Seid nicht bekümmert!

Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.

Nehemia 8, Vers 10



Im Zusammenhang mit dem Jahreswechsel wurde eine ganze Zeitungsseite, schwarz mit weißer Schrift, den Ängsten und Befürchtungen gewidmet,
welche die Deutschen umtreiben, wobei die Deutschen, wie es scheint,
besonders viele Ängste pflegen.

Da ging es um die Angst vor einer Überfremdung des Landes, die Angst vor
der Islamisierung, die Angst vor dem Klimawandel, vor Luftverschmutzung
und was es da so mehr gibt. Dabei ist es wohl so, dass die Ängste um so
größer werden, je weniger reale Gefahren vorhanden sind.

Bestehen keine massiven existenziellen Bedrohungen, gewinnen kleinere
Unpässlichkeiten die Oberhand und werden zu entscheidenden Wichtigkeiten.

Angeführt wurde das Märchen von der Prinzessin auf der Erbse, die, durch ihre
Matraze hindurch, die Erbse spürte. Der Faden wurde weiter gesponnen:
Nach Beseitigung der Erbse hätte sich die Prinzessin vermutlich dann durch die rauhe Leinendecke belästigt gefühlt.

Was wundert ist, dass sich ausgerechnet die Zeitung dieses Themas annimmt,
denn für den Journalismus gilt die Regel, dass nur eine schlechte Nachricht
eine gute Nachricht ist. Und von all den Dingen, die ängstigen, erfahren wir ja
ausschließlich durch die Medien, die das oftmals entsprechend dramatisch
schildern.

Ich sehe mir oft die Fernsehmagazine an, und vor Weihnachten war der
Tannenbaum ein Thema. Ich ahnte sofort was kam. Und richtig: "Vom
Weihnachtsbaum ausgehende Giftstoffe, infolge des Spritzens mit
Schädlingsbekämpfungsmitteln."

Ich erinnere mich an ein Magazin, wo es ununterbrochen nur um Gifte und
Vergiftungen ging. Krebsfördernde Stoffe, die durch zu scharfes Backen von
Lebenkuchen entstehen, Gifte in Textilien und Farbstoffen, mit denen Spielzeug bemalt ist usw. usf. Überall nur Gifte und Gefahren, und nach dem Anschauen einer Sendung entsteht unterschwellig der Eindruck, in einer unsicheren Bananenrepublik bzw. einem Nachtwächterstaat zu leben.

Tatsache ist, dass wir, bei steigendem Wohlbefinden, immer älter werden und
nirgendwo zerlumpte und bettelnde Mitbürger zu sehen sind.

Zu Zeiten Nehemias ging es um den Wiederaufbau des Landes nach dem
Ende der Babylonischen Gefangenschaft, und da gab es sicher viele Probleme
zu lösen.

Aber Nehemia rief das Volk dazu auf, nicht bekümmert zu sein, sondern
sich Gottes zu erfreuen, der unsere Stärke ist - wenn wir an Ihn glauben,
Ihm vertrauen und Ihm alles übergeben.

Auch wenn nicht alle Befürchtungen unbegründet sind, dürfen sie unser
Fühlen und Denken doch nicht so beherrschen, dass wir darüber den Herrn
der Welt vergessen, der alles in Händen hat und ohne dessen Willen nichts
geschieht.


Jörgen Bauer