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Die Welt-Christenheit zum Jahrtausendwechsel II
Zum Beginn des dritten Jahrtausend befindet sich die Christenweit weiter in rascher Entwicklung. Nach dem Blick auf Europa, Russland und die USA nehmen wir heute Asien, Lateinamerika und Afrika näher in den Blick.
 
Über die Hälfte der Weltbevölkerung lebt zum Jahrtausendwechsel in Asien. Der christliche Glaube wächst hier mit ungebrochener Vitalität trotz mancher Unterdrückung. Auf den Phillipinen findet man einen blühenden traditionellen Katholizismus. Der katholische Glaube wächst auch trotz starker Repressionen in Vietnam. Sowohl Katholiken als auch evangelische Kirchen haben ein bemerkenswertes Wachstum in Korea erlebt. Der Erfolg des Evangeliums ist hier in vielem durch evangelistische Aktivitäten, so etwa durch die Kampagnen von Billy Graham initialisiert worden. Heute sehen sich über 40% der Koreaner als bekennende Christen, Südkorea beherbergt die größte christliche Gemeinde der Welt: Paul Cho's "Full Gospel Central Church" in Seoul mit mehr als 600.000 Mitgliedern.
 
Der christliche Glaube breitet sich auch in anderen asiatischen Ländern aus, so etwa in Taiwan, wo 6% der Menschen Christen geworden sind oder in Singapore mit 20% Christen. Es gibt eine Fülle von einheimischen Missionaren in Indien, Tibet, Bangladesh, Nepal, Myanmar, Pakistan, Bhutan und Thailand. In Indien gibt es immer wieder Gewalt gegen Christen und christliche Gemeinden - im wesentlichen durch islamische Gläubige. Die Christen unterliegen hier auch starken administrativen Einschränkungen durch die Regierung. Doch trotz all dieser Umstände bekennen sich 5% der über eine Milliarde Menschen zum christlichen Glauben - etwa soviel wie die gesamte westdeutsche Bevölkerung.
 
Papua Neu Guinea besitzt ethnisch und linguistisch eine der komplexesten Kulturen der Welt. Das Evangelium wuchs hier in den vergangenen 120 Jahren so stark, daß heute etwa 96% der Menschen sich zum christlichen Glauben bekennen.
 
Die am schnellsten wachsenden christlichen Kirchen in China müssen mit staatlicher Unterdrückung rechnen. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die "Catholik Patriotic Association" gegründet, welche den Einfluß des Vatikan auf die Christen brechen sollte und vom kommunistischen Staat kontrolliert wird. Eine ähnliche Organisation wurde gegründet, um die in China aktiven protestantischen Kirchen zu beeinflussen. Trotz aller Unterdrückung wachsen die christlichen Kirchen in China mit erstaunlichen Raten. Dagegen ist das Wachstum der Gemeinden in Japan gering und nur etwa 4% der Menschen glauben an Jesus Christus.
 
In der muslimischen Welt gab es Massenbekehrungen in Indonesien und heute glauben etwa 12% der Menschen an Jesus Christus. Kleines Wachstum gibt es in Ländern wie Iran, Afghanistan, Pakistan oder Kuwait, wo der Glaube stark von den Muslimen unterdrückt wird. In Saudi Arabien wurde der christliche Glaube total ausgelöscht.
 
Im Jahr 1990 bekannten sich etwa die Hälfte der Afrikaner zum christlichen Glauben. In bisher eher muslimisch geprägten Staaten wie Mali oder kriegsgeplagten Ländern wie Ethiopien bekehren sich oft unbeobachtet von der westlichen Öffentlichkeit Tausende zum christlichen Glauben. In einigen zentralafrikanischen Ländern bekennen sich über 70% der Menschen zu Jesus Christus. Sogar im Sudan, nach jahrelangen Massenmorden und Schreckensherrschaft, suchen die Menschen massenhaft die Kirchen, um hier Trost und Orientierung zu finden. Doch nicht alle Schrecken kommen von außerhalb der christlichen Gemeinschaft. Im Jahr 1994 schlachteten die Mitglieder der nominell christlichen Hutu und Tutsi Stämme in Burundi und Ruanda einander - auch ihre religiösen Führer waren in die Gewalt verstrickt.
 
Seit der Zeit der Eroberer im 16. Jahrhundert ist Latein Amerika traditionell mit der katholischen Kirche identifiziert worden. 90% der Bevölkerung war hier katholisch. Doch dieser Anteil ist bis 2003 auf etwa zwei Drittel gesunken. Viele der Katholiken haben sich dem pfingstlerisch geprägten Glauben zugewandt und so sind heute 75% der evangelischen Christen in diesen Ländern Pfingstler.
 
Die Statistiken zeigen, daß im Jahr 1960 etwa 60% der sich zum christlichen Glauben bekennenden Menschen in Westeuropa, Nordamerika und Australien lebten. Im Jahr 1990 hatte sich dieser Anteil auf 30% halbiert - heute leben zwei Drittel der Christen in den sich entwickelnden Ländern.
 
Die Angriffe des 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York haben der Frage nach dem Glauben und dem Zusammenleben der Religionen neue Aktualität verliehen. Ein Teil des Terrors kommt von muslimisch-geprägten Terroristen. Doch auch die christliche Welt kennt die Ausbrüche der Gewalt in ihren eigenen Reihen und hat hier im Laufe der 2000 Jahre währenden Geschichte des Glaubens viel Schuld auf sich geladen.
 
Der Kern des christlichen Glaubens bleibt in all dem der Ruf Jesu zur Umkehr, dem Vertrauen auf sein Handeln in Kreuz und Auferstehung und ein Leben in seiner Heiligkeit und Liebe. So gibt es für Christen eine starke Kraft, die eigenen Fehler zu bekennen und sich nach geistlicher Erneuerung durch den heiligen Geist auszustrecken. Die Hoffnung der Christen liegt in Jesus, dem "Herren", der versprochen hat, "immer bei ihnen zu sein bis an das Ende der Zeit" (Matth. 28, 20).
 
Roland Potthast für das Evangeliumsnetz. [Feedback per Email]



 

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