Was wissen wir wirklich?

Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das
Stückwerk aufhören.

1. Korinther 13, Verse 9 und 10



Viele Streitigkeiten hätten vermieden werden können und könnten vermieden werden, wenn diese Verse beherzigt worden wären bzw. beherzigt werden.

Mal ganz allgemein gefragt, was wissen wir eigentlich wirklich und warum?

Darüber könnte man jetzt endlos diskutieren - ohne an eine Ende zu
kommen - deshalb will ich einmal ganz simpel sagen: Bei all' unserem Wissen gehen wir immer von der nicht beweisbaren Annahme aus, dass wir die uns umgebende Welt und das, was in ihr üblicherweise abläuft, verstehen und richtig einordnen können.

Unsere tägliche Erfahrung bestätigt uns (scheinbar) in dieser Annahme.
Wäre es anders, dann könnten wir in der Welt keinen Augenblick überleben, und krank ist, bei dem Störungen in der Wahrnehmung und der innerseelischen "Datenverarbeitung" vorliegen.

Eigentlich ist das ein großes Schöpfungswunder, dass wir uns auf diese Weise in der Welt orientieren und damit überleben können.

Nun sagt uns aber nicht nur das Wort Gottes, sondern auch die Forschung, dass das mit dem Wissen und das, was wir als "Wahrheit" und "Wirklichkeit",
sehr relativ ist.

Wie es "wirklich" ist wissen wir gar nicht, und die Folge davon ist die bei uns verbreitete Weltsicht des Relativismus aus der es dann zur Beliebigkeit kommt. Als "wahr" gilt dann, was die Mehrheit - oder auch der Einzelne glaubt - dass es wahr ist.

Wir haben dann "meine Wahrheit" und "deine Wahrheit" und auch den "Zeitgeist", der dann, wider eigentlich besseres Wissen, absolut gesetzt wird.

Das kann aber nicht die Folgerung sein, die sich aus den Worten des Apostels Paulus ergibt. Wenn sich für uns daraus eine Folgerung ergibt, dann kann diese nur darin bestehen, dass wir unnütze Streitereien - besonders auch in
Glaubensfragen - vermeiden und jedem seine Sichtweise zubilligen, was aber keinesfalls heißen kann, für uns erkennbar falsche Sichtweisen zu übernehmen.

Was vermieden werden sollte, sind Grabenkämpfe und "Kämpfe bis aufs Messer". Ruhig - und ohne Ablehnung von Personen - seine Sichtweise zu vertreten, reicht aus - und das ist oftmals schon schwer genug.

Die heutigen Verse beinhalten aber eine große Hoffnung, nämlich die, dass wir einmal ganz klar und deutlich erkennen werden, wie die Dinge wirklich sind und wie sie es auch schon immer waren und auch in alle Ewigkeit sein werden.

Das Wort Gottes spricht an anderer Stelle davon, dass wir dann keine Fragen mehr haben werden, weil alle Fragen beantwortet sind.

Bis dahin müssen wir mit dem Stückwerk leben.

Paulus schließt den Abschnitt mit den Worten:

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen (1. Korinther 13,13).


Jörgen Bauer