Was ins Gericht führt

Ihr aber sprecht: »Warum das?« Weil der HERR Zeuge war zwischen dir und dem Weib deiner Jugend, dem du treulos geworden bist, obwohl sie doch deine Gefährtin und die Frau ist, mit der du einen Bund geschlossen hast.
...Darum so seht euch vor in eurem Geist, und werde keiner treulos dem Weib seiner Jugend.
Wer ihr aber gram ist und sie verstößt, spricht der HERR, der Gott Israels, der bedeckt mit Frevel sein Kleid, spricht der HERR Zebaoth. Darum so seht euch vor in eurem Geist und brecht nicht die Treue!

Ihr macht den HERRN unwillig durch euer Reden! Ihr aber sprecht: »Womit machen wir ihn unwillig?« Dadurch dass ihr sprecht: »Wer Böses tut, der gefällt dem HERRN, und an solchen hat er Freude« oder: »Wo ist der Gott, der da straft?«

Maleachi 2, Verse 14-17



In einer der diversen Talkrunden ging es einmal um das Älterwerden, und da wurden auch "Exoten" vorgeführt, die bereits seit 40 Jahren immer noch mit
derselben Frau verheiratet sind.

Auch eine als als "groß" apostrophierte Schauspielerin - die ich bis dahin noch gar nie bewusst wahrgenommen hatte - konnte ihre These vortragen, wonach ein Mann mindestens zwei Frau brauche um glücklich zu sein. Eine fürs Bett und eine zum Reden.

Besagte Schauspielerin wurde von ihrem Mann, dem sie treu war, wegen einer
Jüngeren verlassen. Das trägt sie ihm aber nicht nach, weil sie hierin keine
Böswillligkeit sieht, da der Treulose nicht anders konnte, als seinem biologischen Fortpflanzungsdrang zu folgen, der sich besonders dann bemerkbar macht, wenn die bisherige Ehefrau nicht mehr zur Mutterschaft fähig ist. Und dafür muss die Ehefrau Verständnis haben.

Mit ihrem geschiedenen Mann sei sie freundschaftlich verbunden, und dieser
suche sie nach wie vor auf, wenn er jemanden zum Reden oder einen Rat braucht und es um die Dinge geht, die er mit seiner jetzigen Frau nicht so gut besprechen kann.

Ich vermute, dass auf diese Weise das Trauma der Trennung verarbeitet hat. Inwieweit sie sich damit selbst betrügt, ist eine andere Frage. Wenn sie ihrem geschiedenen Mann aber nichts nachträgt und ihm vergeben hat, wäre das eine gute Sache.

Bei diesen Ausführungen musste ich an die obigen Verse aus dem Propheten
Maleachi denken. Was in der Talkrunde als nachahmenswert empfohlen wurde entspricht in gar keinem Fall dem biblischen Bild vom Menschen und von der Ehe.

Interessant ist aber, dass bei einer Umfrage 53% der Ansicht waren, dass die "Zwei-Frauen-Theorie" die Lösung für alle Beziehungsprobleme sein könnte.

Da das Fernsehen informieren und - ohne zu moralisieren - auch informativ über zeitgeistliche Strömungen berichten muss, ist es jetzt nicht die Frage, inwieweit das Fernsehen zur Verführung beiträgt.

Deshalb sollte man solche Sendungen gelassen zur Kenntnis nehmen, aber daraus erkennen, dass es notwendig ist, ganz entschieden für das biblische
Menschenbild und Eheverständnis einzutreten und Irrlehren zu widersprechen.

Entgegen aller Jubelaussagen, in denen der Treuebruch verharmlost und als "lehrreich" und "notwendig" und "persönlichkeitsfördernd" verherrlicht wird, stellt das Verlassen der Ehefrau wegen einer Jüngeren ein schweres Trauma für die in dieser Weise Betrogene dar, und nicht jede kommt darüber hinweg.

Dass man aus Niederlagen und Enttäuschungen auch gestärkt hevorgehen kann rechtfertigt nicht die Verletzung von Gottes Geboten. Es fährt auch niemand mit seinem Auto gegen eine Wand, "um sich im Bewältigen der daraus enstehenden Probleme zu üben".

Und nachdem uns Christus befreit hat, sind wir auch keine Sklaven unseres
"biologischen Fortpflanzungsdranges" mehr. Deshalb sollten wir die Freiheit leben und bezeugen, zu der uns Christus berufen hat.

Und noch etwas anderes scheint mir wesentlich: Gibt es, außer dem Sex, wirklich keine anderen Probleme, wenn ich an die existenziellen Nöte vieler
Menschen denke, die genug damit zu tun haben, dass sie über die Runden
kommen und denen die Lust ihren "biologischen Fortpflanzungsdrang" auszuleben, längst vergangen ist? Statt über Wohlstands- und Müßiggangsprobleme zu reden, wäre es besser sich mit den wirklichen
Problemen zu befassen oder soll von diesen nur abgelenkt werden?


Jörgen Bauer