
2 Wenn du nun Almosen gibst, sollst du
es nicht vor dir ausposaunen lassen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen
und auf den Gassen, damit sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich, ich
sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.
Offensichtlich
hat es bei besonders großen Opfern im Tempel akustische Akklamationen gegeben,
die den Spender hervorhoben und würdigten. Für Leute Gottes ist das Geben aber
etwas so Selbstverständliches, dass eine besondere Erwähnung nur abträglich und
lästig sein kann. Offensichtlich können menschliche Ehre, Applaus und die
Sehnsucht nach Gottes Zustimmung zu unserem Leben nur schwer nebeneinander
bestehen.

3 Wenn du aber Almosen gibst, so lass
deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, 4 damit dein Almosen
verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's
vergelten.
"Wenn du Almosen gibst...", das heißt: du musst nicht! Wenn es dir keine Freude
macht, du es nicht von Herzen gern tust, lass es lieber! Solange man das Geld noch abwägend zwischen
der linken und der rechten Hand hin und her wandern lässt, bevor man es
spendet, so lange hängt man noch daran und ist noch nicht frei davon. Das
Opfer, das ich bringe, hat etwas mit meiner Gottesbeziehung zu tun. Es geht
darum die Menschen nichts an. Als Maßstab ist in der Bibel der Zehnte gegeben,
er stellt aber eher die untere Fülllinie dar, denn eigentlich sind wir uns
selbst ganz, mit allem was wir sind und haben, Gott schuldig: " Angesichts des Erbarmens Gottes ermahne ich
euch, meine Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen,
das Gott gefällt..." (Röm. 12, 1).
Ein
Gott gefälliges Opfer geschieht nie aus Berechnung, sondern aus Freude, Liebe
und Dank. Es sucht nicht die
Gegenleistung, aber es macht die Erfahrung, dass Gott sich von uns
nichts schenken lässt.
Johannes Weider / Rainer Zincke / Team für das Evangeliumsnetz -
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