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Kehrt um! ruft Johannes der Täufer (Matthäus 3,1 ff)
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Die Evangelien berichten aus dem Leben Jesu. Sie erzählen
von seinen Worten und von den Ereignissen, die sich rund um
sein Leben ereignet haben. Wir erfahren von verschiedenen
Menschen, die mit Jesus in Kontakt gekommen sind und die
bis heute eine Rolle spielen bei den Plänen Gottes mit uns.
Bevor Jesus seine Reisetätigkeit voll aufnahm, gab es eine
Person, die in besonderer Weise sein Wirken und Leben
angekündigt hat. Johannes der Täufer war ein sehr interessanter
Mensch - aber niemand, der heute salonfähig wäre. Ein
Prediger in der Wüste, der dort zur Umkehr aufrief. Hören
wir hinein in das Matthäus Evangelium ...
1 Zu der Zeit kam Johannes der Täufer und predigte in
der Wüste des jüdischen Landes
2 und sprach: Tut Buße, das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
3Und er ist der, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat
und gesprochen: "Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste:
Bereitet dem HERRN den Weg und macht richtig seine Steige!
4 Er aber, Johannes, hatte ein Kleid von Kamelhaaren und einen
ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Speise aber war
Heuschrecken und wilder Honig.
5 Da ging zu ihm hinaus die Stadt Jerusalem und das ganze
jüdische Land und alle Länder an dem Jordan
6 und ließen sich taufen von ihm im Jordan und bekannten
ihre Sünden.
7 Als er nun viele Pharisäer und Sadduzäer sah zu seiner Taufe
kommen, sprach er zu ihnen: Ihr Otterngezüchte, wer hat denn
euch gewiesen, daß ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet?
8 Sehet zu, tut rechtschaffene Frucht der Buße!
9 Denket nur nicht, daß ihr bei euch wollt sagen: Wir
haben Abraham zum Vater. Ich sage euch: Gott vermag dem
Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken.
10 Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt.
Darum, welcher Baum nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen
und ins Feuer geworfen.
11 Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir
kommt, ist stärker denn ich, dem ich nicht genugsam bin,
seine Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen
Geist und mit Feuer taufen.
12 Und er hat seine Wurfschaufel in der Hand: er wird seine
Tenne fegen und den Weizen in seine Scheune sammeln; aber
die Spreu wird er verbrennen mit ewigem Feuer.
Die Aussagen des Johannes sind spannend und passen nicht
unbedingt in das Bild des "lieben Gottes", welches wir uns
heute so gerne machen. Johannes redet von dem
zornigen Gott, der gerecht richtet. Er ruft zur Buße auf,
zur Umkehr. Er fordert echte Lebensveränderung bei den
Menschen seiner Zeit und durch seine Worte in den Evangelien
bis heute.
Wie gehen Sie mit Menschen um, die in einer Art wie hier
Johannes vor Gottes Zorn warnen? Auch heute muß man hier
gut aufpassen, um nicht auf einer der beiden Seiten vom
Pferd herunter zu fallen. Erstens: Gott ist ein heiliger
Gott, ein reiner Gott, ein gerechter Richter. Dieses Gericht
spielt im alten wie im neuen Testament eine zentrale Rolle.
Es ist - vom biblischen Standpunkt her gesehen - eine
klare Realität, die kommt und die schon ist.
Zweitens: Gott ist liebender Vater. Gott liebt uns Menschen
unendlich tief und fest. Darum hat er einen Weg gesucht,
um uns durch das Gericht hindurchzubringen. Dieser Weg heißt
Jesus Christus. Wer an ihn glaubt, der ist gerecht, und wer
ihn bekennt, der ist gerettet (so schreibt der Apostel Paulus).
Darum sind die Worte des Täufers Johannes wichtig. Er redet
vom Gericht, weil das Gericht Realität ist. Und er redet von
"dem, der da kommen wird" - von Jesus. In Jesus ist volle
Liebe und Annahme Gottes, aber auch Umkehr, Buße, neuer Geist
und neuer Mensch. Wer zum Glauben an Jesus kommt, kann und
wird nicht derselbe bleiben, sondern Gott erneuert ihn von
innen her voll und ganz.
Roland Potthast für das Evangeliumsnetz.
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