Die Evangelien, die vier ersten Bücher des neuen Testaments, des
zweiten Teiles der Bibel erzählen von Jesu Leben. Hier sind
Ereignisse berichtet, es sind aber auch viele Worte
und Reden Jesu wiedergegeben. Wir
wollen uns auf den Weg machen in den kommenden Tagen und
Wochen in diesen Reden Jesu zu stöbern und zu versuchen,
seine Worte mit ihrer Bedeutung für unser Leben heute
zu verstehen.
Für wen ist das Evangelium? Ist es nur für diejenigen, welche
Einsicht und Verstand besitzen? Ist es nur für diejenigen,
welche die Kraft und das Durchhaltevermögen besitzen,
die Gebote Gottes zu halten? Jesus redet in unserem heutigen
Text ganz andere Worte. Und er lädt uns alle ein zu ihm ...
Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde,
weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart.
26 Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen. 27 Alles ist mir übergeben von meinem Vater;
und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der
Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.
28 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen
demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
(Matthäus 11, 25ff)
Das Evangelium ist für jeden? Nein, so ganz einfach ist es nicht. Jesus lobt
Gott, seinen Vater, daß er das Evangelium vor den Weisen und Klugen seiner
Zeit verborgen hat, aber daß die Unmündigen es erkennen und annehmen
dürfen. Es ist eine Gnade Gottes, das Evangelium zu verstehen und darin
aufzugehen durch den Glauben an Jesus.
Jesu Worte sind eine Zumutung für alle, die mit ihrem Verstand versuchen, bei
der Untersuchung der Bibel weiterzukommen. Darum sind sie oft so bösartig
gegenüber den "Einfältigen", die den Worten Jesu einfach nur Glauben
schenken. Die Klugen rechnen nicht mit Gottes Liebe, die gerade denen
gilt, die nicht die intellektuelle Kraft zu weitreichenden Gedankengebäuden
haben. Wir Klugen - und ich schließe mich als Akademiker da durchaus mit ein -
wir verstehen Gottes Wege in unserer Klugheit oft so wenig, daß wir darin
schon schuldig werden an der einfachen Klarheit SEINER Verkündigung:
"kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch
erquicken".
Roland Potthast für das Evangeliumsnetz.
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