geräumiges Land, in ein Land, das von Milch und Honig überfliesst, an den Ort der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hewiter und Jebusiter.
9 Und nun siehe, das Geschrei der Söhne Israel ist vor mich gekommen; und ich habe auch die Bedrängnis gesehen, mit der die Ägypter sie quälen.
10 Nun aber geh hin, denn ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Söhne Israel, aus Ägypten herausführst!
11 Mose aber antwortete Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und die Söhne Israel aus Ägypten herausführen sollte?
12 Da sprach er: Ich werde ja mit dir sein. Und dies sei dir das Zeichen, dass ich dich gesandt habe: Wenn du das Volk aus Ägypten herausgeführt hast, werdet ihr an diesem Berg Gott dienen.
13 Mose aber antwortete Gott: Siehe, wenn ich zu den Söhnen Israel komme und ihnen sage: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mich fragen: Was ist sein Name?, was soll ich dann zu ihnen sagen?
14 Da sprach Gott zu Mose: Ich bin, der ich bin. Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: [Der] `Ich bin' hat mich zu euch gesandt.
15 Und Gott sprach weiter zu Mose: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name in Ewigkeit, und das ist meine Benennung von Generation zu Generation.
16 Geh hin, versammle die Ältesten Israels und sprich zu ihnen: Jahwe, der Gott eurer Väter, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, und hat gesagt: Ich habe genau achtgehabt auf euch und auf das, was euch in Ägypten angetan worden ist,
17 und habe gesagt: Ich will euch aus dem Elend Ägyptens hinaufführen in das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hewiter und Jebusiter, in ein Land, das von Milch und Honig überfliesst.
18 Und sie werden auf deine Stimme hören. Und du sollst zum König von Ägypten hineingehen, du und die Ältesten Israels, und ihr sollt zu ihm sagen: Jahwe, der Gott der Hebräer, ist uns begegnet. So lass uns nun drei Tagereisen weit in die Wüste ziehen, damit wir Jahwe, unserm Gott, opfern!
19 Aber ich weiss wohl, dass der König von Ägypten euch nicht ziehen lassen wird, auch nicht durch eine starke Hand [gezwungen].
20 Deshalb werde ich meine Hand ausstrecken und Ägypten schlagen mit all meinen Wundern, die ich in seiner Mitte tun werde. Danach erst wird er euch ziehen lassen.
21 Und ich werde diesem Volk Gunst geben in den Augen der Ägypter, und es wird geschehen, wenn ihr [aus]zieht, sollt ihr nicht mit leeren Händen [aus]ziehen:
22 [Jede] Frau soll von ihrer Nachbarin und von ihrer Hausgenossin silberne Schmuckstücke und goldene Schmuckstücke und Kleidung fordern. Die sollt ihr euren Söhnen und Töchtern anlegen und so die Ägypter ausplündern!



 

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