Die Taten zählen!

Was meint ihr aber?

Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, geh hin und arbeite heute im Weinberg. Er antwortete aber und
sprach: Nein, ich will nicht. Danach reute es ihn und er ging hin. Und der
Vater ging zum zweiten Sohn und sagte dasselbe. Der aber antwortete
und sprach: Ja, Herr!, und ging nicht hin. Wer von den beiden hat des Vaters Willen getan?

Matthäus 21, Verse 28 bis 31



Wir können auf den Anruf Gottes, etwas für die Sache Seines Reiches zu tun, gegensätzlich reagieren. Entweder mit einer Ablehnung, für die wir durchaus gute Gründe nennen können, oder mit einer Zustimmung.

Entscheidend ist aber nicht das, was wir sagen, sondern was wir tatsächlich tun. Unsere Absage kann uns reuen, und wir werden dann doch tätig. Wir
können aber auch große Worte machen und tatsächlich nichts tun, wofür
wir auch gute Gründe haben können.

Für uns ist klar, dass der erste Sohn besser gehandelt hat, wenngleich die
ursprüngliche Absage nicht gut war.

In dem Gleichnis wird nichts darüber ausgesagt, wie wichtig und unaufschiebbar die Arbeit im Weinberg war und ob das Verhalten der Söhne
Konsequenzen hatte.

Aber darum geht es hier wohl auch nicht. Es geht darum unser Verhalten aufzuzeigen, wobei es letztlich auf unser tatsächliches Tun und nicht auf unsere Worte ankommt.

Ich erinnere mich da an einen Film, in dem zwei unterschiedliche Charaktere gezeigt wurden: Der eine hielt sehr entschlossene kämpferische Reden,
konnte aber, als es galt, keiner Fliege etwas zuleide tun, und der andere säuselte sanft, liebevoll und friedfertig, erwies sich aber, als es galt, als äußerst brutal.

Bei den heutigen Versen fiel mir deshalb auch der chinesische Weise ein, der die Frage, ob der Staat eine Verfassung braucht, mit folgender Begründung verneinte

"Entweder sind die, die uns regieren ehrlich, dann brauchen wir keine Verfassung oder sie sind es nicht, dann verstehen sie es auch, die Verfassung zu umgehen."

Eine weise Antwort, wie ich finde, die ich entsprechend uminterpretiere,
wenn mir die Volksbank, bei der ich Mitglied bin, am Jahresende den
Geschäftsbericht überreichen möchte:

Entweder wurde sauber gearbeitet, und dann muss ich ihn nicht lesen oder
es wurde nach Strich und Faden getrickst und dann muss ich ihn auch nicht lesen, weil das garantiert nicht im Geschäftsbericht stehen würde, und gerade das wäre ja interessant. Und deshalb kann ich dankend auf den Geschäftsbericht verzichten. (Wobei ich natürlich glaube, dass die Volksbank korrekt ist - aber glauben heißt nicht wissen - und nachdem was man so alles hört...)

Auch das Geschehen in der Welt zeigt ständig, das zwischen Reden und
Handeln Welten liegen, was uns nicht verwundern sollte, da es noch nie
anders war, weshalb wir hier auch mit christlicher Milde reagieren können.

Aber welche Schlüsse ziehen wir als Christen aus den Verhältnissen in der
Welt und aus der Janusköpfigkeit der menschlichen Natur?

Wir sind Salz und Licht der Welt! Das heißt, dass wir Gott bitten, dass Er
uns soweit stärkt, dass unser Denken, Reden und Handeln stets auf einer Linie liegen, mit der Folge, dass wir NEIN sagen und auch NEIN meinen, wenn erkennbar gegen Gottes Gebote gehandelt werden soll. Und dann sind wir auch erkennbar Salz und Licht der Welt.


Jörgen Bauer