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Nächste Andacht: Bibel lesen - was soll das? Vorige Andacht: Eine erste Flucht und Asyl in Ägypten. (Matthäus Evangelium 2,2) Andachtarchiv
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Eine erste Flucht und Asyl in Ägypten. (Matthäus Evangelium 2,2)
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Wer ist Jesus? Was will Jesus? Was sagt Jesus? Wie
hat er gelebt und was hat er getan? Was ist heute mit
Jesus? Im Evangeliumsnetz
lesen wir das Evangelium des Matthäus und begegnen
in biblischen Berichten und Geschichten Jesus Christus.
Gottes Sohn kommt in die Welt - das ist die Geschichte
von Jesus. Und dieser Sohn Gottes ist von Anfang an all
den Schwierigkeiten und Widrigkeiten des Lebens unterworfen -
wie jeder andere Mensch auch. Heute lesen wir über die
erste Flucht der Familie Jesu gleich nach der Geburt, über
ihr erstes Asyl in Ägypten und über eine Verfolgung durch
den König Herodes.
Als sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel
des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das
Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und
bleib dort, bis ich dir's sage; denn Herodes hat vor, das
Kindlein zu suchen, um es umzubringen. 14 Da stand er auf
und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich bei Nacht und
entwich nach Ägypten 15 und blieb dort bis nach dem Tod des
Herodes, damit erfüllt würde, was der Herr durch den
Propheten gesagt hat, der da spricht (Hosea 11,1):
«Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.»
16 Als Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war,
wurde er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Kinder
in Bethlehem töten und in der ganzen Gegend, die zweijährig
und darunter waren, nach der Zeit, die er von den Weisen
genau erkundet hatte. 17 Da wurde erfüllt, was gesagt ist
durch den Propheten Jeremia, der da spricht (Jeremia 31,15):
18 «In Rama hat man ein Geschrei gehört, viel Weinen und
Wehklagen; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich
nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen.»
(Matthäus 2,13 ff)
Jesus ist als "Sohn Gottes" verfolgt. Wie typisch ist dieses
Schicksal Jesu im Vergleich der Geschichte. Wo immer Machthaber
ihre Macht gefährdet sahen, haben sie mit Abwehr und nicht
selten auch mit Mord reagiert.
Interessant ist hier, daß Josef von dieser angehenden
Verfolgung träumt und Betlehem verläßt. Wie klar war dieser
Traum? War es nicht nur ein Traum? Sollte Josef auf diesen
Traum hin losziehen in ein fremdes Land, nach Ägypten?
Ist nicht der ganze christliche Glaube nur ein Traum,
jenseits aller Wirklichkeit? Schon hier, bei der ersten
Rettung des Sohnes Gottes, geht es um den Glauben. Josef
geht aus Glauben nach Ägypten, weil er Gottes Stimme hört
und ihr folgt. Es ist hier eine leise Stimme - verborgen in
seinen eigenen Träumen ...
Interessant ist hier auch der Umgang mit den alttestamentlichen
Prophetien. Einzelne Sätze werden klar auf das Schicksal
Jesu hin ausgelegt, auf diese Verfolgung.
Es ist der Kindermord von Betlehem unter Theologen
umstritten. Es gibt bisher keine außer-biblischen Belege
für den Kindermord in Betlehem. Hat er stattgefunden oder
ist er eine Erfindung der frühen Gemeinde rund 50 Jahre
später? Solange hier Belege aus Archäologie oder
Geschichtsschreibung fehlen, sind wir auf die Zeugnisse
des neuen Testaments verwiesen - und die sind
auch in dieser Frage sehr glaubwürdig. Man mag sich
auch fragen, welches Interesse die jüdische oder römische
Macht an der Dokumentation eines solchen örtlichen
Verbrechens für die Nachwelt hatte.
Roland Potthast für das Evangeliumsnetz.
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