Wir sind an einem Text aus dem Johannes Evangelium hängen
geblieben. Schon den dritten Tag besprechen wir das Bild vom
Weinstock Jesus und seine Konsequenzen. Heute wollen wir noch
einmal eine wichtige Sache aufgreifen: das Gebet und
Gottes Handeln.
Hören wir uns das noch einmal genau an:
1 Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater der Weingärtner. 2 Eine jede
Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede,
die Frucht bringt, wird er reinigen, daß sie mehr Frucht bringe.
3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann
aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht,
wenn ihr nicht in mir bleibt. 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die
Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn
ohne mich könnt ihr nichts tun. 6 Wer nicht in mir bleibt, der wird
weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft
sie ins Feuer, und sie müssen brennen. 7 Wenn ihr in mir bleibt und
meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und
es wird euch widerfahren. 8 Darin wird mein Vater verherrlicht, daß ihr
viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.
(Johannes 15,1 ff)
Jesus verheißt hier volle Gebetserhörungen denen, die "in ihm bleiben".
Nur: was bedeutet das? Wie macht man das? Die Zusage, daß Gott Gebete
erhört, gibt es in der Bibel an vielen Stellen. "Bittet, so wird euch
gegeben!" heißt es. Hier ist die Zusage an eine Bedingung geknüpft:
wir müssen "in Jesus" sein und seine Worte müssen in uns sein. Es geht
um eine enge Gemeinschaft, und aus dieser Gemeinschaft heraus wird
Gebet gesprochen.
Jesus sagt auch, wozu das alles dient und in welchem Zusammenhang es
steht. Es geht um die Herrlichkeit Gottes mitten in unserem Leben und
unserer Welt. Wenn wir in Jesus bleiben, dann scheint der Charakter des
Vaters durch uns hindurch und wir leben die Liebe, Heiligkeit und
Konsequenz Gottes. Solche geistliche "Frucht" wird in der Bibel immer
wieder beschrieben: Dienstbereitschaft, Sanftmut, Friede, Freundlichkeit,
Liebe, Freiheit zum Guten, Hilfe u.v.m.
Wie bleibt man in Jesus? Das ist eine wesentliche Frage. Dazu gehört
es sicherlich, daß wir "sein Wort" (die Bibel) sehr gut kennen und in
unserem Leben umsetzen. Hier geht es um lebendige Liebe, Achtung und
brennende Hingabe an den Schöpfer und die Mitmenschen. In Jesus werden
dann auch unsere Bitten nicht mehr vom eigenen Egoismus bestimmt,
sondern von SEINER Liebe, von SEINEN Plänen und Sichtweisen. Darin
zu leben allein ist ein so großer Segen, daß wir es kaum fassen können.
Roland Potthast für das Evangeliumsnetz.
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