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Bist du Gottes Sohn, so sprich ... die Versuchungen Jesu (Matthäus 4,1 ff)
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Die Evangelien berichten aus dem Leben Jesu. Sie erzählen
von seinen Worten und von den Ereignissen, die sich rund um
sein Leben ereignet haben. Wir erfahren von verschiedenen
Menschen, die mit Jesus in Kontakt gekommen sind und die
bis heute eine Rolle spielen bei den Plänen Gottes mit uns.
Wir haben in Matthäus 3 davon gehört, wie Jesus getauft wird
und wie ihn der Geist Gottes erfüllt. Dieser Geist Gottes
führt ihn nun zuerst einmal in die Wüste - eine verblüffende
Sache. Hier wird Jesus von verschiedenen Dingen geplagt ...
Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem
Teufel aversucht würde. 2 Und da er vierzig Tage und vierzig
Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. 3 Und der Versucher trat
zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese
Steine Brot werden. 4 Er aber antwortete und sprach: Es steht
geschrieben (5. Mose 8,3): «Der Mensch lebt nicht vom Brot
allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes
geht.»
5 Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und
stellte ihn auf die Zinne des Tempels 6 und sprach zu ihm:
Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht
geschrieben (Psalm 91,11-12): «Er wird seinen Engeln deinetwegen
Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen,
damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.» 7 Da sprach
Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben (5. Mose 6,16):
«Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.» 8 Darauf
führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und
zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 9 und
sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du
niederfällst und mich anbetest. 10 Da sprach Jesus zu ihm:
Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben (5. Mose 6,13):
«Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein
dienen.» 11 Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten
Engel zu ihm und dienten ihm.
Zunächst einmal ist es verblüffend, daß Jesus überhaupt versucht
wird. Ist er nicht der "Sohn Gottes"? Wie kann der Sohn
Gottes versucht werden. Wir haben zum Thema Taufe schon
bemerkt, daß Jesus voll und ganz Mensch war und damit auch
allen Anfechtungen und Versuchungen unterlag, die uns täglich
begegnen.
Dann sind die Versuchungen selbst interessant. Zuerst ist da
das Versorgungsproblem. Jesus braucht Brot zum Leben und er
hungert. Das wird ihm zur Versuchung für sein Verhältnis zu
Gott - hat ihm Gott nicht Versorgung versprochen? Hat er nicht
als Sohn Gottes Macht des Wortes? Doch Jesus richtet seinen
Blick weg von dem Problem auf Gottes Zuspruch und Gegenwart.
Die zweite Versuchung betrifft den zugesagten Schutz Gottes.
Hat Gott nicht versprochen, ihn zu schützen? Soll er nicht
diesen Schutz austesten und damit zeigen, wer er ist und
welche Macht Gott besitzt? Doch es ist nicht Gottes Wille, daß
wir ihn versuchen und testen. Er möchte, daß wir ihm vertrauen,
ohne auf die Sicherheit wiederholter Experimente angewiesen
zu sein. Gott ist kein Naturgesetz.
Drittens geht es um weltliche Ziele, darum, etwas zu erreichen.
Es geht um Macht, Ruhm, Ehre, Geld, Anerkennung und Zuspruch.
All das bietet hier der Satan Jesus an. Ob er wirklich die
Macht dazu hat, all dies zu geben? Und wenn ja, für wie lange
ist es unser? Ist es nicht ein trügerisches Eigentum? Und
der Preis scheint klein: nur ein wenig Anbetung gegenüber
diesem Wesen, daß da so mächtig zu sein scheint. Doch diese
Anbetung gebürt Gott allein und unser Verhältnis zum Schöpfer
betrifft die tiefsten Tiefen und den innersten Kern unsererer
Existenz. Diese Versuchung warnt uns vor der Anbetung des
Glanzes und Glitzers dieser Welt. Es gibt wichtigeres!
Schließlich möchte ich noch das Verhalten des Geistes Gottes
ansprechen. Jesus wird vom Geist Gottes erfüllt - und als
nächstes erlebt er 40 Tage Wüste, 40 Tage Hungern damit auch
die Gedanken der Anfechtung, des Leides und des Verlangens
nach Verbesserung. Oft wundern sich junge Christen, daß sie
viele Schwierigkeiten durchleben müssen und machen diese
Schwierigkeiten Gott zum Vorwurf. Nicht wenige hängen bei
den Schwierigkeiten auch ihren Glauben wieder an den Nagel.
Doch schon hier bei Jesus macht uns Gott klar, daß Zeiten der
Dürre durchaus Gottes klare Absicht für unser Leben sein
können. Versuchungen wollen unser Sinn auf die wichtigen
Dinge des Lebens ausrichten und uns persönlich von innen
her erneuern in klaren Entscheidungen, Vertrauen in Gott, den
Vater, und in Standhaftigkeit und Geduld.
Roland Potthast für das Evangeliumsnetz.
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