Die Evangelien, die vier ersten Bücher des neuen Testaments, des
zweiten Teiles der Bibel erzählen von Jesu Leben. Hier sind
Ereignisse berichtet, es sind aber auch viele Worte
und Reden Jesu wiedergegeben. Wir
wollen uns auf den Weg machen in den kommenden Tagen und
Wochen in diesen Reden Jesu zu stöbern und zu versuchen,
seine Worte mit ihrer Bedeutung für unser Leben heute
zu verstehen.
Jesu Worte sind manchmal eingängig und anschaulich, dann wieder
schwer verständlich. Nicht immer ist unmittelbar zugänglich,
was er genau eigentlich meint. Manchmal liegt es daran, daß wir
weltlichen Menschen so wenig von Gott verstehen, daß wir dem
Evangelium und der Liebe Gottes und Jesu fern sind. Manchmal
rätseln aber auch langjährige Christen und Kirchenkonzilien
über Jahrhunderte an der Bedeutung einzelner Stellen. Heute
geht es um die Nachfolge ... überlegen Sie einmal selbst, was
hier konkret gemeint ist!
34 Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Wer mir nachfolgen will,
der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. 35 Denn wer sein
Leben erhalten will, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des
Evangeliums willen, der wird's erhalten. 36 Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze
Welt gewönne und nähme an seiner Seele Schaden? 37Denn was kann der Mensch geben, womit er seine
Seele auslöse? 38 Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem abtrünnigen und
sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der
Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.
(Markus 8, 34 ff)
Jesu Perspektive ist eine über den Tod und unser kurzes Leben auf dieser Erde
hinaus. Hier können wir versuchen, vieles zu gewinnen. Doch wir werden es verlieren -
und dann bleibt nur noch das, was wir in Gottes Augen gewonnen haben.
Jesus bringt mit der Wort über das "Finden" des eigenen Lebens und das "Verlieren"
um seinetwillen einen weitreichenden Anspruch an unser Leben zum Ausdruck. Er will, daß
wir uns voll und ganz IHM anvertrauen. Dabei wird alles eigene, das wir als "unser"
verstehen, von uns abfallen. So ist die Liebe, die sich voll und ganz schenkt. So ist
die Wahrheit, die sieht daß Gott alles ist, Anfang und Ende, Heiligkeit und Leben.
Schwieriger verständlich ist vielen der Satz vom Kreuz, von meinem eigenen Kreuz,
daß ich auf mich nehmen soll. Sicherlich soll sich nicht jeder Christ kreuzigen lassen,
es ist ein Bild von dem Weg, der seinen Anteil am Leid der Welt erträgt, so wie Jesus
sein Leid in Kreuz und Tod getragen hat.
Schließlich geht es Jesus um die Solidarität zu IHM, zum Menschensohn Gottes. Da sich
alles an ihm entscheidet, ist meine Stellung zu ihm, meine Beziehung, mein Glauben,
mein Vertrauen und auch mein Bekenntnis zentral wichtig. Wer will sich der Wahrheit
schämen, die ist Jesus Christus!
Roland Potthast für das Evangeliumsnetz.
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