Zum Erscheinungsfest

Denn wir sehen nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.

2. Korinther 4, Vers 18



Erscheinungsfest, als Epiphanias bezeichnet, beinhaltet, dass Christus erschienen ist und als solcher wahrgenommen wird. Es geht um die
Erscheinung der Göttlichkeit Jesu. Deshalb wird in der Orthodoxen Kirche Weihnachten auch am 6. Januar gefeiert. Mit den Heiligen Drei Königen
hat das an sich nichts zu tun

Vor einigen Jahren hatte des ZDF zu Weihnachten mit einem "Faktencheck", bezüglich der Geburt Jesu, "zugeschlagen". Kurzum, Leute die keine Ahnung hatten, erklärten die Dinge für Leute, die ebenfalls keine Ahnung hatten.

Dazu wurde der biblische Bericht so zerpflückt, dass man daraus schließen musste, dass die Geschichte von der Geburt Jesu zum allergrößten Teil aus Legenden und Erfindungen besteht, die von Lukas lediglich werbewirksam auf die Reihe gebracht wurden.

Als (falsche) "Zeugen" hatte man dazu, sich wissenschaftlich gebärdende
"Spezialisten" aus der "Theologenzunft" engagiert.

In der Sendung wurden damit die sattsam bekannten Klischees der
"historisch-kritischen Forschung" wiedergekäut.

Man konnte in der Sendung den Legenden auch positive Seiten abgewinnen. Zum Beispiel die, dass Gott die Armen liebt, wobei es Jesus überhaupt um Liebe, Gerechtigkeit und sonstige Ideale ging, wofür, in Verkennung der biblischen Zusammenhänge, regelmäßig die Bergpredigt herhalten muss.

Auf diese Weise entsteht ein innerweltliches humanes Christentum, das mit einem rettenden lebendigen Glauben ebenso wenig etwas zu tun hat, wie Sexualkunde etwas mit wirklich erlebter Liebe zu tun hat.

Es ist trotzdem von Vorteil die ungöttlichen Lehren der "historisch-kritischen Forschung" zu kennen, weil dann die Hintergründe mancher "Predigt", mancher "Morgen- und Abendgedanken" und manches "Wort zum Sonntag" durchschaut werden können und plötzlich erklärbar wird, warum sie kraftlos,
nichtssagend und überflüssig sind.

Was all diesen "Faktenchecks" und allem "historisch-kritischen-Pseudowissen" fehlt, ist die Erkenntnis, dass das Weltbild der Bibel von einer sichtbaren und einer unsichtbaren Wirklichkeit ausgeht.

Wessen geistiger Horizont an der Sichtbarkeitsgrenze endet, wer nicht in der Lage ist, über das Erforschbare, Mess- und Wägbare hinauszudenken, wer damit nicht mit der Wirklichkeit Gottes rechnet, der in diese Welt hineinwirkt, für den bleibt es bei dem armseligen Faktencheck, wie er im ZDF dargeboten wurde.

Ein lebendiger und damit rettender Glaube hat eine transzendente Dimension, die mit dem Übernatürlichen rechnet, ohne aber dabei in Spekulationen oder Phantastereien zu verfallen.

Die transzendente Dimension ist die, dass der unsichtbare Gott und
Weltenschöpfer, die Welt durch Jesus Christus mit sich versöhnt und damit den Weg zurück zu Ihm und in das ewige Leben freigemacht hat. Das ist nur
durch den Glauben und nicht durch theoretische historisch-kritische
Klimmzüge erfahrbar, die einem rettenden Glauben entgegenstehen.

Es gibt Theologen, die in der Lage gewesen wären, die Widersprüchlichkeiten und damit Unsinnigkeiten, der in der ZDF-Sendung dargelegten "Fakten" offenzulegen. Aber an solchen Theologen war man natürlich nicht interessiert und hat solche erst gar nicht eingeladen. Denn es ging ja auch nicht um die Wahrheitsfindung sondern um die Beeinflussung der Zuschauer.


Jörgen Bauer