Die Evangelien, die vier ersten Bücher des neuen Testaments, des
zweiten Teiles der Bibel erzählen von Jesu Leben. Hier sind
Ereignisse berichtet, es sind aber auch viele Worte
und Reden Jesu wiedergegeben. Wir
wollen uns auf den Weg machen in den kommenden Tagen und
Wochen in diesen Reden Jesu zu stöbern und zu versuchen,
seine Worte mit ihrer Bedeutung für unser Leben heute
zu verstehen.
Bei den Worten Jesu geht es oft um zwei verschiedene Dinge: um Vertrauen und
um Handeln. Doch wenn man genauer hinhört, dann erfährt man: beides ist
nicht so weit voneinander entfernt. Darum geht es heute, wenn es um die
enge Pforte geht ...
Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.
13 Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt,
und viele sind's, die auf ihm hineingehen. 14 Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt,
und wenige sind's, die ihn finden!
15 Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie
reißende Wölfe. 16 An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder
Feigen von den Disteln? 17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte.
18 Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen.
19 Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 20 Darum: an ihren Früchten
sollt ihr sie erkennen.
21 Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun
meines Vaters im Himmel. 22 Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem
Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen
viele Wunder getan? 23 Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!
(Matthäus 7, 12ff)
Was soll ich tun? Das ist die erste Frage, mit der Jesus sich hier beschäftigt. Und er antwortet
mit einer Version dessen, was die Moralphilosophie der Aufklärung als kategorischen Imperativ
bezeichnet: tu das an anderen, was du von anderen an dir erwartest. Dieser Grundsatz ist in ihrer
Einfachheit und Klarheit kaum zu übertreffen. Genial!
Und dann redet Jesus von der engen Pforte, die zum Leben führt. Das ist ein unbequemer Satz. Man kann sich
stören an diesem Wort. Die "Volkskirche" wird hier einfach weggetrichen - "alle sind gerettet"? Nein, Jesus
sagt etwas anderes. "Wenige sinds, die ihn finden" sagt Jesus. Der Weg zum Leben ist vielen verborgen.
Es ist und bleibt ein recht unbequemer Satz für viele!
Doch Jesus geht es hier nicht darum, bestimmte radikale Gruppen zu puschen. Gleich auf die Worte von der
engen Pforte kommen heftige Angriffe gegen die Heuchler und falschen Propheten. Es wird hier von den
Früchten gesprochen, die gut und schlecht sein können. Die Früchte zeigen an, was darinnen ist.
Und abschließend stellt Jesus klar, daß die Heuchler nicht in das Reich Gottes kommen. Es kommt eben
nicht auf das Lippenbekenntnis an. Es ist nicht wesentlich, ob ich getauft bin. Es ist nicht wesentlich,
ob ich jeden Sonntag oder jeden Tag in die Kirche gehe und bete. Ja sogar die Wunder in der Nachfolge,
Austreiben böser Geister oder weitreichende Erfahrungen sind nicht wesentlich.
Es ist wesentlich, ob mich Gottes Wort erreicht und von innen her erneuert. Es ist wesentlich, ob ich
den Willen Gottes tu. Es ist wesentlich, ob ich gute Früchte der Umkehr bringe in meinem Leben, Früchte
der Liebe und des Friedens, die aus der Liebe Jesu und SEINER Heiligkeit her kommen.
Roland Potthast für das Evangeliumsnetz.
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