Der Lebensweg von Christen kann genauso hart und schwierig
sein wie der Lebensweg von Nichtchristen. Die Bibel macht
klar, daß es hier keinen Unterschied gibt. Gott liebt ja alle
Menschen und er gibt Bösen wie Guten in seiner unendlichen
Güte. Es ist ein Teil der Feindesliebe Gottes, daß er den
Menschen in ihrer Lebensspanne viel Gutes zukommen läßt.
Und doch gibt es einen unendlich großen Unterschied, ob man
an Jesus glaubt oder nicht. In allen Anfechtungen, allen
Schwierigkeiten des Lebens, in Schmerz oder Krankheit, in
Problemen und Versagen können Christen sich an Jesus wenden und
von seinem heiligen Geist Trost und Zuspruch erfahren.
Der heilige Geist wirkt Geduld und Frieden in einem Menschen.
Im Hebräerbrief heißt es:
Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben,
laßt uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns
ständig umstrickt, und laßt uns laufen mit Geduld in dem Kampf,
der uns bestimmt ist, 2 und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und
Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können,
das Kreuz erduldete und die Schande geringachtete und sich gesetzt
hat zur Rechten des Thrones Gottes. 3 Gedenkt an den, der soviel
Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, damit ihr
nicht matt werdet und den Mut nicht sinken laßt.
4 Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die
Sünde 5 und habt bereits den Trost vergessen, der zu euch redet
wie zu seinen Kindern (Sprüche 3,11-12): «Mein Sohn, achte nicht
gering die Erziehung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm
gestraft wirst. 6 Denn awen der Herr liebhat, den züchtigt er,
und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.» 7 Es dient zu eurer
Erziehung, wenn ihr dulden müßt. Wie mit seinen Kindern geht
Gott mit euch um; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?
8 Seid ihr aber ohne Züchtigung, die doch alle erfahren haben, so
seid ihr Ausgestoßene und nicht Kinder. 9 Wenn unsre leiblichen
Väter uns gezüchtigt haben und wir sie doch geachtet haben,
sollten wir uns dann nicht viel mehr unterordnen dem geistlichen
Vater, damit wir leben? 10 Denn jene haben uns gezüchtigt für
wenige Tage nach ihrem Gutdünken, dieser aber tut es zu unserm
Besten, damit wir an seiner Heiligkeit Anteil erlangen. 11 Jede
Züchtigung aber, wenn sie da ist, scheint uns nicht Freude,
sondern Leid zu sein; danach aber bringt sie als Frucht denen,
die dadurch geübt sind, Frieden und Gerechtigkeit.
(Hebräerbrief 12, 1ff)
Die Sache mit der "Züchtigung" (Lutherübersetzung) kann uns
heute einige Schwierigkeiten im Verständnis bereiten. Was meint
das? Sind wir nicht viel weiter in unserer Erziehung, die ohne
Gewalt auskommt? Ich denke es geht dem Author hier zuerst
darum, daß Kindern gegenüber klare Linien wichtig und ein
Zeichen von Liebe sind. Wer Kinder alles tun läßt, gefährdet
sie damit und somit sind Grenzen wichtig und unverzichtbar
für gelingende Erziehung. Grenzen aber müssen eingefordert
werden - ohne Einsatz von Macht geht das nicht. Darf man ein
Kind auf sein Zimmer schicken? Darf man Eis oder Süssigkeiten
entziehen?
Einsatz körperlicher Züchtigung ist heute verboten -
eine Tracht Prügel kommt nicht mehr in Frage. Das ist gut, um
dem Mißbrauch von Gewalt in der Familie Einhalt zu gebieten!
Doch die derzeitige rechtliche Diskussion um den "Klaps", der nicht
mehr eingesetzt werden darf, greift mitten hinein in die
Frage, wie überhaupt Erziehung noch funktionieren kann und soll!
Wer selbst mehrere Kinder hat weiß, wie schwierig es ist, auch nur
halbwegs den laufenden Betrieb in der Familie aufrecht zu erhalten.
Ich bin meinen Kindern gegenüber äußerst vorsichtig mit dem
Einsatz von Machtmitteln - wenn ich auch ohne nicht auskomme.
Aber ich freue mich darüber, daß Gott hier klar vorangeht und
uns auf den richtigen Weg stupst! Denn ohne ihn würde ich diesen
richtigen Weg nicht finden oder darauf bleiben können.
Roland Potthast für das Evangeliumsnetz.
[Feedback per Email]
|