Gott eine feste Burg!

Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten,
die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht,
wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken,
wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Umgestüm die
Berge einfielen. Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit
ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind.

Psalm 46, Verse 2 bis 4



Weltuntergangsszenarien haben seit langem Konjunktur. Sichtbar wird
das zum Beispiel in Katastrophenfilmen, wo erfundene Ereignisse dar-
gestellt werden, die, in der filmischen Handlung, zu ausweglosen Situa-
tionen führen.

Es gibt aber nicht nur Filme und Romane, mit denen den Zuschauern und
Lesern ein wohliger Schauer über den Rücken gejagt werden soll, sondern
auch das Heer diverser Bedenkensträger, die schreckliche Katastrophen
voraussagen, die uns in Kürze ereilen sollen.

Und wenn man sich in der Welt umsieht, könnte man Angst bekommen.
Aber das war noch nie anders. Wir leben in einer friedlosen Welt, und es
gab und gibt und wird es auch weiterhin geben, Katastrophen, kriegerische
Ereignisse aller Art und überraschende Wendungen, die man nie für mög-
lich gehalten hätte.

Der Schreiber des Psalms 46 wusste das alles auch, und er beschreibt das
mit drastischen Worten, wobei "Weltuntergänge" auch der Zusammenbruch
bestehender Ordnungen, das wütende Meer das Völkermeer und die Berge
die bisherigen Garantien und Regierungen sein können, auf die man sich fest
verlassen hat.

Selbst wenn alles zusammenbricht, soll die Stadt Gottes trotzdem fröhlich
und gelassen bleiben.

Der Psalmschreiber weiß davon, dass Gott, auch in hoffnungs- und aus-
sichtsloser Lage immer noch eine Zuflucht für ihn ist.

Das sind starke Worte! Ich glaube nicht, dass diese in einem euphorischen
Überschwang geschrieben wurden, sondern dass der Schreiber, aufgrund
eigenen Erlebens, Grund zu diesen Aussagen hatte und dass sie andern-
falls auch keinen Eingang in die Bibel, als dem vom Heiligen Geist inspirierten
Wort Gottes, gefunden hätten.

Alle Katastrophenängste - auch die Angst vor dem Tod - sind letztlich Ängste
vor dem Gericht Gottes. Der Mensch spürt, dass sich da etwas zusammenbraut.

Als Christen wissen wir um den Tausch: Christus hat unsere Ungerechtigkeit -
wegen derer wir das Gericht Gottes fürchten müssten - auf sich genommen
und ans Kreuz getragen, und im Gegenzug erhielten wir seine Gerechtigkeit,
mit der wir vor Gott bestehen können.

Das soll uns froh und gewiss, aber nicht leichtsinnig, machen. Bedrohungen
sollen wir nicht auf die leichte Schulter nehmen - sie sollen uns aber auch
nicht einschüchtern und gefangennehmen.


Jörgen Bauer