Existenzielle Bedrohung führt zur Umkehr!

Und als Jona anfing, in die Stadt hineinzugehen. und eine Tagreise weit
gekommen war, predigte er und sprach: Es sind noch vierzig Tage. so
wird Ninive untergehen. Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und
ließen ein Fasten ausrufen und zogen alle, Groß und Klein, den Sack zur
Buße an. Und als das vor den König von Ninive kam, stand er auf von
seinem Thron und legte seinen Purpur ab und hüllte sich in den Sack und setzte sich in die Asche und ließ ausrufen und sagen in Ninive als Befehl
des Königs und seiner Gewaltigen: Es sollen weder Mensch noch Vieh,
weder Rinder noch Schafe Nahrung zu sich nehmen, und man soll sie nicht weiden noch Wassertrinken lassen; und sie sollen sich in den Sack hüllen, Menschen und Vieh und zu Gott rufen mit Macht. Und ein jeder bekehre
sich von seinen bösen Wegen und vom Frevel seiner Hände! Und wer weiß? Vielleicht lässt Gott es gereuen und wendet sich ab, von seinem grimmigen Zorn, dass wir nicht verderben.

Jona 3, Verse 4 bis 9


Diese Geschichte ließ sich auf die derzeitige Situation übertragen, wobei
sich neuerlich zeigt, wie zeitlos gültig biblische Aussagen sind:

"Und als die Kunde vernommen wurde, dass sich ein böser Virus, aus einem fernen Land, vom Ende der Erde, aufgemacht hatte, um uns zu verderben,
fingen alle an, sich mit Mundschutz, Desinfektionsmitteln, Latexhandschuhen
zu versorgen und Klopapier und Nudeln zu bevorraten.

Als die Regentin des Landes davon hörte, erschrak sie sehr und rief ihre Weisen und Stammeshäuptlinge zusammen, beriet sich mit ihnen und verkündete allem Volk ein großes Fasten: Schluss mit Lustig! Keine Lustbarkeiten, ein jeder meide seinen Nächsten, Läden und Herbergen bleiben zu, keine sportlichen Wettkämpfe, kein Unterricht in den Schulen, ja selbst keine Gottesdienste mehr. Alles ist dicht zu machen und auf Distanz zu gehen.
Am besten das Haus gar nicht verlassen. Und, wer weiß, vielleicht hilft es wirklich!"

Einen Unterschied zu damals gibt es schon und zwar einen ganz gravierenden:
Der König mitsamt dem Volk taten Buße und bekehrten sich neuerlich zu
Gott, der die Stadt daraufhin verschonte. Aber mit Gott scheint von den
Verantwortlichen derzeit niemand ernsthaft zu rechnen, obwohl es ohne IHN nicht geht und alles von seiner Gnade und Güte abhängt. Weil mit unserer
Macht nichts getan ist, tun wir gut daran, Gott um Hilfe und Bewahrung und
darum zu bitten, dass er dem Übel ein baldiges Ende setzt.
.
Das obrigkeitlich verordnete Fasten passt an sich gut in die derzeitige Fastenzeit und wird von den Menschen auch angenommen, die hier sehr viel Phantasie entwickeln und bislang noch bei Laune sind. Die Frage ist nur, wie lange das anhält, wenn man an die anfängliche Begeisterung in Sachen Flüchtlingskrise denkt, die dann auch nachließ.

Aber vielleicht dient die jetzige Fastenzeit dazu, dass man zur Besinnung
kommt und erkennt auf was es wirklich ankommt, von falschen Wegen umkehrt und erkennt, dass vieles, was man bisher gering geschätzt und als überholt ansah, nicht verkehrt war. Käme es zu solchen Einsichten, wäre dieses Fasten nicht umsonst gewesen.

Man kann zudem nicht wissen, welcher Virus als nächster auftaucht und ob
es mit Corona sein Bewenden hatte. Auch die Regentin und ihre Weisen
könnten dazulernen: Nämlich was sich aus der Bereitschaft der Untergebenen zum Gehorsam alles machen ließe. Und das wäre weniger gut!

Jörgen Bauer