Logo oldtimer

Ihre seelische und geistliche Tankstelle im Internet ...
Ein Projekt des Evangeliumsnetzes in Deutschland.
 
Links:

Auftanken.de
Bibel-Online.net
Evangeliumsnetz
 
Die tägliche Bibellese per eMail:

Hier an- und abmelden
 
Weitere Sprachen:

English
 
Werbung:

Auftanken.de auf Ihrer Homepage!
 
Weitere Andachten:

22.04. Die Aufklärung beginnt - die Zeit seit 1648

21.04. Die Aufklärung beginnt - die Zeit seit 1648

20.04. Der Abschluß der Reformationszeit - dreißigjähriger Krieg 1618 - 48

19.04. Katholische Weltmission im 16. Jahrhundert und 17. Jahrhundert

18.04. Die katholische (Gegen-)Reformation im 16. Jahrhundert II

17.04. Die katholische (Gegen-)Reformation im 16. Jahrhundert II

16.04. Die katholische (Gegen-)Reformation im 16. Jahrhundert II

15.04. Die katholische (Gegen-)Reformation im 16. Jahrhundert I
 
Nächste Andacht: Katholische Weltmission im 16. Jahrhundert und 17. Jahrhundert
Vorige Andacht: Die katholische (Gegen-)Reformation im 16. Jahrhundert II
Andachtarchiv



Die katholische (Gegen-)Reformation im 16. Jahrhundert II
Während zum Beginn des 16. Jahrhunderts die neuen Orden der Theatiner, Barnabiter und Jesuiten innerhalb der katholischen Kirche rasch wuchsen, gelang es auch einigen der alten Mönchsorden, sich zu reformieren und neue Kraft zu entfalten. Im Jahr 1524 gab Papst Clement VIII für einen Zweig der Franziskaner die Erlaubnis, separate reformierte Häuser zu eröffnen. So entstanden die Kapuziner, die nach ihrer besonderen Kapuze benannt wurden. Bis heute sind diese Christen weltweit bekannt als Evangelisten, Prediger und Bekenner Christi.
 
Spanien wurde um 1540 überschwemmt von dem neuen Reichtum, den die Kolonien in Nord- und Südamerika brachten. Hier waren Kirche und Staat eng verbunden und die protestantische Reformation wurde von der Inquisition mit brutaler Gewalt verhindert. Doch inmitten dieses Klimas der Repression lebte eine innerkatholische Spiritualität auf, die sich an Personen wie Theresa von Avila und John vom Kreuz orientierte.
 
John vom Kreuz (1542-91) und Theresa von Avila (1515-82) sind zwei der bekanntesten Mystiker der katholischen Geschichte. Sie suchten ein kontemplatives Leben, welches voll und ganz in der Hingabe an Gott aufgeht. Persönliche Leidenschaft in der Verwirklichung des Glaubens war etwas, das die katholische Kirche brauchte und aufsog. John und Theresa schrieben über ihre mystischen bzw. spirituellen Erfahrungen in Gedichten und Büchern. Sie unterstützten Kirchenreformen, indem sie sich für konsequente und strenge Regeln in den Karmeliter Klostern einsetzten. 1562 gründete Theresa in Avila einen Konvent für Karmeliternonnen, der die entschärften Regeln der Karmeliter durch eine einfache und strenge Regel
 
Unter Papst Paul III (1534-49) kamen die spirituellen Reformen der Klöster und Orden oben in der Kirchenhierarchie an. Er ordnete viele positive Veränderungen an, berief Reformen in das Kollegium der Kardinäle und setzte eine päpstliche Reform-Kommission ein. Im Jahr 1542 berief Paul III ein allgemeines Konzil ein, das im Jahr 1545 schließlich in dem Konzil von Trent in Norditalien realisiert wurde. Die Diskussionen zogen sich bis 1563 hin und berührten Themen wie die Rechtfertigung (wann wird ein Mensch von Gott angenommen und von seiner Schuld befreit?), die Einsetzung und Pflichten von Bischöfen und katholischer Lehre. In der ersten Phase wurden die Lehren von Luther, Calvin und Zwingli verstoßen und das Glaubensbekenntnis von Nicea bestätigt. Auch die Theologie der sieben Sakramente wurde hier bekräftigt.
 
In der letzten Phase wurden viele der mittelalterlichen theologischen Ideen und Praktiken verteidigt, unter anderem das Zölibat (Ehelosigkeit) für den Klerus und die Existenz des Purgatoriums (Fegefeuers), in dem Sünder nach dem Tode von ihren Sünden gereinigt werden, um dann in den Himmel einzugehen. Es wurde der Glaube an den freien Willen des Menschen bestätigt entgegen der lutherischen Lehre von der Gebundenheit des Willens (kann ein Mensch das Gute tun?). Man bestand darauf, daß Liebe und Hoffnung ebenso wichtig sind für die Rettung eines Menschen wie der Glaube. Kirchliche Mißstände wie der Ankauf und Verkauf von Kirchenbüros wurden beseitigt, der Pluralismus wurde abgelehnt. Rom wurde als Zentrum der katholischen (=allgemeinen) Kirche bestätigt. Die Ergebnisse des Konzils wurden schließlich in Dekreten, Seminaren und Kanons verbreitet und zur Ausbildung von Priestern und Theologen genutzt. Damit war für 400 Jahre bis zum zweiten vatikanischen Konzil 1960 die theologisch Grundlinie für die katholische Kirche und ihr Verhältnis zu den evangelischen Kirchen vorgezeichnet.
 
In ganz Europa veränderten sich im 16. Jahrhundert die Gottesdienst durch die Reformer evangelischer und katholischer Prägung. In den protestantischen Kirchen wurden die Liturgien (Gottesdienstordnungen) einfacher und die Predigt des Evangeliums rückte in den Mittelpunkt. Die farbenprächtigen Kleider wurden aufgegeben ebenso wie die lateinische Sprache zugunsten der lokalen Sprachen und einfacher schwarzer Roben analog zu den Professorenkleidern der Universitäten. Die Kirchen der Protestanten wurden von Bildern befreit, um sich ganz auf das Wort Gottes im neuen Testament zu konzentrieren. Die Psalmen wurden als Beweis gesehen, daß Gott Musik in den Gottesdiensten schätze und praktiziert, wobei Calvin nur eine einfache vokale Realisierung zuließ. Der Altar wurde u.a. von Zwingli, der nicht an die reale Gegenwart Christi in Brot und Wein der Eucharistie glaubte, zu einem simplen Tisch degradiert. Ganz anders die katholische Entwicklung. Die barocke Kunst und die mannigfaltigen Formen der Renaissance wurden genutzt, um den Zielen der Kirche zu dienen und dem Glauben Ausdruck zu verleihen. Die beeindruckenden Ornamente wurden genutzt, um zu beeindrucken und die Gefühle der Gläubigen auf Gottes Größe und Schönheit zu lenken, die ihren Widerschein in den Kirchengebäuden fand. Die Verehrung von Maria und den Heiligen wurde intensiviert. Kommunion und Beichte wurden häufiger und regelmäßig abgelegt, Prozessionen und Andachten waren populär. Bei all dem blieben die orthodoxen Kirchen des Ostens fast unbeeinflußt von dem Tumult des Westens und ihr Gottesdienst behielt die überlieferte Form.
 

 
Roland Potthast für das Evangeliumsnetz. [Feedback per Email]



 

Unterstützen Sie bitte diese Arbeit mit Ihrer Spende: Spendenkonto
[X-Tours Glaubensseminar] [Bibelseminar] [Evangeliumsnetz] [Impressum]