Eine Frage, die immer wieder gestellt wird

Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf
deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird
er dich recht führen.

Sprüche 3, Vers 5


Mir wurde folgende Frage gestellt:


Hallo, guten Tag,

ich habe ich eine frage,
Heute haben viele christen problemen, die Bibel Wort wörtlich zu nehmen und zu glauben. Ein Grosses problem ist der glaube an eine 7 Tage schöpfung, wie es in 1 Mose 1-2 steht, viele glauben nicht dass es 24 stunden tage sind, sondern lange zeit perioden. Weil die wissenschaft sagt, das es nicht sein kann. Also konflikt WORT gegen Wissenschaft.

Was glauben Sie? Ist der Schöpfung tatsächlich eine 7 tage Werk gewesen, oder ist alles nur Allegorie?

ich freue mich auf Ihre Antwort,
danke

Nachdem solche Fragen immer wieder gestellt werden und von allgemeinem
Interesse sind, möchte ich sie mal ganz ganz allgemein beantworten:

Ich habe mehrere Bibeln, zum Teil mit ausführlichen Erklärungen und
Kommentaren, verfasst von gläubigen Christen, denen man die Glauben
sicher nicht absprechen kann, wobei alle Kommentatoren, und seien sie
noch so fromm, übereinstimmend zu der Aussage kommen, dass das
mit den 24 Stunden, so nicht stimmen kann.

Ein, in gläubigen Kreisen allgemein anerkannter Ausleger, bezeichnete
das mit den 7 Tagen zu 24 Stunden, sogar als "albern und kindisch".
(Hier muss er natürlich vorsichtig sein, weil ihm dann schnell der
Glaube abgesprochen werden kann, nach dem Motto: "So fängt es an, und
am Ende wird dann die Auferstehung Christi geleugnet".)

Ich erhielt ein Gratisbuch mit dem Titel "Ziel und Ende", in dem der
bekannte Prof. Slenczka, der sehr gute biblische fundierte Kommentare
schreibt, ausführte , dass wir den ewigen Gott nicht unserem
geozentrischen Weltbild, mit seinen Maßeinheiten, die wir aus schöpfungsmäßigen Abläufen herleiten, unterwerfen dürfen.

Gott ist auch der Schöpfer von Raum und Zeit und diesen physikalischen
Grundlagen unseres Kosmos unterworfen, sondern steht über diesen.

Der geniale Physiker Albert Einstein, beschreibt in seiner speziellen Relativitätstheorie, die sich immer wieder glänzend bestätigt und die
unserem logischen Verstand total zuwiderläuft, dass es Raum und
Zeit, so, wie wir es kennen und wahrnehmen, überhaupt nicht gibt,
weil beides relativ ist und von der Masse und der Geschwindlgkeit
abhängt.

So wird der Raum bei Bewegung kleiner, wodurch z.B. die Entfernung
von der Sonne zur Erde, bei Lichtgeschwindigkeit, nur noch ca. 15 km beträgt
und sich auch die Reisezeit entsprechend verkürzt.

Weil wir nicht wissen, was Raum und Zeit wirklich ist, habe ich auch keine
Probleme mit dem Schöpfungsbericht. Ich lese ihn immer wieder sehr gern
und erkenne, dass uns hier grundsätzliche Sachverhalte vermittelt werden,
an denen ich nicht zweifle.

Ich vemeide es allerdings hier irgendwelche Stundenzahlen hineinzuinterpretieren, von denen im Schöpfungsbericht nichts steht.

Ich habe auch keine Probleme mit astronomischen Zahlen. Gott könnte in
einem Schöpfungstag auch Millionen und Milliarden Jahre unterbringen.
Nach den Folgerungen der Relativitätstheorie, kann das, was auf der einen
Seite eine Sekunde ist, auf der anderen ein riesiger Zeitraum sein. Solche
Schlüsse ergeben sich aus dem "Schwarzen Loch" der Astronomie mit
seinem Ereignishorizont.

Meine Schlussfolgerung:

Wir wissen es nicht, wie Gott, der über Raum und Zeit steht, alles geschaffen hat. Es war niemand dabei, und ich halte es für verkehrt, auf dem Schöpfungsbericht im wortwörtlichsten Sinne herumzureiten, weil man sich dadurch ganz zwangsläufig in unendliche Widersprüche verwickeln muss, die dann gewaltsam passend hingebogen werden müssen.

Wir wissen überhaupt nicht, was Zeit ist und ob und inwieweit es diese tatsächlich gibt – oder ob es sich hier nur um die Art und Weise handelt, in der wir die Welt erleben. Es gibt jedenfalls im Allerkleinsten (Quanten) Bereiche, die für unser Verstehen irrational sind, wenn sich z.B. Dinge mit Wirkung für die Vergangenheit verändern oder Dinge virtuell sind, also nicht in der Art da sind, wie sie da zu sein scheinen.

Im Grunde ist der Versuch, den Schöpfungsbericht beweisen zu wollen, auch eine Form des Unglaubens, nur unter anderem Vorzeichen.

Deshalb wollen wir dem Wort Gottes schlicht und einfach glauben ohne zu versuchen, mit unserem sehr begrenzten Verstand und Erkenntnisvermögen alles begreifen und erklären zu wollen. Hüten wir uns vor der Auffassung, dass alle Dinge so beschaffen sein müssten, dass man sie verstehen kann. Das ist erwiesenermaßen ein fundamentaler Irrtum.

Deshalb:

Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf
deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird
er dich recht führen.


Jörgen Bauer