Die Macht der Sprache bedenken!

Wenn wir den Pferden den Zaum ins Maul legen, damit sie uns gehorchen, so lenken wir ihren ganzen Leib. Siehe, auch die Schiffe, obwohl sie groß und von starken Winden getrieben werden, werden sie doch gelenkt mit einem kleinen Ruder, wohin der will, der es führt. So ist auch die Zunge ein kleines Glied und richtet große Dinge an. Siehe ein kleines Feuer, welch einen Wald zündet’s an!

Jakobus 3, Verse 3 bis 5


Alle Umbrüche, Revolutionen, Weltanschauungen, Religionen und was da
so mehr ist, begannen immer mit gesprochenen und/oder geschriebenen
Worten. Der Sprache kommt die entscheidende Rolle zu. Sie kann Menschen
lenken und leiten, sie kann beruhigen oder auch für Unruhe sorgen.

Gerade totalitäre Systeme verstehen sich darauf, die Sprache für ihre
Ziele einzusetzen, neue Begriff zu erfinden und gebräuchliche Worte mit
neuen Sinninhalten zu füllen.

Aber dazu bedarf es keines totalitären Systems, weil mittels der Sprache der Zeitgeist und die Vorstellungen darüber vermittelt werden, was als richtig oder falsch anzusehen ist. Und es sind viele, die sich danach ausrichten, was wir
als Christen ja gerade nicht tun sollten!

Kleine Ursachen, große Wirkung, könnte man dazu oftmals sagen.

Es ist aber nicht nur die Zunge, sondern auch der Griffel und die Tastatur mit denen genau dasselbe wie mit der Zunge bewirkt werden kann. Deshalb gilt das, was Jakobus über die Zunge sagt, auch für unsere Kommunikationsmittel, die deshalb ebenso im Zaum gehalten werden müssen.

In der Bibel geht es um das Wort Gottes, das ein Tatwort ist. Gott gebietet
und es geschieht. Aber auch menschliche Worte können eine ähnliche
Wirkung haben. Ich kann Geschäfte abschließen, Kündigungen aussprechen,
Beurteilungen abgeben, als Zeuge auftreten usw. Ich kann mit Worten aber
auch zerstören oder aufbauen in dem ich beleidige oder lobe.

Deshalb müssen wir auch die Wirkung unserer Worte bedanken und überlegt
und sorgfältig formulien, was oft gar nicht so leicht ist, besonders, "wenn
man in Fahrt gekommen ist".

Wir erfahren ja täglich davon, welche Wirkungen unglückliche Formulierungen
haben können, und ich denke, dass hier jeder schon mal Probleme bekommen
hat.

Trotz aller Vorsicht kann das aber nicht heißen, so ausgewogen zu formulieren,
dass am Ende überhaupt nichts mehr Konkretes gesagt wird, sondern nur
noch wohlfeile Phrasen abgelassen werden.

Dieser Vers von Johann Heermann könnte unser Gebet sein:

Hilf, dass ich rede stets,
womit ich kann bestehen;
lass kein unnützlich Wort
aus meinem Munde gehen;
und wenn in meinem Amt
ich reden soll und muss,
so gib den Worten Kraft
und Nachdruck ohn Verdruss.


Jörgen Bauer