Eine äußerst unbequeme Aussage Jesu!

Ich (Jesus) aber sage euch:

Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.

Matthäus 5, Vers 32



Eine Frage, die in dieser Art immer wieder gestellt wird, ist die folgende:

"Ich habe eine Freundin, die geschieden ist, und ich liebe sie, darf ich sie heiraten oder ist das Sünde?

Obwohl hierzulande Ehebruch, Ehescheidung, wechselnde Partnerschaften und
Promiskuität als etwas "völlig normales", ja sogar Nachahmenswertes hingestellt werden, ist es doch so, dass sich das Gewissen nicht abwürgen lässt.

Die Menschen wissen sehr wohl was richtig und falsch ist, und da wird dann auch schon mal gefragt, ob man in die Hölle kommt, wenn man eine Geschiedene heiratet, was umgekehrt auch für den Geschiedenen gilt.

Jetzt kann man sich natürlich damit herausreden, dass man die Aussage Jesu als "zeitbedingt" hinstellt. Damals war die Frau vom Mann in besonderer Weise abhängig und mittels eines Scheidebriefes konnte sich ein Mann jederzeit seiner Frau entledigen und diese ihrem Schicksal überlassen.

Von daher war die Scheidung zu Zeiten Jesu eine besonders ungute Sache.

Jesus macht aber etwas ganz anderes klar, was in der Parallelstelle in Markus 10 deutlich wird, wo Jesus bis auf Adam und Eva zurückgeht, und da lesen wir, dass Adam in einen Jubelruf ausbricht, als er die Eva sieht, und wir erkennen, aus den Worten der Schrift, dass die Ehe Teil der göttlichen Schöpfungsordnung ist, die unter Gottes besonderen Segen steht und die auf eine lebenslange Dauer angelegt ist.

Dabei geht es nicht um Versorgungsfragen, sondern um eine innige,
unauflösliche menschliche Gemeinschaft, um ein Ganzwerden, das man nur in der Ehe erreicht, die ein Abbild der Verbindung zwischen Gottheit und Menschheit ist.

Nun sind wir aber allzumal Sünder, und da kommt es auf der menschlichen Ebene zu Zerbrüchen, Trennungen und Scheidungen. Nicht aber bei Gott.
Für Ihn besteht die Ehe weiterhin. Er war es doch, der die Partner
zusammengefügt hat. Deshalb können sich die Partner zwar trennen, aber nicht wieder heiraten, solange einer der Partner noch lebt.

Was soll man dem Ratsuchenden hierzu sagen, zumal wir auch in christlichen Kreisen wiederverheiratete Geschiedene haben, die treu zum Herrn und seinem Wort stehen und sich für die Sache des Evangeliums engagieren?

Ich sage hier soviel, dass ich mich über Jesu Worte keinesfalls hinwegsetzen kann. Sein Wort ist nun mal die Wahrheit, und das auch dann, wenn es mir nicht gefällt.

Ein zu gesetzliches Denken könnte hier aber falsch sein.

Wann beginnt die Ehe? Mit den Unterschriften beim Standesbeamten oder mit dem berühmten "ersten Mal"? Und da leben die meisten Ratsuchenden bereits in einer eheähnlichen Gemeinschaft. Müsste man sich jetzt wieder trennen,
und was würde dadurch besser?

Und wie ist es, wenn ein Paar im jugendlichen Überschwang eine Ehe eingeht und sich nach ein paar Monaten trennt. Kann das dann für ein ganzes Leben verbindlich bleiben? Und hat Gott tatsächlich jede Ehe zusammengefügt?

Mit solchen Fragen soll der Ernst des göttlichen Wortes nicht nach Schlangenart "Sollte Gott gesagt haben", unterminiert werden. Aber solche Fragen stellen sich.

Ich könnte mir vorstellen, dass Gott vergibt und einen Neubeginn ermöglicht, wenn eine alte Sache vollständig abgeschlossen und aufgearbeitet ist. Und ob das für den Betroffenen zutrifft kann dieser nur selbst durch Gebet und Bitte um Geistesleitung herausfinden.

Gott hat geschiedene Partner auch schon mal wieder zusammengeführt.
Auch darum könnte man beten.

Weil die Gemeinschaft zwischen Mann und Frau aber etwas Besonderes ist,
kann man nur empfehlen, auf diesem Gebiet mit Verstand, Weisheit und Fingerspitzengefühl zu agieren. Gaben um die man Gott bitten muss.

Leider wird dieser Hinsicht hierzulande ein völlig falschen und abgründiges Weltbild propagiert.


Jörgen Bauer