Juden und Christen

Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr
euch selbst nicht für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels
widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist; und so
wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jesaja 59, 20;
Jeremia 31, 33): Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird
alle Gottlosigkeit von Jakob.

Römer 11, Verse 25 und 26


Das Verhältnis zwischen Juden und Christen, war, wie wir insbesonders aus der Apostelgeschichte wissen, von Anfang an gespannt, und die Juden waren
auch sehr aktiv und einfallsreich, wenn es darum ging, die Christen zu verfolgen und zu bedrängen. Und Paulus gehörte, vor seiner Bekehrung, selbst zu den eifrigsten Christenverfolgern.

Die andere Seite ist die, dass das Christentum ganz eindeutig aus dem
Judentum hervorgegangen ist und die Christen deshalb Kinder Abrahams
im Geiste sind.

Eigentlich wäre der Christliche Glaube in erster Linie die Sache der Juden, die das Evangelium in der Welt verbreiten müssten. Die Juden sind, nach wie vor, Gottes auserwähles Volk, wobei die Heidenchristen, also wir, erst an zweiter Stelle kommen. Was wäre es für ein Segen für die Welt, wenn die Juden ihrer Berufung folgen könnten. Das alles ergibt sich aus dem Römerbrief.

Unsere Familie lebt sein 1961 im Westen, und seitdem bin ich mit vielen
Menschen zusammengekommen. Ich bin seither aber weder einem Antisemiten, noch einem Nazi oder einem Rechtsextremen begegnet, und da frage ich mich, inwieweit solches nur herbeigeredet wird.

Es ist gar keine Frage, dass so ein Anschlag, wie in Halle, verurteilt werden muss und sich solche Dinge nicht wiederholen dürfen. Insoweit ist den diesbezüglichen Aussagen vollumfänglich zuzustimmen.

Was ich aber fast noch widerwärtiger finde, ist, dass der Anschlag sofort instrumentalisiert wurde. Es war überhaupt noch nichts Näheres bekannt,
als sofort von einem "rechtsextremistischen Anschlag" gesprochen und das,
wie es scheint, für solche Fälle bereit liegende Nachrichtenprogramm,
einschließlich Kommentaren, Empörungs- und Betroffenheitsbekundungen,
publiziert wurde. Ich habe mir die weitere Berichterstattung deshalb erspart.

Denn die Medien liefen, in bewährter Einheit mit den maßgeblichen Politikern, sofort in einer Weise zur Hochform auf, wie ich es noch von der DDR kenne, was dann, in der üblichen Weise, in Rundumschlägen, zu haltlosen Unterstellungen, Anschuldigungen und Verdächtigungen führte, womit letztlich alle die gemeint sind, die abweichende Meinungen haben, also "politisch unzuverlässig" sind, und auf die man deshalb ein Auge haben muss.

Der Täter muss aber ein Irrer gewesen sein, denn es wird bereits gefragt, ob der Täter überhaupt schuldfähig ist. Deshalb sollte man sich davor hüten,
in jedem Psychopathen sofort einen Rechtsextremisten zu sehen und in
jeder dunklen Ecke einen Nazi zu vermuten.

Zum Glück waren unter den Synagogenbesuchern keine Opfer zu beklagen.
Allerdings sollten die, die außerhalb der Synagoge zu Opfern wurden und
tatsächlich zu Tode kamen, nicht übergangen werden.


Jörgen Bauer