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28.09. Der Durchbruch zur Staatsreligion im römischen Reich ab 313 n.Chr.

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23.09. Die sich entwickelnde Kirche ca 250-300 n.Chr.
 
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Der Durchbruch zur Staatsreligion im römischen Reich ab 313 n.Chr.
Wenige Christen, die im dritten Jahrhundert n.Chr. unter Verfolgung, Folter und Exekution zu leiden hatten, konnten sich vorstellen, daß schon 100 Jahre später die heidnischen Tempel geschlossen würden und das Christentum die offizielle Religion des römischen Reiches würde. Aber genau diese Entwicklung geschah.
 
Kaiser Konstantin (306-37 n.Chr.) war der Sohn des toleranten Kaisers Chlorus und seiner christlichen Frau. Er wurde Nachfolger seines Vaters als Kaiser des Weströmischen Reiches, neben Maxentius, der die Macht über die Stadt Rom besaß. Im Jahr 312 schlug Konstantin Maxentius in der Schlacht an der Brücke von Milvian, außerhalb von Rom. Dieser Sieg sollte einen entscheidenden Umbruch in der Geschichte des Christentums darstellen.
 
Kurz vor der Schlacht von Milvian hatte Konstantin einen Traum, in dem ihm ein Kreuz aus Licht erschien zusammen mit den lateinischen Worten: "in diesem Zeichen wirst du siegen". Konstantin ließ daraufhin das christliche Kreuz allen Soldaten auf die Schilde malen. Nachdem Konstantin Rom als siegreicher Kaiser eingenommen hatte, beendete er offiziell die Verfolgung des Christentums. Im Jahr 313 schloß er einen Vertrag mit Licinius, dem oströmischen Kaiser, das "Edikt von Mailand". In diesem wird im gesamten Reich die Religionsfreiheit ausgerufen und das Eigentum von Christen wird wieder hergestellt.
 
Die beiden Kaiser überwarfen sich jedoch bald und Licinius, selbst kein Christ, kehrte zur Christenverfolgung zurück. Es kam zur gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Konstantin und Licinius, bei welcher der politische Konflikt unter dem Mantel eines Religionskrieges geführt wurde. Konstantin gewann schließlich die Schlacht gegen Licinius bei Chrysopolis im Jahr 324.
 
Konstantin reformierte das römische Reich und die nun offizielle christliche Kirche. Er räumte Bishöfen den Rank von Senatoren ein. In der Theorie wurden Staat und Kirche zu einer Einheit, wenn auch in der Praxis viele Konflikte und Diskussionen ausgetragen wurden. Konstantin gab den Kirchen vielerlei Geschenke, Eigentum, Land, Kirchen und Basiliken. So wurde der Petersdom in Rom gebaut. Konstantin erklärte den Sonntag zum allgemeinen Ruhetag, wodurch die wöchentlichen Feiern des Mithras ersetzt wurden. Er finanzierte Kopien von Bibeln und setzte christliche Ideen in Gesetze um, welche den Schutz von Kindern, Sklaven und Gefangenen zum Inhalt hatten.
 
Der Versuch, Ost und West zusammenzuführen gipfelte in der Wahl von Roma Nova, auch Konstantinopel oder heute Istanbul auf dem Gebiet der antiken Stadt Byzantium (daher der Name 'byzantinisches Reich') zur Hauptstadt des römischen Reiches.
 
Die Entwicklung zur Staatsreligion wurde während der Herrschaft von Kaiser Julian 361 unterbrochen. Aber nachdem Julian schon nach zwei Jahren in einer Schlacht starb, wurde der neue Bann von seinem Nachfolger Jovian (363 n.Chr.) aufgehoben und die christliche Kirche kam erneut in den Genuß eines einflußreichen Patrons. Im Jahr 379 wurde Flavius Theodosius (379-95) Kaiser des oströmischen Reiches. Unter ihm wurde 380 das Christentum zur vorgeschriebenen Religion. Jede Praxis heidnischer Anbetung wurde verboten und die christliche apostolische Religion wurde zur Staatsreligion ernannt. Das ausgehende vierte Jahrhundert wurde geprägt von weitreichender christlicher Lehre im gesamten römischen Reich. In den Sprachen Griechisch und Latein wurden die Inhalte des Glaubens von Missionaren und Lehrern bekannt gemacht.
 
Über diese Entwicklung zur Staatsreligion, über Religionsfreiheit und Gewalt, werden wir noch nachzudenken haben. Ist es im Sinne Jesu Christi, daß hier die Entscheidung zum Glauben an Gott von der staatlichen Autorität dem Einzelnen entzogen wurde? Ist es Christentum, in einer sogenannten 'christlichen' Gesellschaft zu leben? Was macht eigentlich einen Menschen zum Christen - die 'christliche' Geburt? Wohl kaum. Und weitere Fragen sind wesentlich: Kann die richtige Lehre verordnet werden? Die Entwicklung des vierten Jahrhunderts ist für das Christentum als lebendigen Glauben nicht unproblematisch und hat seine Auswirkungen bis heute.
 
Roland Potthast für das Evangeliumsnetz. [Feedback per Email]



 

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