Multiversum für Urknaller!

Aber sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller
Himmel Himmel können dich nicht fassen - wie sollte es dann dies Haus
tun, das ich erbaut habe?

1. Könige 8, Vers 27


In der katholischen Wochenzeitschrift "Christ in der Gegenwart" aus dem
Freiburger Herder Verlag, erschien jetzt ein "aufregender" Beitrag mit dem
Titel:

"Astrophysik und Gottesglaube: Viele Universen, viel dunkle Materie – Sind wir allein?

Dabei geht es darum, dass unser Kosmos vielleicht nicht der einzige ist, sondern dass es unendlich viele Universen in einem alles umschließenden "Multiversum" gibt, in dem ununterbrochen, Seifenblasen gleich, aus Urknallen - oder muss es "Urknälle" heißen? - neue Universen, mit möglicherweise völlig anderen physikalischen Gesetzmäßigkeiten entstehen.

So die Abläufe im "Knallerbsen-Multiversum", wo jeder neue "Urknall" am Anfang eines neuen und anderen Kosmos steht, der sich dann auch weiterentwickelt, wobei sich das, was wir in der Schöpfungsgeschichte lesen,
in uns unbekannten Dimensionen unendlich wiederholt.

Dafür gibt es natürlich nicht die geringsten Anhaltspunkte, zumal wir
unendlich weit davon entfernt sind, überhaupt erst einmal den Kosmos zu verstehen, in dem wir uns befinden, bevor an andere "Modelle" gedacht werden kann. Bis heute ist es nicht gelungen, das hinter unserem Kosmos
befindliche Konzept bzw. dessen Grundgedanken zu erkennen, in dem sich
alles, was wir beobachten und erforschen, zu- und einordnen ließe.

Aber rein mathematisch lassen sich entsprechende Modelle konstruieren, wobei mittels menschlichen Erkenntnisvermögens auf das völlig Unbekannte und Andersartige geschlossen wird, wo man immer nur daneben liegen kann.

Was mich immer wieder verwundet ist, dass immer wieder versucht wird,
naturwissenschaftliche und physikalische Erkenntnisse und Theorien gegen
die Existenz Gottes auszuspielen, und so kommt auch in diesem Beitrag,
in der Frage: "Sind wir allein?", die Frage nach Gott.

Im Grunde geht es beim Multiversum um den altbekannten Glauben an den
Zufall, der sich immer wieder neue Wege sucht. Nachdem unser Kosmos so
wunderbar gemacht ist, dass er geradezu auf einen Schöpfer weist, konnten
sich die Ungläubigen damit nicht zufrieden geben. Irgendwo musste doch
auch Platz für den planlosen Zufall und die "ewige" Materie" sein, die an
die Stelle Gottes tritt und diesen überflüssig macht.

Und so wurde ein alles umschließendes Multiversum, ein Hyperraum, erdacht der unendlich vielen Universen beinhaltet, in dem es "rein zufällig", nach der mathematischen Wahrscheinlichkeit, auch ein Universum gibt, in dem zufälligerweise alle Voraussetzungen für das Entstehen von Leben erfüllt sind.

Der Autor des "aufregenden" Beitrags, ist aber so weise, hier auf den Vers zu weisen, der auch am Anfang dieser Andacht steht. Gott geht nicht in den Paradoxien unserer begrenzten Erkenntnisfähigkeit auf, sondern ist auch der Herr und Schöpfer des Unfassbaren, Unbegreiflichen und Unerforschlichen.

Und auch ein Multiversum könnte Gott nicht fassen, sondern wäre allenfalls
ein Hinweis darauf, dass Gott noch viel, viel und unvorstellbar größer ist.

Wer auf der Ebene des sinnlich Erfahrbaren, Gott beweisen oder widerlegen
will, liegt immer daneben und das ist auch der Grund, warum der Glaube
niemals an ein bestimmtes Weltbild als "Gottesbeweis" gebunden werden darf.

Für den Glauben wird Gott durch eben diesen Glauben erfahrbar und da
kann und muss nichts "bewiesen" werden. Wenn wir glaubend Gottes
Gegenwart erfahren ist das genug. Mehr ist in dieser Welt nicht zu bekommen.

Jörgen Bauer