Der christliche Glaube hat bestimmte Bestandteile, die ihn
in besonderer Weise 'anders' machen als alles, was wir sonst
in unserer Gesellschaft oder Welt als normal ansehen. Eines
dieser Bestandteile ist die Feindesliebe. Liebet
eure Feinde, sagt Jesus.
Wer ist mein Feind? Nun, zum Beispiel der Kollege im Büro,
der mir nicht wohlgesonnen ist und der mir immer wieder
Steine in den Weg legt. Oder der Konkurrent, das Unternehmen,
das sich auch um die begehrten Aufträge bemüht. In der
Politik sind die 'Feinde' die anderen Parteien. Statt sie
herunterzumachen, könnten wir Verständnis für ihre Anliegen
aufbringen. Liebet die anderen in der Politik?
Lesen wir
erst einmal die entsprechenden Ausschnitte aus der Bergpredigt
im Original:
Liebet eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen!
So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er
lässt die Sonne scheinen auf böse wie auf gute Menschen, und er
lässt es regnen auf alle, ob sie ihn ehren oder verachten. Wie
könnt ihr von Gott eine Belohnung erwarten, wenn ihr nur die liebt,
die euch auch lieben? ? Nein, ihr sollt vollkommen sein, weil euer
Vater im Himmel vollkommen ist
(Matthäus 5, 44ff)
Feindesliebe zu leben braucht etwas, das über unseren
normalen Horizont hinausgeht. Ohne Gott zu kennen und seine
Liebe zu erfahren, kann man sich die Feindesliebe kaum
vorstellen. Gott aber ist Hoffnung und Liebe selbst, ist eine
lebendige Kraft, die uns anspricht und aus der heraus wir
dann anderen mit SEINER Liebe begegnen können.
Feindesliebe ist wichtig, um die Kreisläufe von
Ignoranz, Haß und Vorurteilen zu durchbrechen. Feindesliebe
macht Sinn, weil jeder Mensch ein von Gott bis auf den
Grund seiner Seele geliebtes Wesen ist. Feindesliebe ist
die Basis für wirklich dauerhafte Beziehungen, für eine
neue Freundschaft, die mit Versöhnung und Vergebung anfängt
und die dann zu wirklichem Verständnis und zu Hilfe
und Rücksichtnahme führt.
Wir brauchen die Feindesliebe überall in dieser Welt!
Roland Potthast für das Evangeliumsnetz.
[Feedback per Email]
|