Wach bleiben und Wachen!

So wacht nun; denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob am Abend oder zu Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder am Morgen,
damit er euch nicht schlafend finde, wenn er plötzlich kommt. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet!

Markus 13, Verse 35 bis 37


Heute stehen wir schon wieder am Beginn des Advents- und Weihnachtsmonats Dezember. Schon wieder ist bald ein Jahr vorbei.

Jeder kennt das: Da liegt eine Urlaubsreise oder ein ähnlich angenehmes
und sehnlich erwartetes Ereignis noch in weiter Ferne, dann ist es endlich so weit, und, ehe man sich versieht, liegt dieses sehnlich erwartete Geschehen auch schon wieder in ferner Vergangenheit.

So ist das mit der für uns rätselhaft bleibenden Zeit.

Und auf diese Weise ist auch einmal unser ganzes irdisches Leben zu Ende, und dann haben wir, in des Wortes totaler Bedeutung, tatsächlich keine Zeit mehr. Daran erinnere ich manchmal in Gesprächen meine Bekannten.

Wir wissen nicht wann das sein wird, dass wir wirklich keine Zeit mehr haben, und wir wissen auch nicht wann der Herr wiederkommt. Ganz sicher ist dass er kommen wird, genauso wie es sicher ist dass wir sterben werden. In jedem Fall werden wir eines von beidem erleben.

Und weil wir den Zeitpunkt nicht kennen ist ständige Wachsamkeit angesagt.

Das bedeutet ganz praktisch dass wir jeden Tag so leben als wenn er unser
letzter wäre. Das bedeutet nicht dass wir alles, was wir haben, verjubeln und
keine Vorsorge treffen, sondern ins Kalkül ziehen, dass viele Dinge,
vor denen wir uns vielleicht fürchten oder die wir befürchten, überhaupt nie eintreten werden oder wir sie überhaupt nicht mehr erleben.

Auch ohne ans Sterben zu denken gibt es die Empfehlung einmal alles das
aufzuschreiben was man befürchtet, um dann im nächsten Jahr nachzusehen,
was davon wirklich eingetreten ist, und da wird man feststellen dass so gut wie nichts von dem was, man befürchtet hat, eingetreten ist. Was natürlich auch daran liegt, dass der Mensch denkt und Gott lenkt und damit immer alles anders kommt, als gedacht.

Weil das so ist, sollen wir uns in der Hauptsache auch nicht so sehr mit den vergänglichen und damit nichtigen Dingen befassen, sondern mit den Dingen die Ewigkeitswert haben, und da steht an erster Stelle unser Herr und Heiland Jesus Christus, auf dessen Kommen wir warten.

Jetzt, in der Advents- und Weihnachtszeit, gedenken wir der ersten Ankunft Jesu als armes Kind in der Krippe. Beim nächsten Mal kommt er nicht mehr als armes Kind in der Krippe, sondern, für alle sichtbar, als der Herr aller Herren und der König aller Könige, als der Sieger, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden und das Weltgericht übergeben ist. Und das ist Jesus, wenn auch unsichtbar, schon jetzt.

Allein das zählt, weshalb wir uns von dem ständigen Gezerfe und Geplänkel, bei dem auch Front gegen die bekennenden Christen gemacht wird, nicht allzu sehr beeindrucken lassen sollten. Alle widergöttlichen Ideologien haben ihre Zeit und vergehen, weil sie, angesichts der göttlichen Wahrheit und Wirklichkeit, nie Bestand haben können.

Für die hierin Verirrten, die schon jetzt auf der Verliererseite stehen, sollten wir vielmehr beten, dass sie noch rechtzeitig zur Umkehr finden.

Als Christen stehen wir auf der Seite des Siegers. Und Wachsamkeit bedeutet
auch, sich dessen ständig bewusst zu sein, um den listigen Anschlägen des
Teufels widerstehen zu können.


Jörgen Bauer