Das rechte Maß halten!

Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts
davontun, auf dass ihr bewahrt die Gebote des Herrn, eures Gottes, die ich
euch gebiete.

5. Mose 4, Vers 2



Einen vergleichbaren Vers haben wir in der Offenbarung:

"Wenn jemand etwas hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und wenn jemand etwas hinwegnimmt von
den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott ihm seinen Anteil
wegnehmen am Baum des Lebens und der Heiligen Stadt, von denen in diesem
Buch geschrieben steht." (Offenbarung 22, 18.19)

Hier geht es um ein Prinzip, das sich auf die gesamte Bibel, als Gottes
geoffenbartes und damit verbindliches Wort, bezieht.

Nach der babylonischen Gefangenschaft die Gerichtshandeln Gottes, wegen
der Abtrünnigkeit des Südreichs (Juden) war, gingen die Juden dazu über,
zusätzlich zu den Geboten und mosaischen Gesetze, eine Menge von Vorschriften zu erfinden, die dazu dienen sollten, erst gar nicht in die Gefahr einer Gesetzesübertretung zu kommen.

Jesus geißelte dieses Regelwerk als nutzlos und erklärte, dass sich die Gebote
und Weisungen Gottes in einem Satz zusammenfassen lassen: Gott über alle
Dinge lieben, fürchten und vertrauen und seinen Nächsten wie sich selbst.

Mehr bedarf es nicht. Jesus konnte deshalb sagen, dass sein Joch sanft und
seine Last leicht ist und der Seele Frieden bringt. Und Paulus konnte von der
christlichen Freiheit sprechen.

Und wie halten wir das?

Wenn wir Gott, als den Absoluten, den Inbegriff alles Schönen, Guten und Beglückenden, an die erste Stelle setzen, dem alles andere nachgeordnet ist,
dann gewinnen wir damit eigentlich alles. Dies, weil Gott keine Illusion, sondern tatsächlich da ist.

Wir dürfen uns zudem so annehmen, wie wir sind, weil Gott uns liebt und
angenommen hat. Dem steht nicht entgegen, dass wir als Sünder vor Gott
nicht bestehen können, sondern unter Seinem Zorn stehen. Wenn wir zu IHM
umkehren, leben wir aus der Vergebung, weshalb uns persönliche Mängel und
Defizite, die wir alle haben, nicht mehr beschweren müssen.

Das verhilft uns zu einer großen Freiheit, denn wir haben alle jede Menge von
Schwächen, Mängeln und Defiziten, die uns nicht mehr belasten müssen.

Die Folgerung daraus ist aber, dass wir unsere Nächsten ebenso in ihrem
Sosein lieben und annehmen, wie Gott das uns gegenüber tut.

Wenn wir das tun, werden wir merken, dass alle Menschen etwas Liebenswertes an sich haben und es eigentlich keine "unmöglichen Menschen"
gibt, sondern alle Gottes Ebenbilder sind, in denen Gott etwas von Seinem
Wesen verwirklicht hat.

Wenn wir das mehr und mehr verinnerlichen, werden wir danach handeln und
dadurch zum Licht und zum Segen für unsere Umwelt werden.


Jörgen Bauer