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12.02. Vorläufer der Reformation: Kempis, Hus, Wycliffe im 14./15. Jahrhundert

11.02. Vorläufer der Reformation: Kempis, Hus, Wycliffe im 14./15. Jahrhundert

10.02. Zwischen Einheit und Spaltung: Anti-Päpste um 1400

09.02. Weltgeschichte und Lebensverständnis

07.02. Dominikaner und Franziskaner - das 13. Jahrhundert n.Chr.

06.02. Dominikaner und Franziskaner - das 13. Jahrhundert n.Chr.

05.02. Dominikaner und Franziskaner - das 13. Jahrhundert n.Chr.

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Vorläufer der Reformation: Kempis, Hus, Wycliffe im 14./15. Jahrhundert
Im 14. Jahrhundert war das Papsttum in Avignon und Rom gespalten und in vielem dekadent. Hinzu kam die immer weiter ausufernde Kirchenbürokratie, die beträchtliche finanzielle Summen verschlang. Es wurde Usus, auf vielfältige Weise diese Summen einzutreiben - so entstand ein durch und durch korruptes System, bei dem sich zum Teil der neue Klerus in die Ämter einkaufen mußte oder konnte. Zwei Drittel der finanziellen Mittel des Papstes in Avignon wurde dafür verwandt, die kirchlichen Besitztümer in Italien zu verteidigen.
 
Der Zustand der Kirchenleitung blieb nicht ohne Kritik und ohne Gegenbewegungen. In England inspirierte John Wycliffe (1330-84) eine Laienbewegung, die Lollarden, die sehr feindlich gegenüber der gesamten Kirchenhierarchie eingestellt waren. John Wycliffe lebte fast 200 Jahre vor der Reformation. Seine Überzeugungen waren jedoch denen von Luther, Calvin und anderen Reformern nahe. Später sollte er der Morgenstern der Reformation genannt werden.
 
Wycliffe kritisierte Mißbrauch und falsche Lehren in der Kirche. Im Jahr 1382 übersetzte er die Bibel ins Englische - die erste europäische Übersetzung seit 1000 Jahren. Die Lollarden predigten in ganz England und initiierten eine spirituelle Revolution. Doch die Bewegung lebte nur kurz. Wycliffe wurde von seinem Lehrstuhl in Oxford entfernt. 44 Jahre nach seinem Tod wurden seine Gebeine auf Anweisung des Papstes exhumiert und verbrannt. Es gab eine heftige Verfolgung gegenüber seinen Nachfolgern und Lehren. Erst mit Luther und der Reformation würde dieser evangelische Glaube wieder zum Durchbruch kommen. Der Name Wycliffs sollte 1942 von einer Organisation übernommen werden, die Bibelübersetzungen weltweit unterstützt und anfertigt, von den 'Wycliffe Bibelübersetzern'.
 
In Deutschland und den Niederlanden lehrten und Predigten Gerhard Groot (um 1384) und sein Schüler Thomas von Kempen (1380-1471). Sie wurden von nicht wenigen Bischöfen und Synoden unterstützt in ihrem Ziel, das Evangelium und die ganze Bibel zu lehren in Einfachheit und Verständlichkeit. Thomas von Kempen war Author der wirkungsmächtigen Schrift 'De imitatione Christi' (von der Nachfolge Christi), die viele Menschen zu einem Leben im christlichen Glauben motiviert hat.
 
In Tschechien lebte und wirkte der Reformer Jan Hus (1369 - 1415). Es kam zum Konflikt mit der Kirchenhierarchie, da Jan Hus der Kirche vorwarf, von der Bibel abzuweichen und falschen Lehren zu folgen. Hus war dabei stark von Wycliffe beeinflußt. 1408 wurde Hus das Predigen verboten und die Ausübung der priesterlichen Funktionen wurde ihm versagt. Im Jahr 1410 wurde Hus verbannt. Daraufhin brachen Unruhen aus und Volksdemonstrationen ermöglichten es Hus, trotz des Verbots seine Predigten fortzusetzen. 1413 schrieb er sein Hauptwerk 'de ecclesia' (Über die Kirche).
 
Im Jahr 1414 wurde Hus aufgefordert, sich auf dem Konstanzer Konzil zu verteidigen. Dabei hatte ihm König Siegmund freies Geleit versprochen. Auf dem Konzil wurde er gleich bei seiner Ankunft festgenommen, zum Widerruf und zur Anerkennung der Authorität der Kirche aufgefordert und da er sich weiterte, verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
 
Roland Potthast für das Evangeliumsnetz. [Feedback per Email]



 

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